22. Mai 2022 / 12:40 Uhr

Neuer PSG-Vertrag: Wieso Mbappé plötzlich der mächtigste Spieler der Welt ist – und Neymar vor ihm zittert

Neuer PSG-Vertrag: Wieso Mbappé plötzlich der mächtigste Spieler der Welt ist – und Neymar vor ihm zittert

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Am Samstag wurde im vollen PSG-Stadion die Vertragsverlängerung von Kylian Mbappé (r.) gefeiert.
Am Samstag wurde im vollen PSG-Stadion die Vertragsverlängerung von Kylian Mbappé (r.) gefeiert. © IMAGO/HMB-Media
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Kylian Mbappé entschied sich gegen einen Wechsel zu Real Madrid und unterschrieb bei Paris Saint-Germain einen neuen Vertrag bis 2025. Dieser bringt ihm Mitspracherecht bei Transfers sowie der Besetzung von wichtigen Posten im Klub. So viel Macht hatte noch kein Spieler bei einem Verein. 

Nach der spektakulären Vertragsverlängerung von Kylian Mbappé haben die Verantwortlichen von Paris Saint Germain keine Zeit verloren. Noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag soll die Entlassung von Sportdirektor Leonardo beschlossen worden sein und zeitnah offiziell verkündet werden. Es war einer der Wünsche von Mbappé, der mit dem Brasilianer nie klar kam. Bei den Vertragsverhandlungen forderte er deutlich mehr Kompetenz auf diesem Posten. In den kommenden Tagen wird dann voraussichtlich Leonardos Nachfolger bekanntgegeben. Es soll der Portugiese Luis Campos werden: Als Mbappé bei der AS Monaco 2016 zum Profi wurde, galt Campos als einer seiner anvertrauten Personen.

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PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi soll Mbappé eine Liste von Punkten versprochen haben, damit PSG besser denn je aufgestellt ist, um endlich die Champions League in den kommenden drei Jahren nach Paris zu holen. Mit diesem Deal bis 2025 hat auch Paris das Zeichen gesendet, dass sich Mbappé mittelfristig bekennt und Real Madrid vorerst definitiv den Rücken kehrt. Nicht zu vergessen: Der Ur-Pariser ist erst 23 Jahre alt.

Auch wenn er sich mit Mauricio Pochettino gut verstanden hat, weiß der französische Wunderstürmer, dass der Argentinier die Kabine in den 18 Monaten wo er auf der Bank saß nie richtig in den Griff bekam. Mbappé und ganz Paris träumen nun von Zinedine Zidane. Seit mittlerweile einem Jahr und seinem Weggang von Real Madrid ist "Zizou" vereinslos. Bekam Mbappé vor seiner Unterschrift die Info, dass der ehemalige Kapitän der französischen Nationalmannschaft zugesagt hat? Die Verkündung des Pochettino-Aus wird in Kürze erwartet und in den kommenden Tagen wird dann der Nachfolger wohl vorgestellt.

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Neymar steht auf der Liste der Abgänge

Noch nie hatte ein Spieler so viel Macht bei einem Verein wie nun Mbappé bei PSG. Auch bei den Planungen der neuen Gestaltung des Kaders darf er mitbestimmen: Wer gehen soll, wer verpflichtet werden soll, auf welcher Position, usw.

Auf der Liste der Abgänge steht dem Vernehmen nach auch der Name Neymar. Fünf Jahre nach seinem Rekord-Wechsel vom FC Barcelona zu PSG für 222 Millionen Euro konnte der brasilianische Torjäger bei einem Gehalt von knapp vier Millionen Euro netto pro Monat (!) nie richtig überzeugen - zwischen Lustlosigkeit, mangelnder Professionalität und häufigen Verletzungen, sodass er kaum die Hälfte aller Pflichtspiele bestreiten konnte. "Solange Neymar bei PSG spielt, werden die Pariser die Königsklasse nie gewinnen können", behauptete Jérôme Rothen, ehemaliger Flügelspieler von PSG und heute Moderator bei RMC Sport. "Damit die Mannschaft spielerisch weiterkommt und eine Einheit bildet, muss er weg, sonst werden die europäischen Ziele nie erreicht."

Vor einem Jahr wurde aber sein Vertrag bis Juni 2025 verlängert (Option bis 2026). Im Nachhinein handelt es sich um den größten Fehler der Bosse seit Katar 2011 bei PSG einstieg. Für ihn einen Abnehmer zu finden, wird bei diesen exorbitanten finanziellen Rahmenbedingungen so gut wie unmöglich sein. Nichtsdestotrotz soll Mbappé einen Abgang von Neymar befürworten, weil ihm völlig bewusst ist, dass er seine hohen internationalen Ambitionen (Champions-League-Triumph, Ballon d´Or, usw) nur mit Einzelkönnern um sich herum nicht erreichen kann.

Lange Zeit hatte Mbappé seine Zukunft zwar bei Real Madrid gesehen, aber die Tatsache, dass die Königlichen bereits ohne ihn am kommenden Samstag das Finale der Champions League gegen Liverpool bestreiten werden, hat ihn gebremst. In Paris kann er in die Geschichte eingehen und der ganz große Star werden, während er in Madrid ein Star unter vielen gewesen wäre. Erst am Freitag hat er sich endgültig für einen Verbleib entschieden. Er möchte gern bleiben, aber nur wenn der Klub all seine Versprechungen hält, so der Tenor. Vergangenen Sonntag sagte Mbappé, er habe seine Entscheidung getroffen. Zu diesem Zeitpunkt dachte er noch eher an Real…

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