30. Juni 2020 / 13:57 Uhr

Neuer Turbine-Trainer Sofian Chahed: "Musste keine zweimal überlegen"

Neuer Turbine-Trainer Sofian Chahed: "Musste keine zweimal überlegen"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Jetzt ist es offiziell: Sofian Chahed wurde bei Turbine Potsdam als neuer Cheftrainer präsentiert.
Jetzt ist es offiziell: Sofian Chahed wurde bei Turbine Potsdam als neuer Cheftrainer präsentiert. © dpa
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Frauen-Bundesliga: Der neue Chefcoach von Turbine Potsdam spricht bei seiner Vorstellung über die neue Aufgabe. Präsident Rolf Kutzmutz berichtet von Trainersuche "unter Zeitdruck".

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Jetzt ist es perfekt! Sofian Chahed wird neuer Cheftrainer des 1. FFC Turbine Potsdam. Der Frauenfußball-Bundesligist präsentierte den 37-jährigen Ex-Profi von Hertha BSC und Hannover 96 am Dienstagvormittag als Nachfolger von Matthias Rudolph, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Dass der gebürtige Berliner mit tunesischen Wurzeln beim sechsfachen Deutschen Frauenfußball-Meister anheuert, hatte sich bereits am Sonntag abgezeichnet, als Chahed als Tribünengast das letzte Saisonspiel der Turbinen gegen Hoffenheim (2:1) verfolgte.

„Als die Anfrage kam, musste ich keine zweimal überlegen“, erklärte der neue Coach, der in den vergangenen vier Jahren verschiedene Nachwuchsteams des Bundesligisten Hertha BSC trainiert hatte, zuletzt die U16. „Turbine Potsdam gehört zu den ersten Adressen im Frauenfußball. Der Verein hat eine große Tradition und verfügt über tolle Fans und eine hervorragende Nachwuchsarbeit. Ich freue mich sehr darauf, an der Erfolgsgeschichte künftig mitschreiben zu dürfen“, so Chahed zu seiner neuen Aufgabe, zu der auch gehört, die Nachwuchsteams des Clubs im Blick zu behalten. Schon nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen um Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz habe er „ein gutes Bauchgefühl“ gehabt. Hertha sei darüber von Beginn an informiert gewesen und habe ihm bei dem kurzfristigen Wechsel – Sofian Chahed sollte eigentlich die U15 der Berliner übernehmen – keine Steine in den Weg gelegt.

In Bildern: 50 ehemalige Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam – und was aus ihnen wurde

Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. ©

Das könnte auch mit einer zunächst auf drei Jahre festgelegten Kooperation des Hauptstadtclubs mit dem 1. FFC Turbine zusammenhängen, die am Dienstag von Seiten der Hertha ebenfalls verkündet wurde. „Die Berliner werden die Blau-Weißen aus der brandenburgischen Landeshauptstadt während dieser Zeit finanziell unterstützen und auf sportlicher und inhaltlicher Ebene mit Turbine kooperieren“, teilten die Berliner mit. Bei Turbine betonte man, dass die Trainerentscheidung unabhängig von der sich anbahnenden Zusammenarbeit erfolgt sei. Zudem werde die Eigenständigkeit des Traditionsvereins aus Potsdam gewahrt. „Turbine Potsdam als reiner Frauenfußballverein steht überwiegend mit Lizenzvereinen im sportlichen Wettbewerb. Durch die Kooperation mit Hertha BSC bekommen wir eine wirksame Unterstützung“, so Turbines Vereinschef Rolf Kutzmutz.

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15 Kandidaten in der engeren Auswahl

Er verriet außerdem: „Der Zeitdruck bei der Trainersuche war enorm.“ Die Vorstellung eines neuen Cheftrainers zähle zudem zu den Erfahrungen, die man erst sammeln müssen. Schließlich hatte es in der Turbine-Vergangenheit nicht viele Trainerwechsel gegeben. Chaheds Vorgänger Rudolph, der seinen Lehrerjob für einen hauptamtlichen Trainerposten nach Vereinsangaben nicht aufgeben wollte, hatte 2016 Urgestein Bernd Schröder nach 45-jähriger Tätigkeit für den Verein abgelöst. Etwa 15 Kandidaten seien nun in der engeren Auswahl für den Posten gewesen, bemerkte Kutzmutz. Die Verbundenheit mit der Region Berlin-Brandenburg habe bei der Entscheidung durchaus eine Rolle gespielt.

Der Neue auf Turbines Trainerbank freut sich auf seine erste Herausforderung im Frauenfußball. „Mit der Materie Frauenfußball habe ich mich intensiv beschäftigt.“ Und Talente habe er schließlich schon in der Hertha-Akademie erfolgreich ausgebildet – und dabei 2018 auch schon mal ein Testspiel gegen die Turbine-Frauen bestritten. Konkrete Ziele wolle er mit der Mannschaft erarbeiten, so Chahed. Diese konnte er am Dienstag bereits kennenlernen. Auch Gespräche mit den Neuzugängen werde es zeitnah geben. Weitere Verstärkungen schließt der neue Turbine-Trainer nicht aus. „Ich habe meine Augen überall“, sagte er. Jetzt stehe „Planung, Planung, Planung“ an, ehe sich der Berliner auch noch eine Woche Urlaub gönnt. Am 20. Juli startet in Potsdam die Saisonvorbereitung.

Gefragter Gesprächspartner am ersten Tag: Sofian Chahed.
Gefragter Gesprächspartner am ersten Tag: Sofian Chahed. © Christoph Brandhorst
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Dirk Heinrichs bleibt Co-Trainer

An der Seite von Sofian Chahed wird weiterhin Dirk Heinrichs als Co-Trainer von Turbine Potsdam fungieren. Neu dabei ist Eric Steinborn, der ebenfalls als Assistenztrainer an Bord ist und sich in erster Linie um Fitness und Athletik der Spielerinnen kümmern soll. Ein Torwarttrainer könnte den Trainerstab nach SPORTBUZZER-Informationen noch ergänzen. Das Funktionsteam kennenzulernen, gehöre nun zu seinen ersten Aufgaben, betonte der neue Potsdamer Cheftrainer bei seiner Präsentation am Dienstag.