25. Juni 2020 / 16:30 Uhr

Neuer Klub stellt sich quer: VfLerin Gunnarsdottir darf nicht im Pokalfinale ran

Neuer Klub stellt sich quer: VfLerin Gunnarsdottir darf nicht im Pokalfinale ran

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ganz bitter: VfLerin Sara Gunnarsdottir (M.) darf nicht im Pokalfinale ran.
Ganz bitter: VfLerin Sara Gunnarsdottir (M.) darf nicht im Pokalfinale ran. © Roland Hermstein
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Sara Björk Gunnarsdottir von Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg bestreitet am Sonntag gegen Bayer Leverkusen ihr letztes Spiel im Wolfsburg-Trikot. Die Isländerin wird am 4. Juli im DFB-Pokalendspiel gegen die SGS Essen (16.45 Uhr) nicht auf dem Platz stehen.

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Es sollte ein gebührender Abschied im Rhein-Energie-Stadion in Köln werden, doch Sara Björk Gunnarsdottir vom Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg wird bereits am kommenden Sonntag gegen Bayer Leverkusen ihr letztes Spiel im Trikot des VfL absolvieren - und im DFB-Pokalendspiel gegen die SGS Essen am 4. Juli (Anpfiff 16.45 Uhr) nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Verträge der Spielerinnen laufen normalerweise am 30. Juni aus. Plan war, die Verträge entsprechend um ein paar Tage zu verlängern - und Verträge mit den neuen Klubs der Spielerinnen gegebenenfalls anzupassen. Doch das ist im Fall von Gunnarsdottir nicht möglich.

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Gunnarsdottir wird es nach der Saison vorbehaltlich möglicher Folgen der Corona-Krise wahrscheinlich zu Olympique Lyon ziehen. Klar ist: Ihr neuer Klub sträubt sich, Gunnarsdottir beim Pokalfinale noch einmal für Wolfsburg spielen zu lassen. Die isländische Nationalspielerin kam im Sommer 2016 ablösefrei vom FC Rosengard zum VfL und absolvierte seitdem wettbewerbsübergreifend 106 Spiele für den neuen alten Meister - Spiel Nummer 107 wird's noch geben, das 108. allerdings nicht. VfL-Trainer Stephan Lerch bedauert die Situation. "Es tut mir für sie persönlich auch sehr leid, denn sie ist den ganzen Weg ins Finale mitgegangen und hatte ihren Anteil daran." Gunnarsdottir hat "lange bei uns im Verein gespielt und sich mit der Mannschaft und dem VfL identifiziert. Sie hat immer alles gegeben. Wenn Sara fit ist, ist sie für uns eine wichtige Spielerin, die uns immer defensive Stabilität und körperliche Präsenz gibt, viele Wege macht und Löcher stopft."

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Doch man müsse auch die andere Seite sehen, so Lerch. "Der aufnehmende Verein denkt unternehmerisch, dass sie die Spielerin brauchen und sich auf die neue Saison vorbereiten wollen. Da denkt man in erster Linie an die eigenen Interessen. Irgendwo ist das auch nachvollziehbar", so der Coach, der aber sagt: "Wenn ich weiß, da ist noch ein Highlight - es ist ja auch nicht so, als wäre Sara nur ein halbes Jahr bei uns gewesen - dann finde ich, dass Menschlichkeit überwiegt und man versucht, eine Lösung zu finden, die für alle in Ordnung ist. Ich hätte mir gewünscht, dass man ihr das noch mitgibt und ihr dieses Finale nicht wegnimmt."

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Gegen Bayer Leverkusen (Sonntag, 14 Uhr, live auf Eurosport) sollen alle Spielerinnen, die den Verein verlassen, noch einmal auf heimischen Platz stehen. Neben Gunnarsdottir sind das Noelle Maritz, Hedvig Lindahl, Claudia Neto, Kristine Minde (wechselt nach Rosenborg) und Jana Burmeister (geht nach Barmke). "Unsere Gedanken waren in den letzten Jahren ja schon immer so, dass wenn es im letzten Spiel möglich ist, die Spielerinnen noch ein paar Spielminuten kriegen. Das ist auch nach wie vor so. Ich kann aber nicht versprechen, dass alle von Anfang an spielen", sagt Lerch. Und: "Es tut mir sehr leid, dass sich die Mädels nicht von ihren Fans verabschieden können. In den vergangenen Jahren waren die Verabschiedungen ja schon immer sehr emotional und das sind Momente, die man als Trainer auch nicht vergisst. Man sieht, wie sehr die Spielerinnen an Verein und Fans hängen."