21. Januar 2021 / 18:50 Uhr

Neuer Verein für Steven Wolter: "Es juckt nochmal in den Füßen"

Neuer Verein für Steven Wolter: "Es juckt nochmal in den Füßen"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Steven Wolter (am Ball) will es nochmal wissen
Steven Wolter (am Ball) will es nochmal wissen © Dirk Becker
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Landesliga Nord: Der 35-Jährige wechselt von Union Neuruppin zu Eintracht Alt Ruppin - auch Nico Wolf ist neu im Waldstadion.

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Auf dem Transfermarkt Ausschau halten, das kann jeder. „Im Winter aber auch Erfolg zu haben, das ist nicht einfach“, betont Frank Neumann. Umso stolzer ist der Sportliche Leiter des SV Eintracht Alt Ruppin, dass er es trotz der Ungewissheit inmitten der Corona-Pandemie geschafft hat, zwei Spieler für den Landesliga-Kader ins Waldstadion zu locken.

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Die erste Personalie überrascht, kommt sie doch vom Lokalrivalen aus Gildenhall: Steven Wolter, der lange Jahre eines der Gesichter des SV Union Neuruppin war, trägt künftig das Trikot der Eintracht. „Zumindest erstmal für ein halbes Jahr, genauer gesagt für den Rest dieser Saison“, erklärt der 35-Jährige mit einem Schmunzeln. Im letzten Sommer entschied er für sich selbst, kürzer treten zu wollen. Während sein jüngerer Bruder Dustin der Unioner Landesklassen-Elf im Notfall noch zur Verfügung stehen wollte, so schnürte Steven nur noch für die Altherren-Truppe die Töppen. Auch wenn der Amateurfußball in jeglichen Altersklassen in den letzten Monaten sehr kurz kam, so stellte „Wolle“ die Rolle bei den Altherren nicht zufrieden.

In Bildern: Eintracht Alt Ruppin feiert knappen Derbysieg bei Union Neuruppin.

In einem vom Niveau her überschaubarem Landesklassen-Derby zwischen Union Neuruppin und Eintracht Alt Ruppin setzten sich die Gäste um Trainer Daniel Kraatz nach einer furiosen Schlussphase vor 275 Zuschauern mit 1:0 durch. Kurz vor Ultimo gelang Patrick Mann der umjubelte Siegtreffer für den Spitzenreiter, anschließend sah Unions Jannis Steinke noch die Gelb-Rote Karte. Zur Galerie
In einem vom Niveau her überschaubarem Landesklassen-Derby zwischen Union Neuruppin und Eintracht Alt Ruppin setzten sich die Gäste um Trainer Daniel Kraatz nach einer furiosen Schlussphase vor 275 Zuschauern mit 1:0 durch. Kurz vor Ultimo gelang Patrick Mann der umjubelte Siegtreffer für den Spitzenreiter, anschließend sah Unions Jannis Steinke noch die Gelb-Rote Karte. © Marius Böttcher

„Es juckt dann doch nochmal in den Füßen, so richtig gefordert wird man am Sonntagvormittag leider nur sehr selten“, gibt Steven Wolter zu. Vor allem die nicht existierenden Trainingseinheiten unter der Woche habe der gebürtige Neuruppiner, der das Fußball-Abc bis zu den B-Junioren bei Union Neuruppin erlernt hat, vermisst. Nach einem kurzen Intermezzo beim MSV kehrte er an die andere Seeseite zurück, feierte mit den engen Freunden in Gildenhall den ersten Landesklassen-Aufstieg. Nach dem späteren Abstieg heuerte er dann drei Jahre bei Alt Ruppin an – schon damals unter der Leitung von Daniel Kraatz. „Seither haben wir einen guten Draht“, bemerkt Wolter, der auch noch zwei Jahre für Schwarz-Rot Neustadt kickte, ehe er sich seit 2011 wieder Unioner nennen konnte.

Sein Herz hängt an Union, daher fällt es doppelt schwer, den Verein zu wechseln. Die Angebote aus der Landesliga – neben Alt Ruppin streckte auch Schwarz-Rot Neustadt um Trainer Silvano Fiore die Fühler aus – ehrten Steven Wolter aber sehr: „Die Entscheidung war nicht gegen Neustadt, sondern für Alt Ruppin. Ein Berufswechsel und der kürzere Weg spielten da eine große Rolle. Dass ich nochmal so eine Chance erhalte, ist extrem attraktiv. Ich will es mir selbst beweisen, auch wenn es nur für ein paar Spiele ist.“ Denn Eintracht-Coach Daniel Kraatz will seinen Kader grundsätzlich verjüngen: „Und auch ausdünnen, in der Landesliga kommen einige Jungs an ihre Grenzen. Die Erfahrung von Steven kann uns aber für den Rest der Saison, vielleicht sogar darüber hinaus noch ein Jahr mehr, enorm helfen.“

Nico Wolf kommt aus Wildberg

Jene Entscheidung überlässt er aber seinem neuen Schützling. Wolter: „Erstmal ist das nur bis zum Saisonende geplant. Da das aktuell eh noch alles sehr ungewiss ist, muss man abwarten, wie diese Saison überhaupt beendet wird.“ Im Altherren-Bereich würde der Routinier auch wieder nach Gildenhall zurückkehren wollen, erst einmal fiebert er aber dem Abenteuer 7. Liga entgegen. Auf wen er sich im Waldstadion am meisten freut, das weiß Steven Wolter, der im Juli zum zweiten Mal Vater wird, ebenfalls schon ganz genau: „Jannis Neumann ist ja im Sommer von Union nach Alt Ruppin gewechselt, worüber ich sehr traurig war. Er ist wie ein Ziehsohn für mich, ihn wieder öfter zu sehen, das weckt die Lust in mir.“

Der zweite Neuzugang ist Nico Wolf, der zuletzt dem Kreisliga-Ost-Vertreter TuS Wildberg angehörte. „Nico hat in den letzten Jahren wenig Fußball gespielt, weil er als Koch arbeitsbedingt in der Schweiz lebte“, verrät Neumann. Nun ist der 24-Jährige, der beim MSV Neuruppin eine gute sportliche Ausbildung genoss und die zweite Männermannschaft sogar als Kapitän zum Staffelsieg in der Kreisliga führte. Auch Trainer Daniel Kraatz freut sich über die Verpflichtung: „Nico ist ein junger Mann aus der Region, der sich bei uns weiterentwickeln soll. Er ist flexibel einsetzbar und kann sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr eine Verstärkung darstellen.“