29. Dezember 2019 / 20:52 Uhr

Neujahrsturnier in Greifswald: Der Sieger trägt Blau-Weiß

Neujahrsturnier in Greifswald: Der Sieger trägt Blau-Weiß

Alexander Kruggel
Ostsee-Zeitung
So sehen Sieger aus: Die Blau-Weißen um Andreas Reiter (oben, 2.v.l.) spielten sich bei den 18 Herrenmannschaften ganz nach oben.
So sehen Sieger aus: Die Blau-Weißen um Andreas Reiter (oben, 2.v.l.) spielten sich bei den 18 Herrenmannschaften ganz nach oben. © Alexander Kruggel
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Der FSV Blau-Weiß Greifswald erkämpfte sich bei der 42. Auflage des Neujahrsturniers den Sieg. Trainer Andreas Reiter mischte auch mit.

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Greifswald. 18 Mannschaften hatten drei Tage lang um den Sieg beim 42. Neujahrsturnier des Fußballverbandes Vorpommern-Greifswald gekämpft. Im Finale standen sich schließlich der FSV Blau-Weiß Greifswald und der SV Siedenbollentin gegenüber. Die Uhr zeigte noch gut eine Minute Spielzeit an, da wechselte sich FSV-Trainer Andreas Reiter selbst ein – für seinen Torwart Niclas Schulze. Reiters Team liegt mit einem Tor hinten, der Gleichstand würde die Mannschaft ins Neunmeterschießen retten. Jetzt rücken die Greifswalder ihren Gegnern mit fünf Feldspielern auf die Pelle – aber dafür nur mit provisorischem Keeper...

Finale mit Neunmeterschießen entschieden

„Hallenturniere habe ich immer gern gespielt – als Kind schon!“, erzählt Andreas Reiter. Eigentlich ist die Funktion des 38-Jährigen eine ganz andere. Als Trainer der Landesliga-Mannschaft des FSV steht er bei Spielen in der Regel an der Seitenlinie und gibt die Kommandos. Jetzt mit seinen Spielern und einem Teil der A-Jugend des Vereins auf der Platte zu stehen, bringt ihn aber überhaupt nicht in Verlegenheit: „Ich bin Spieler. Heute darf ich genauso Kritik empfangen, wie jeder andere auch“, erzählt Reiter.

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Grund dafür hatte nach dem Finalspiel gegen Siedenbollentin aber niemand, denn der Plan des Spielertrainers ging auf: Höchstpersönlich schoss Reiter in letzter Minute den Treffer zum 2:2-Ausgleich und rettete sein Team so in das Neunmeterschießen. Nach einer kurzen Verschnaufpause würde feststehen, wer den Pokal mit nach Hause nimmt.

Auch FC Insel Usedom schickt Co-Trainer ins Rennen

In seiner Rolle als spielender Coach war Andreas Reiter beim Neujahrsturnier kein Einzelfall. In der Vorrunde trafen die Blau-Weißen unter anderem auf das Team des FC Insel Usedom, das mit Andreas Bartel seinen Co-Trainer ins Rennen schickte. „Ich habe fast ein halbes Jahr nicht gespielt, aber es macht immer noch Spaß“, erzählt Bartel, der mit seinen 40 Jahren fast beim „Oldies“-Cup der Hallenturnierserie hätte starten können.

Zwölf Minuten können lang sein

„Durch die Bande ist der Ball fast immer im Spiel. Das geht ganz schön auf die Kondition. Da können die 12 Minuten Spielzeit auf einmal sehr sehr lang werden“, springt Bartels Innenverteidiger, Martin Schmidt, ihm bei. Der 36-Jährige zählt ebenfalls zu den älteren Semestern der FCU-Vertretung. Aber genau darum gehe es dem Verein. Beim Neujahrsturnier sollen bei den Usedomern die erfahreneren Spieler mit der A-Jugend zusammenfinden. Außerdem mache das Traditionsevent einfach Spaß, sind sich Bartel und Schmidt einig.

Beim Neunmeter-Vergleich steht es inzwischen 2:1 für Blau-Weiß. Der Siedenbollentiner Nico Hinrichs, der im Finale die beiden regulären Tore für den SV erzielt hatte, macht sich auf zum Neunmeter-Punkt – und verschießt. Marco Sander hat die Chance, den Sieg für den FSV einzutüten. Sander zieht ab – und der Ball landet in den Händen von SV-Keeper Oberländer. Das Neunmeterschießen geht noch einmal in die Verlängerung.

Traditionsevent Neujahrsturnier

Fußball spielen, wenn bei anderen noch der Gänsebraten vom Weihnachtsfest schwer im Magen liegt. Warum tut man sich das an? „Ich kannte das Neujahrsturnier schon, als ich sechs Jahre alt war“, erzählt Reiter. Er möge das Event schon immer und fühle sich dort einfach wohl. „Und so häufig hat man auch nicht die Gelegenheit, einen Wettbewerb mit Bande zu spielen“, findet der 38-Jährige. Gewonnen habe er schon mehrmals. 2017 stand er das letzte Mal im Finale. Das gewann vor zwei Jahren allerdings der Greifswalder FC. Bei der letzten Auflage standen der FC Insel Usedom und Rot-Weiß Wolgast im Finale – für beide Teams war in diesem Jahr nach der Vorrunde Schluss.

Gust schießt FSV zum Sieg

Im Finale schaut nun alles auf Nico Gust. Trifft er, geht der Sieg an den FSV. Gust legt sich den Ball zurecht, nimm Maß und schießt. Wieder ist Oberländer mit der Hand am Ball, aber der Schwung reicht. Das Leder zappelt im Netz. Blau-Weiß ist der Turniersieger.

Zähne zusammenbeißen

„Eigentlich wollte ich gar nicht mitspielen“, räumt Gust nach der Partie ein. Am Morgen der Endrunde hätten dem 31-Jährigen noch die Knochen vom Vortag geschmerzt. „Es ist wirklich ein sehr schönes Turnier, aber auch sehr anstrengend“, sagte der Stürmer, „Aber wenn man erst einmal auf der Platte steht, dann muss man die Zähne zusammenbeißen – alle anderen machen das ja auch!“Seine Mühe wurde belohnt. Gust erspielte sich neben dem Turniersieg auch noch den Titel als Torschützenkönig. Eine Sache war ihm dann aber doch noch wichtiger als der Sieg: „Ich bin froh, dass sich heute niemand von uns verletzt hat, denn auch in der Landesliga haben wir noch ein paar Aufgaben zu erledigen.“

Die Fotos des Jahres 2019 aus dem deutschen Amateurfußball:

Alle auf den Ball! Bei der vom SPORTBUZZER mitveranstalteten #Bolzplatzhelden-Turnierserie in Göttingen zeigen die F-Junioren vollen Einsatz. Zur Galerie
Alle auf den Ball! Bei der vom SPORTBUZZER mitveranstalteten #Bolzplatzhelden-Turnierserie in Göttingen zeigen die F-Junioren vollen Einsatz. ©

Platzierungen
D-Junioren:

1. Greifswalder FC
2. FSV Blau-Weiß Greifswald
3. SV Kandelin
4. SG Kröslin/Lubmin
5. SV Gützkow
6. FSV Fortuna 90 Neuenkirchen

Herren Ü 45:
1. BFC Dynamo
2. 1.FC Neubrandenburg
3. HFC Greifswald 92
4. Greifswalder FC
5. SV Motor Eggesin
6. SV Kandelin
7. VFB Fortuna Biesdorf
8. GSV Puls 1970

Herren (Endrunde):
1. FSV Blau-Weiß Greifswald
2. SV Siedenbollentin
3. SG Karlsburg/Züssow
4. SV 90 Görmin
5. SV Sturmvogel Lubmin
6. TSV 1860 Stralsund
7. FC Landhagen
8. Greifswalder FC II