20. Mai 2020 / 11:52 Uhr

Neuer Halle-Trainer Denk: Mit den Wildcats „etwas Großes schaffen“

Neuer Halle-Trainer Denk: Mit den Wildcats „etwas Großes schaffen“

dpa
HANDOUT - 19.05.2020, Sachsen-Anhalt, Halle: Die Spielerinnen des Handball-Bundesligisten SV Union Halle-Neustadt jubeln nach einem gewonnen Spiel. (zu dpa «Neu-Trainer Denk: Mit den Wildcats «etwas Großes schaffen»») Foto: Marcel Gohlke/SV Union Halle-Neustadt /dpa +++ dpa-Bildfunk +++
HANDOUT - 19.05.2020, Sachsen-Anhalt, Halle: Die Spielerinnen des Handball-Bundesligisten SV Union Halle-Neustadt jubeln nach einem gewonnen Spiel. (zu dpa «Neu-Trainer Denk: Mit den Wildcats «etwas Großes schaffen»») Foto: Marcel Gohlke/SV Union Halle-Neustadt /dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa
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Zum 50. Vereinsjubiläum soll für den SV Union Halle-Neustadt das passende Geschenk her: der Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga. Dafür wurde mit Christian Denk ein neuer Cheftrainer verpflichtet, der mit viel Esprit seinen Job angeht.

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Halle. Innovatives Denken, Regeln brechen und bei der zweiten Chance in der Handball-Bundesliga der Frauen etwas Großes schaffen. Das sind die Ziele von Neu-Trainer Christian Denk bei Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt. „Ich bin gerade auf dem Weg nach Halle“, sagte Christian Denk am Autotelefon der Deutschen Presse-Agentur. Die gut 240-Kilometer-Strecke von Malsfeld nahe Melsungen in die Saalestadt wird er ab dem Sommer regelmäßig fahren. „Offiziell ist am 13. Juli Start, doch es gibt schon jetzt reichlich Arbeit“, betonte der 36-Jährige.

Bis dahin nutzt er seine freien Stunden im Kreis seiner Liebsten. „Ich war seit Januar nicht mehr in einer Sporthalle, das gemeinsame Abendessen mit der Familie habe ich in der letzten Zeit richtig genossen“, betonte er. Nach seinem freiwilligen Rückzug im Januar als Cheftrainer beim Ligakonkurrenten SG 09 Kirchhof kam die neue Chance aus Halle wie gerufen. „Meine Familie hat gemerkt, dass es ohne Handball nicht geht“, meinte er. Dafür hat extra seinen Job in der Labor-Logistik eines Pharmakonzerns bis auf ein Minimum heruntergefahren. „Ich will etwas Großes schaffen, eine Handschrift entwickeln, damit die Zuschauer und Leute sehen, so spielt der SV Union Halle-Neustadt“, erklärte er seine Ziele.

„Regeln brechen und neue Trainingszeiten einführen“

Dafür will er „Regeln brechen, neue Trainingszeiten einführen und vor allem im Verein mit erster und zweiter Mannschaft enger zusammenrücken. Diese Vereinsphilosophie müssen wir entwickeln und den Spagat mit der Jugendarbeit schaffen“, sagte Denk zur zweiten Chance des Clubs in der Beletage. Die erste Chance unter Tanja Logvin blieb ungenutzt. Nur drei Siege, zwei Remis und 21 Niederlagen standen in der Premieren-Saison 2018/19 zu buche. Zudem erzielte das Team der ehemaligen Welthandballerin damals nur 643 Treffer - kein Erstligist war so harmlos vor dem gegnerischem Tor.

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Das alles soll „mit kontrolliertem Tempohandball“ besser werden. Zudem setzt der B-Lizenzinhaber, der parallel an seiner A-Lizenz arbeitet, auf Emotionen. „Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft mit ihrem Charakter zu mir passt. Ich bin ein sehr emotionaler Typ“, sagte der Familienvater und stellte klar: „Diese Herausforderung will ich annehmen, da spielte die Liga-Zugehörigkeit keine Rolle.“

Himborn bastelt weiter am Kader

Neben den erfahrenen Saskia Lang und Sophie Lütke im Team kommt zur kommenden Spielzeit mit Linkshänderin Helena Mikkelsen (VfL Oldenburg) eine alte Bekannte zurück. Sie wird für mehr Durchschlagskraft im Rückraum sorgen. Zudem verpflichtete der Verein die ehemalige Leipzigerin Alexandra Mazzucco vom Thüringer HC für die Rechtsaußen-Position. „Sie wird dort mit Swantje Heimburg ein fantastisches Duo bilden“, meinte Denk. Im Tor gibt es mit Thara Sieg vom „verhinderten“ Meister BVB Dortmund ein neues Gesicht. Sie wird neben der aus dem Nachwuchs aufrückenden Lara Lepschi Unions weitere Nummer eins, Anica Gudelj, absichern.

Nach der Lizenzerteilung bastelt der sportliche Leiter Jan-Henning Himborn weiter am Kader. „Wir wollen die Qualität erhöhen und uns im Rückraum und am Kreis noch verstärken“, sagte Himborn. Die Vorteile zum ersten Erstliga-Abenteuer liegen für ihn auf der Hand: „Wir hatten kaum Abgänge, sind eine eingespielte Truppe.“

Auch finanziell passt es trotz der Corona-Krise. Die kommunalen Unternehmen unterstützen die Wildcats weiterhin. „Dafür sind wir sehr dankbar. Das ist die Basis dafür, dass wir überhaupt in der 1. Liga spielen können“, erklärte der Sportchef. Seit drei Wochen plant er die neue Saison, hat für jedes Szenario einen Plan in der Schublade. Und insgeheim hofft er auf Fans in der Halle: „Sollten Veranstaltungen bis zu 1000 Zuschauer zugelassen werden, wäre das für uns top.“

Frank Kastner und Tom Bachmann, dpa