12. Oktober 2020 / 17:12 Uhr

Drei Platzverweise, kein Sieger: Packendes Derby zwischen Mariensee und Poggenhagen

Drei Platzverweise, kein Sieger: Packendes Derby zwischen Mariensee und Poggenhagen

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mariensees Maurice Schwitalla zieht ab, Poggenhagens Florian Lange und Jannik Brosch können ihn nicht aufhalten.
Mariensees Maurice Schwitalla zieht ab, Poggenhagens Florian Lange und Jannik Brosch können ihn nicht aufhalten. © CHRISTIAN HANKE
Anzeige

Hitzige Zweikämpfe. Ein packendes Hin und Her. Und in der Schlussphase nahm die ohnehin schon nervenaufreibende Partie noch weiter an Fahrt auf – zweimal Gelb-Rot, eine Rote und ein verschossener Elfer inklusive: Die rund 200 Zuschauer sind beim Neustädter Derby voll auf ihre Kosten gekommen.

Anzeige

Am Ende trennte sich Primus TSV Mariensee-Wulfelade im Top-Duell der Kreisliga 2 schiedlich-friedlich mit 1:1 (1:0) vom TSV Poggenhagen. Der Dorfklub bleibt ungeschlagen an der Spitze. „Spiele gegen Poggenhagen sind für uns die einzig wahren Derbys, darauf fiebern die Jungs hin“, betonte Heimcoach Peter Mural. „Auch wenn es nie die allerschönsten Fußballspiele sind; diese Duelle leben von der Spannung und einer großen Emotionalität.“ Das kann man wohl sagen.

Steinbrenner mit der frühen Führung

Die Marienseer erwischten den besseren Start, einen schönen Angriff über vier Stationen schloss Martin Steinbrenner mit dem 1:0 ab, Finn Isocki hatte quergelegt (5. Minute). Während die Frösche den Rückstand verdauen mussten, ergaben sich für die Heimelf zwei gute Gelegenheiten nachzulegen.

Bilder vom Kreisligaspiel TSV Mariensee-Wulfelade - TSV Poggenhagen

Mariensee-Keeper Timo Seidel streckt sich vergebens, die verunglückte Flanke von Mel Struß segelt zum 1:1 ins Tor. Zur Galerie
Mariensee-Keeper Timo Seidel streckt sich vergebens, die verunglückte Flanke von Mel Struß segelt zum 1:1 ins Tor. ©

„Zum wiederholten Male diese Saison haben wir die Anfangsminuten verpennt. Damit war unser Matchplan fürs erste über den Haufen geworfen“, sagte Gäste-Spielertrainer Andras Kögler, dessen Team jedoch mit zunehmender Dauer immer besser reinkam. Strafraumszenen hüben wie drüben, Kampf und Einsatz, viele kleine Fouls, Standards - es ging zur Sache auf dem Platz.

Drei Platzverweise in der zweiten Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gäste die Regie und spielten klar überlegen auf. Angriff um Angriff rollte auf das Gehäuse der Platzherren zu, die sich nun fast ausschließlich aufs Verteidigen beschränkten. „Wir sind angelaufen wie die Blödmänner, aber nicht durchgekommen. Mariensee stand gut, und wir haben keine Lösung gefunden“, schilderte Kögler. In der 71. Minute flog Isocki mit gelb-rot vom Platz, „das hat Poggenhagen noch mehr Auftrieb gegeben“, so Mural.

Doch trotz Überzahl bissen sich die Frösche an der sattelfesten Defensive der Heimelf die Zähne aus. Bezeichnenderweise war es eine verunglückte Flanke von Mel Struß, die zum 1:1 in den Maschen landete (81.). Dann überschlugen sich die Ereignisse: Erst sah Gäste-Kapitän Dennis Ahrbecker nach einem Foul an Maurice Schwitalla Gelb-Rot (87.). Kurz darauf unterlief Poggenhagens Keeper Jannik Brosch ein folgenschwerer Lapsus, er spielte den Ball Schwitalla direkt in die Füße und konnte den gegnerischen Angreifer nur durch ein Foul bremsen – die Konsequenz: Rot für den Schlussmann und Elfmeter für Mariensee (90.+2.), Sören Scheer traf bei seinem Versuch vom Punkt nur den Pfosten.

Kögler mit gemischten Gefühlen

Mural sprach von einem gerechten Remis in einem megaspannenden und sehr intensiven Derby, „in der ersten Halbzeit hatten wir Vorteile, die zweiten 45 Minuten gehörten eindeutig Poggenhagen.“ Sein Gegenüber Kögler konnte sich mit der Punkteteilung nicht so richtig anfreunden: „Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus dem Spiel. Über die 94 Minuten ist der eine Punkt angesichts unserer spielerischen Überlegenheit eigentlich zu wenig. Aber im Endeffekt können wir uns glücklich schätzen, dass die komische Flanke reingegangen ist und Mariensee den Elfer verschossen hat.“ Statt des Rotsünders Brosch werde in den kommenden Partien Youngster Finn-Mijo Laslavic den Kasten hüten, „das verursacht mir keine Bauchschmerzen, Finn wird uns garantiert ein guter Rückhalt sein.“