20. Dezember 2017 / 20:02 Uhr

Neuer Vertrag: Max Grün will beim VfL Wolfsburg verlängern

Neuer Vertrag: Max Grün will beim VfL Wolfsburg verlängern

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Max Grün
Großer Rückhalt: Max Grün vom VfL Wolfsburg.
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Er hielt, was zu halten war – und wurde somit zum Helden: Max Grün, der VfL-Ersatzkeeper. Da wurden Erinnerungen an die erste Pokalrunde in der Saison 2014/15 wach, als der 30-Jährige im Spiel bei Darmstadt 98 fürs Weiterkommen sorgte. Grün hielt die Elfer von Maurice Exslager und Milan Ivana, anschließend verschwand er unter einer Jubeltraube. Wie am späten Dienstagabend beim 2:0 des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten in Nürnberg. Da wurde er als Ex-Kicker von FCN-Rivale Greuther Fürth ausgepfiffen.

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Aber Grün blieb ganz cool. „Die Fans in Nürnberg kennen meine Vergangenheit ja auch. Ich habe die Antwort auf den Platz gegeben“, sagte Wolfsburgs Nummer 2, die diesmal erste Wahl war, weil Stammkeeper Koen Casteels (Probleme mit dem Hüftbeuger) sich verletzt hatte. Trotz der Pfiffe genoss Grün den Abend, der Sieg schmeckte doppelt so gut. „Es wäre gelogen, wenn ich Nein sagen würde. Ich habe noch nie in Nürnberg verloren – und das soll auch so bleiben“, meinte Grün schmunzelnd.

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In Wolfsburg wissen sie, was sie an ihm haben. Grün haut sich trotz seiner Ersatzrolle immer voll rein im Training, in der Kabine hat sein Wort Gewicht. Der Schlussmann gehört zum Mannschaftsrat und kann sich gut  vorstellen, noch lange beim VfL zu bleiben. Aber: Kommt das auch so? Sein Vertrag läuft im Sommer aus. „Der eine möchte das, der andere möchte das. Da müssen wir einen Weg finden. Wir schauen mal, was der Januar bringt. Ich würde mich freuen, beim VfL bleiben zu können“, bestätigt der Torhüter, der Wolfsburg als „meine Heimat“ bezeichnet, hier ein Haus gekauft hat.

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Die Gespräche über seine Zukunft laufen, Trainer Martin Schmidt jedenfalls baut weiterhin auf Grün. Er lobt: „Max ist ein Pokal-Torwart und ein Mentalitäts-Monster, im Training, aber auch in K.o.-Spielen. Wir wussten, dass er in dem lauten Stadion, der richtige Torwart ist.“ Die Selbstmotivation sei das Wichtigste, was er mitbringe. „Am Sonntagmorgen beim Fünf gegen Fünf im Training etwa kann er nicht verlieren. Und wenn er verliert, schreibt er dir am Nachmittag eine SMS: ‚Hey Coach, können wir das auf Video noch mal angucken? Ich glaube, der letzte war nicht drin.’ Wenn ich ihm sage: ‚Hör’ auf, hak’ das ab.’ Dann sagt er: ‚Nein, ich kann nicht verlieren. Der ganze Sonntag ist im A...’“ So funktioniere eben Grün. Schmidt weiter: „Das ist eine Mentalität, die man gern in der ganzen Breite hat. Die hat er diesmal auch gut in die Waagschale geworfen.“

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Geht es nach Schmidt, sollte Grün beim VfL verlängern. Der Coach fügt hinzu: „Max ist ein optimaler zweiter Torwart. Deshalb ist es eine gute Konstellation mit ihm und Koen. Wenn du zwei gleichstarke hast, dann ist es nicht gut, und wenn der zweite zu weit weg ist, dann verspürt der erste keinen Druck. Koen wird das Spiel sehen und sagen: ‚Hoppla, da ist ja noch jemand.’“ Jemand, der sich mit Stadt und Klub identifiziert und „auf Tage und Momente“ wie am Dienstagabend beim Pokalfight „hinarbeitet“.