16. November 2020 / 16:58 Uhr

Neuer Wolfsburg-Vertrag nicht sicher: Gerhardt im Winter weg?

Neuer Wolfsburg-Vertrag nicht sicher: Gerhardt im Winter weg?

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Engels Gerhardt
Führt demnächst die Gespräche mit dem VfL Wolfsburg: Stephan Engels (kl. Bild), der Berater von VfLer Yannick Gerhardt.
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Bleibt er? Geht er? Demnächst will der VfL Wolfsburg die Gespräche mit Yannick Gerhardt aufnehmen, der Vertrag des Ex-Kölners läuft im Sommer aus. Wie ist der Stand der Dinge? Was sagt sein Berater?

Am Montag hatten die VfL-Profis frei, bevor am Dienstag (noch ohne Nationalspieler) die Vorbereitung auf das Schalke-Spiel am Samstag (15.30 Uhr) beginnt. Mit dabei ist dann auch Yannick Gerhardt. Beim laufstarken Mittelfeldspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten wird sich demnächst entscheiden, ob sein im nächsten Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird oder ob es Gerhardt zu einem anderen Klub zieht. Seinem Berater Stephan Engels liegen Anfragen anderer Vereine bereits vor. "Aber zunächst einmal werden wir mit Wolfsburg reden", betont der Ex-Profi. "So haben wir das mit Jörg Schmadtke vereinbart und daran halten wir uns."

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Es gebe jedoch auch andere Klubs, die Gerhardt im Visier haben. "Mein Telefon hat schon mehrfach geklingelt...", sagt Engels. Die Interessenten wollten wissen, "wo der Weg hingeht, ob der im Sommer ablösefreie Spieler wechselt oder ob er bleibt". Dass auch andere Klubs Gerhardt beobachten, sei doch "selbstverständlich. Das ist ein deutscher Spieler, ein Linksfuß mit einem Top-Charakter und großem Willen. Da ist es doch klar, dass sich der eine oder andere meldet. Da muss man auch nicht drumherum reden", so Engels weiter.

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Die VfL-Verantwortlichen um Manager Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer werden zeitnah die Gespräche mit Gerhardt und dessen Berater aufnehmen. Beim VfL ist man zufrieden mit dem Mittelfeldspieler, eine Verlängerung ist möglich, aber Gerhardt wird bei einer Verlängerung wohl auf Gehalt verzichten müssen, weil die finanziellen Voraussetzungen beim VfL nun andere sind als noch im Sommer 2016, als Gerhardt vom 1. FC Köln zum VfL gewechselt war.

Im letzten Auswärtsspiel beim 1:1 des VfL bei Hertha BSC hatte Gerhardt in dieser Bundesliga-Saison zum zweiten Mal in der Startelf gestanden und eine ordentliche Leistung abgeliefert, in der Partie danach gegen Hoffenheim war er von der Bank gekommen. Engels: "Er ist in jedem Spiel zum Einsatz gekommen, das ist okay." Gleichwohl sei es schon so, dass Gerhardt noch mehr spielen möchte. "Aber das will jeder Spieler", so der Berater, der weiß, dass die Zeit beim VfL für den 26-Jährigen nicht immer wie gewünscht gelaufen ist.

Häufiger war er zwischen Bank und Startelf gependelt. Auch zuletzt war das so, trotzdem: "Stand jetzt ist das eine Geschichte, wo man sagen kann: Wir machen hier weiter, aber noch ist nichts entschieden." Zunächst einmal müssten die Gespräche geführt werden. Sollte es in denen keine Einigung geben, ist es dann denkbar, dass Gerhardt den Klub im Winter verlässt? Engels winkt ab: "Warum sollte er im Winter gehen, wenn er nächsten Sommer ablösefrei wäre?" Das ist die Sicht des Spielers - aus Vereinssicht kann es sehr wohl sinnvoll sein, Gerhardt schon im Winter abzugeben - denn ohne Einigung in Sachen Vertragsverlängerung wäre das dann die letzte Gelegenheit, zumindest noch etwas Ablöse für den Mittelfeldmann (kam für 13 Millionen Euro plus Nachschlag) zu bekommen.

Sollte es zu keiner Einigung mit Gerhardt kommen, muss der VfL in seinem Kader im Mittelfeld nicht zwingend nachbessern, denn mit Ridle Baku wurde im Oktober ein Spieler geholt, der wie Gerhardt im Mittelfeld spielen kann. Und für hinten rechts - da, wo Baku gerade spielt - kommen mit Kevin Mbabu und William zwei lange verletzte Spieler nun wieder zurück.