14. März 2019 / 16:59 Uhr

Neuer Grizzlys-Coach Pat Cortina: "Einer, der die Spieler mitnimmt!"

Neuer Grizzlys-Coach Pat Cortina: "Einer, der die Spieler mitnimmt!"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Wollen mit den Grizzlys Wolfsburg wieder weiter nach vorn: der neue Coach Pat Cortina (r.) und Manager Charly Fliegauf. © Boris Baschin
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Vielleicht bürgt die Vertragslaufzeit ja auch für die Kontinuität, für die die Grizzlys Wolfsburg lange standen: Pat Cortina, der neue Trainer des Eishockey-Erstligisten, erhält einen Zwei-Jahres-Kontrakt, wie der Klub am Mittwoch bei der offiziellen Präsentation des Coaches mitteilte.

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International erfahrener Trainer

Für Kontinuität hatte bei den Grizzlys Pavel Gross gestanden, der acht Jahre Chef-Coach gewesen war. Ihm folgten 2018 Pekka Tirkkonen (hatte einen Jahres-Vertrag und wurde nach dem 13. Spieltag beurlaubt) und Feuerwehrmann Hans Kossmann, mit dem der Klub nicht weitermachen wollte. Mit Cortina, lange Jahre Coach in München, drei Jahre Natonaltrainer und zuletzt eine Spielzeit und 15 Spieltage bei den Schwenninger Wild Wings, kommt nun ein international erfahrener Trainer, der die Liga gut kennt. Cortina hat auch schon als Nationalcoach für Italien und Ungarn gearbeitet. Grizzlys-Manager Charly Fliegauf: "Er kennt die Liga und unsere Spieler, identifiziert sich zu einhundert Prozent mit unserer Philosophie und den aktuellen Gegebenheiten. Natürlich habe ich auch unsere langjährigen Spieler in meine Überlegungen mit einbezogen und war sehr positiv überrascht, dass Pats Name dabei als Erstes genannt wurde. Wir wollen nun gemeinsam die Kaderplanung vorantreiben, den Grundstein ab Mai mit einem intensiven Sommerprogramm legen, um für den Start im August bereit zu sein.“

Pat Cortina unterschreibt bei den Grizzlys einen Zweijahresvertrag bis 2021.

Anders als die meisten seiner Vorgänger im Amt hatte Cortina keinen nennenswerte Karriere als Spieler, begann früh, als Coach zu arbeiten. Den EHC München führte er aus der 2. Liga in die DEL, als deutscher Nationalcoach hatte er Pech, er packte mit dem DEB-Team die Olympia-Quali für 2014 nicht. Allerdings kennt ihn Fliegauf gut aus dieser Zeit, weil der Wolfsburger Manager damals als General Manager des DEB und Bindeglied für die DEL-Klubs das Nationalteam begleitete. Fliegauf: "Ich habe ihn über viele Jahre kennen- und schätzengelernt." Cortina gilt als umgänglich, als menschlicher Typ. Fliegauf sagt: "Das ist auch ein großer Faktor. Wir sind ein Arbeiter-Team, er ist auch einer, der die Ärmel hochkrempelt, aber er ist auch einer, der die Spieler mitnimmt, ist ein guter Motivator."

Pat Cortina: Der neue Trainer der Grizzlys Wolfsburg bei seiner Vorstellung in der Eis-Arena. Zur Galerie
Pat Cortina: Der neue Trainer der Grizzlys Wolfsburg bei seiner Vorstellung in der Eis-Arena. ©
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"Wolfsburg war immer ein Vorbild für mich"

Für den neuen Coach war seit langem München der Lebensmittelpunkt. Jetzt zieht er voraussichtlich um. Auch seine Gattin Theresa und zwei seiner drei Töchter (Emma Marie und Andrea Victoria; Alessia Diana studiert schon) sollen nach Wolfsburg mitkommen. Cortina brennt auf die neue Aufgabe, sagt: "Was mir gefehlt hat, war ein aggressiveres Eishockey." Das wolle er in Wolfsburg spielen lassen, "aber clever". Wieder "ein Eishockey, das es schwermacht, uns zu schlagen." Egal, mit welchem System - "vielseitig und variabel" wolle man sein, "ohne die Identität zu opfern." Einige Spieler, wie die Zugänge Anthony Rech und Dominik Bittner, kennt er sehr genau aus Schwenningen, Brent Aubin war mal in München sein Schützling. "Spieler im Team zu haben, die man schon kennt - das kann gut sein", sagt Wolfsburgs neuer Trainer, "aber deswegen kriegt ja keiner dieser Akteure etwas geschenkt". Er kenne aber im Prinzip alle schon gebundenen Wolfsburger Spieler, "es sind alles gute Charaktere. Wir werden versuchen, weitere gute Charaktere ins Aufgebot zu bekommen". Er brennt auf die neue Aufgabe: "Wolfsburg war mir immer ein Vorbild, ich habe Wolfsburg schon lange verfolgt. Qualitätsarbeit auf und neben dem Eis gab es hier. Gute Leute bringen Erfolg, so war es in der Vergangenheit in Wolfsburg. Ich bin glücklich, jetzt ein Teil der Organisation zu sein."

Weitere Entscheidungen nahen

Die Planungen für die noch offenen Stellen werden nun forciert. Fliegauf: "Ich bin froh, dass wir so früh einen neuen Cheftrainer begrüßen können, weil es ja noch einige offene Positionen gibt, die wir nun zusammen besetzen könen." Einen jungen deutschen Spieler haben die Grizzlys schon fix, verriet Fliegauf, ansonsten sei man auf den deutschen Positionen dicht. Ein oder zwei Importverteidiger und drei, vielleicht vier Importstürmer sollen noch kommen. Gemeinsam mit Cortina und Scout Tyler Haskins werde er jetzt in die konkrete Planung gehen. Dann sollte sich auch zügig entscheiden, ob Abwehrspieler William Wrenn und Stürmer Alexander Karachun bleiben sollen. Auch die Entscheidungen über den Trainerstab sollten dann fallen - zu Co-Trainer Niklas Gällstedt und Torwarttrainer Ilari Näckel. Cortinas Assistenten Ilpo Kauhanen (Tor) und Petteri Väkiparta waren nach Cortinas Beurlaubung in Schwenningen geblieben, waren dort auch schon vor dessen Engagement tätig gewesen. Väkiparta ist zudem derzeit Co-Trainer des DEB-Perspektivteams.

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Zuerst wurde Cortina dem Aufsichtsrat vorgestellt

Vor der offiziellen Präsentation war Cortina dem Aufsichtsrat der Grizzlys um Oberbürgermeister Klaus Mohrs vorgestellt worden. "Das war eine klare Bestätigung, dass die Mannschaft gut unterstützt wird", freute sich Cortina. Fliegauf hatte direkt nach dem Ende der Saison, als er sich mit Kossmann über das Ende der Zusammenarbeit ausgetauscht hatte, direkten Kontakt zu Cortina aufgenommen. "Dann waren wir uns nach zwei Tagen intensiver Gespräche in München schnell grundsätzlich einig." Cortina wolle die "Chance" suchen, "mit einer besser ausgestatteten Mannschaft erfolgreiches Eishockey zu spielen." Schwenningen ist das Team mit dem niedrigsten DEL-Etat, München war zu Cortinas Zeit auch in der Regel ein Low-Budget-Team. Mit Schwenningen musste Cortina seinen bis 2020 laufenden Vertrag noch auflösen, auch das ging schnell über die Bühne.

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