05. Mai 2017 / 08:01 Uhr

Neuhaus muss gegen 1860 München improvisieren

Neuhaus muss gegen 1860 München improvisieren

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Uwe Neuhaus Dynamo Dresden Pressekonferenz
Uwe Neuhaus bei der Pressekonferenz vor dem Spiel am Donnerstag. © Imago
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Dynamo Dresden plagen vor dem Spiel am Freitagabend erhebliche Personalprobleme.

Dresden. Die Mannschaft ist mit ihren Gedanken noch nicht am Strand. Davon ist Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus vor dem gegen den TSV 1860 München am Freitagabend (18.30 Uhr) überzeugt: „Sie hat im Training gezeigt, dass sie willens ist, den Bock umzustoßen und in die Erfolgsspur zurückzukehren.“ Fraglich für das Umfeld ist hingegen, mit welcher Aufstellung der Tabellenfünfte am Abend nach vier sieglosen Spielen die Partie gegen die „Löwen“ beginnt. Von Bestbesetzung kann bei den Schwarz-Gelben jedenfalls keine Rede sein, Personalprobleme engen die Möglichkeiten des Trainers erheblich ein. Der Westfale muss daher einmal mehr sein Improvisationstalent unter Beweis stellen.

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Im Sturm fehlen ihm Top-Torjäger Stefan Kutschke (5. Gelbe Karte) und Pascal Testroet (Muskelfaserriss), in der Abwehr kann Giuliano Modica (Schulterprobleme) nicht spielen. Im defensiven Mittelfeld gibt es auch eine offene Baustelle. Kapitän Marco Hartmann steht nach seiner Bauchmuskelzerrung erst seit zwei Tagen wieder im Mannschaftstraining. Manuel Konrad, sein Vertreter in den letzten Begegnungen, meldete sich indes mit einem Muskelfaserriss ab. Ob Neuhaus Hartmann nach fünf Spielen Pause notgedrungen wieder bringt, das will er offenbar erst kurz vor dem Spiel entscheiden. „Wir müssen abwägen, ob es Sinn macht, nicht zu risikobehaftet ist und zu weiteren Verletzungen führt, die sich dann auf die Vorbereitung für die neue Saison auswirken“, sagte Neuhaus. Wohl ist ihm beim Gedanken nicht, dass Hartmann nach einer falschen Bewegung erneut ausfallen könnte: „Wenn er die Urlaubspläne nicht einhalten kann, dann wäre das die schlechteste Situation.“

Chance für Starostzik?

Doch wer könnte sonst auf der Sechs spielen? Vielleicht Andreas Lambertz, vielleicht auch Jannik Müller. Letzterer hätte das Zeug dazu, doch wird er wohl als Ersatz für Modica gebraucht, bei dem sich übrigens abzeichnet, dass er den Verein nach zwei Jahren verlassen muss. Zwei Angebote hätten sein Berater und er im Herbst ausgeschlagen, ließ Sport-Geschäftsführer Ralf Minge unter der Woche verlauten, nachdem sich Modicas Berater Silvio Meißner öffentlich über ein fehlendes drittes beklagt hatte.

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Anders als der in diesem Jahr oft gehandicapte und nicht ganz so starke Modica ist Hendrik Starostzik wieder einsatzfähig, der Ex-Stuttgarter könnte ebenfalls neben Florian Ballas in der Innenverteidigung aushelfen. Vielleicht kriegt auch Nils Teixeira eine Chance, sich vor heimischem Publikum mit einem längeren Einsatz zu verabschieden.

"Rache ist ein schlechter Ratgeber." (Uwe Neuhaus)

Im Angriff kommen für Neuhaus vor allem Marcos Álvarez und Erich Berko als Vertreter des gesperrten Kutschke in Betracht. Auf einen von beiden festlegen wollte sich der Coach gestern nicht: „Das würde ich gern offen lassen.“ Dem 4-3-3 von 1860 werde man jedoch die bestmögliche Variante entgegensetzen: „Wir haben uns da etwas einfallen lassen.“

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Erfahrungswerte aus dem Hinspiel kann er in seine Entscheidungsfindung zwecks Aufstellung und Taktik jedenfalls kaum einfließen lassen. Das bittere 0:1 in München habe zwar „unsagbar weh“ getan, sei aber jetzt keine Hilfe bei der Spielvorbereitung, weil die Münchner kaum wiederzuerkennen sind: „Die Mannschaft ist eine völlig andere, das System ist anders, der Trainer ein anderer. Das müssen wir neu angehen.“ Revanchegelüste bei seinen Spielern anzuheizen, das ist für ihn nicht der richtige Weg: „Rache ist ein schlechter Ratgeber.“ Neuhaus glaubt vielmehr: „Was wir brauchen ist eine vernünftige Einstellung. Die kann ich erwarten – ohne dass das Hinspiel verloren wurde. Die kann ich auch erwarten, wenn das Hinspiel gewonnen wurde.“ Seine Spieler sehen das offenbar ähnlich – zumindest Linksverteidiger Philip Heise. Der Düsseldorfer möchte die tolle Saison nicht im Unfrieden beenden: „Wir sollten aufpassen, dass wir nicht langsam unser Gesicht verlieren.“

Schiedsrichter ist Robert Schröder (31) aus Hannover.