28. November 2018 / 11:36 Uhr

Neun Spieler im Kader: Der VfL Wolfsburg macht's mit links

Neun Spieler im Kader: Der VfL Wolfsburg macht's mit links

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das zentrale Dreigestirn Maxi Arnold, Yannick Gerhardt und Elvis Rexhbecaj bildet ein Drittel der Linksfüße im Wolfsburger Kader. Selbst VfL-Trainer Bruno Labbadia verblüfft diese Konstellation. 
Das zentrale Dreigestirn Maxi Arnold, Yannick Gerhardt und Elvis Rexhbecaj bildet ein Drittel der Linksfüße im Wolfsburger Kader. Selbst VfL-Trainer Bruno Labbadia verblüfft diese Konstellation.  © imago/Collage
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Beim VfL Wolfsburg stehen in dieser Saison außergewöhnlich viele Linksfüße auf dem Platz – selbst der erfahrene Bruno Labbadia hat das in diesem Ausmaß noch nicht erlebt.

Es gibt nur wenige Dinge, über die sich Bruno Labbadia nach seinen insgesamt weit über 700 Spielen als Spieler und Trainer im Profifußball noch wundert. Beim VfL Wolfsburg gibt es seit einigen Wochen aber schon noch etwas.

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Denn mit Maximilian Arnold, Yannick Gerhardt und Elvis Rexhbecaj bilden aktuell drei Linksfüße die Mittelfeldzentrale des Fußball-Bundesligisten. „Das habe ich noch nie erlebt“, betont der VfL-Coach, „das ist außer-außergewöhnlich!“

Sieben Linksfüße gegen die Bayern

In seinem Kader tummeln sich ohnehin überdurchschnittlich viele Linksfüße, insgesamt sind es neun Spieler. Labbadia: „Das ist schon sehr viel.“ Beim 1:3 gegen den FC Bayern am 8. Spieltag standen gleich deren sieben in der Startelf: Koen Casteels, Jerome Roussillon, John Anthony Brooks, Renato Steffen und das erwähnte Wolfsburger Mittelfeld-Dreigestirn. Mit Felix Uduokhai saß ein achter Linksfuß auf der Bank, Gian-Luca Itter gilt zudem ebenfalls als überaus talentierter Spieler dieser Gattung. Der VfL macht‘s mit links.

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Im Profifußball gibt es in der Regel weniger Links- als Rechtsfüße, dafür gelten sie gemeinhin als technisch versierter. Psychologen führen das auf die bessere Raum-Wahrnehmung zurück, die von der rechten Gehirnhälfte gesteuert wird – und zudem für die linke Hand und den linken Fuß zuständig ist.

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"Im vorderen Bereich kein Problem"

Doch macht sich der Links-Überschuss auch im Spiel der Wolfsburger bemerkbar? „Im vorderen Bereich ist das überhaupt kein Problem, weil wir oft mit Halbpositionen spielen, wo der Spieler nach innen ziehen kann“, erklärt Labbadia. In der Defensive spielt er aber schon gern mit jeweils einem Rechts- und einem Linksfuß in der Innenverteidigung, „weil ich es für ideal für den Spielaufbau halte und es ein Riesenvorteil für die Spielverlagerung ist“.

Die Karriere von Bruno Labbadia

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Bruno Labbadias Karriere in Bildern ©

Der defensive Trumpf

Als er in der vergangenen Saison das Ruder beim VfL übernahm, musste er mangels Alternativen Rechtsfuß Robin Knoche neben Jeffrey Bruma als linken Innenverteidiger aufbieten. „Da musste er viele Bälle umlaufen“, so Labbadia. In dieser Saison ist Brooks links gesetzt, Uduokhai ist sein Backup. Knoche spielt nun rechts, konkurriert dort mit Rechtsfuß Marcel Tisserand, der aktuell aber verletzt ist.

Umdisponieren musste der Coach in der Vorsaison auch auf der Linksverteidigerposition – dass dort dann meistens Rechtsfuß William spielte, entsprach aber ebenfalls nicht seiner Wunschvorstellung. Es sei „fast zwingend notwendig“, einen Außenverteidiger zu haben, der mit dem starken Fuß auf der jeweiligen Seite „außen marschieren kann“. In der Offensive dagegen kann es bisweilen einen Vorteil bedeuten, mit dem „falschen“ Fuß nach innen zu ziehen, um den Abschluss zu suchen.

Von den 16 Toren der Wolfsburger gehen vier auf das Konto der Linksfüße. Da gibt also noch Luft nach oben, gerade bei den drei noch torlosen zentralen Mittelfeldspielern. Wie das funktioniert, zeigte etwa Brooks mit seinem Saisonauftakt-Tor gegen Schalke, Steffen gegen Leverkusen und Gladbach, sowie Roussillon – gerade erst beim 1:0-Sieg gegen Leipzig.

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