04. März 2021 / 22:40 Uhr

Neunter Sieg in Folge! Rekord eingestellt! Grizzlys Wolfsburg schlagen Krefeld 5:2

Neunter Sieg in Folge! Rekord eingestellt! Grizzlys Wolfsburg schlagen Krefeld 5:2

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of (L-R) Ryan Button, Matti JŠrvinen, Sebastian Furchner und Max Gšrtz von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 2:0 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Krefeld Pinguine am 04.03.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Rekord eingestellt: Ryan Button, Torschütze Matti Järvinen, Sebastian Furchner und Max Görtz feiern das 2:0 beim 5:2 gegen Krefeld. Es war Wolfsburgs neunter Sieg am Stück. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Das ist groß! Ganz gross sozusagen. Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg landete mit dem 5:2 am Donnerstag gegen die Krefeld Pinguine den neunten Sieg in Serie. Damit stellten die Niedersachsen ihre Rekord-Siegesserie ein, die sie 2015 unter Pavel Gross, dem heutigen Coach der Adler Mannheim, aufgestellt hatten.

Gegen das Nord-Schlusslicht wurde die Mannschaft der Stunde im Eishockey-Oberhaus ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Grizzlys Wolfsburg spielten konzentriert gegen die Krefeld Pinguine, ließen wenig anbrennen und gewannen durch Tore von Pekka Jormakka, Matti Järvinen, Gerrit Fauser, Max Görtz und Toto Rech mit 5:2 (2:0, 1:1, 2:1). So stellte das Team von Chefcoach Pat Cortina die Wolfsburger Rekord-Siegesserie (neun Erfolge) aus dem Jahr 2015 unter Trainer Pavel Gross ein und kletterte auf Rang zwei.

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Personal

Personell gab es bei den Grizzlys keine Überraschungen: Gegen das auf dem Papier offensiv schwächer als Berlin einzuschätzende Schlusslicht kam Stürmer Jordan Boucher wieder rein, Verteidiger Phil Bruggisser blieb als überzähliger Importspieler draußen. Zudem hatte in Berlin Abwehrspieler Dominik Bittner sein Comeback gegeben, das er gut verkraftet hat. Die Grizzlys boten so diesmal nur sechs gelernte Abwehrspieler auf.

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Krefeld Pinguinen am 4. März 2021

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Krefeld Pinguinen am 4. März 2021 Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Krefeld Pinguinen am 4. März 2021 © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH/Boris Baschin

So lief das Spiel

Spitzenreiter Eisbären Berlin, möglicherweise von drei Niederlagen in Folge, davon zwei gegen Wolfsburg, angestachelt, hatte kurz zuvor den Tabellenzweiten Bremerhaven mit 5:1 zerlegt. Wolfsburg konnte also selbst auf Platz zwei springen - und tat es. Nach den grundsoliden Leistungen in Berlin war gegen das Schlusslicht vielleicht das Wichtigste, die Sache nicht zu locker anzugehen. Und die Gastgeber machten ernst. Sie diktierten das Spiel und erwiesen sich erneut als effizient. Vom Bullypunkt weg fiel die Führung: Mathis Olimb gewann das Anspiel (was Wolfsburgs selten gelang, weil Krefeld hier sehr stark ist), Jormakka zimmerte direkt drauf - 1:0. Es war das siebte Tor des Finnen im elften Spiel. Nur Spencer Machacek (9) traf öfter - in mehr Einsätzen.

Nikita Shatsky traf für Krefeld mal aus der Distanz den Pfosten, Grizzlys-Keeper Chet Pickard hatte keine Sicht. Kurz danach setzte Sebastian Furchner einen Schuss auf Krefelds jungen Keeper Nikita Quap (18). Der gegen Köln bei seinem DEL-Debüt starke Torwart ließ abprallen, Järvinen sagte "Danke" - 2:0. Die Grizzlys hatten die Sache im Griff. Fauser warnte aber im Pausen-Interview: "In 20 Minuten hat man noch kein Spiel gewonnen. Wir müssen dranbleiben." Er ließ Taten folgen, markierte im Nachsetzen das 3:0, nachdem sein Team auch den zweiten Abschnitt bis dahin dominiert hatte. Dass die Mahnung berechtigt war, zeigte sich dann: Ex-Grizzly Lucas Lessio verkürzte nach Pass durch die Mitte. Dabei tanzte er gekonnt Wolfsburgs Top-Abwehr mit Jeff Likens und Julian Melchiori aus.

"Diese Welle wollen wir reiten, so lange es geht"

Im Schlussdrittel machten die Grizzlys aber sofort deutlich, dass sie nicht lässig werden würden. Sie erhöhten den Druck. Blieb nur noch die Frage - was ist eigentlich mit dem Powerplay, das in der Siegesserie wie am Schnürchen läuft? Nun, die Grizzlys bekamen zum zweiten Mal die Gelegenheit. Es war gleich eine doppelte Überzahl. Und die währte nur 15 Sekunden. Weil Görtz mit dem 4:1 alles klar machte. Für ihn war es auch das siebte Saisontor. Krefeld verkürzte zwar noch, doch Rech sorgte mit seinem Treffer für den Endstand, Wolfsburg siegte weiter.

Dass die Serie eingestellt wurde - "das war in der Kabine null Thema", meinte Kapitän Sebastian Furchner. "Das ist ein Seiteneffekt." Er ordnete korrekt ein: "Wir haben nicht unsere beste Leistung gegeben, aber auf der anderen Seite haben wir viele Sachen gut gemacht, sonst hätten wir nicht gewonnen." Serie hin,. Serie her - Furchner: "Diese Welle wollen wir natürlich reiten, so lange es geht."


App-Test: Um Fans zurück zu bringen

Zwei Finger breit, halb so lang wie ein Kugelschreiber - hilft das, in Corona-Zeiten Zuschauer zu Events zurückzubringen, weil sich das alle Veranstalter wünschen? Das testeten gestern die Grizzlys Wolfsburg beim Spiel gegen Krefeld mit den zugelassenen Besuchern, sprich Journalisten und Funktionskräften in der Eis-Arena.

 Diese konnten eine App (EPS-App) aus den Mobilfunk-Stores herunterladen. Das ist die erste Bedingung, wenn sich das System, entwickelt von der Telekom, durchsetzt. Zweitens erhält jeder Besucher den Chip. Und der hat es in sich. Passt der Abstand der Besucher untereinander, blinkt er grün, wird ein Mindestabstand unterschritten, blinkt er rot. Hält die Unterschreitung an, ertönt ein nerviges Fiepen. Was sich beim Test abzeichnet: Der seitliche Abstand wird auf Sitzplätzen leicht einzuhalten sein, direkte Nachbarn vor oder hinter dem Zuschauer - das wird nicht gehen. 

Das System sendet derweil die Chip-Kontakte an das Gesundheitsamt. Sollte ein Besucher sich später als Corona-positiv erweisen, könnten dank der App-Daten die Personen gewarnt werden, die während der Veranstaltung zu lange zu engen Kontakt zum positiv Getesteten hatten.

Grizzlys: Pickard - Melchiori, Likens; Bittner, Möser; Button; Adam - Machacek, Festerling, Hungerecker; Görtz, Järvinen, Furchner; Jormakka, Olimb, Rech; Boucher, Fauser, Nijenhuis; Busch.

Pinguine: Quapp - Sacher, C. Braun; Mass, Gläßl; Bappert, Bindulis; Bull – L. Braun, Olson, Lessio; Tianulin, Blank, Schymainski; Shatsky, Petrakov, Buncis; Niederberger, Postel, Karsums.

Schiedsrichter: Rantala/Hunnius. - Strafminuten: Wolfsburg 10 / Krefeld 8.

Tore: 1:0 (7:54) Jormakka (Olimb), 2:0 (10:16) Järvinen (Furchner/Button), 3:0 (29:35) Fauser (Boucher), 3:1 (38:14) Lessio (Mass), 4:1 (47:34) Görtz (Järvinen - 5:3), 4:2 (52:42) L. Braun (C. Braun - 5:4), 5:2 (57:01) Rech (Olimb/Jormakka).