03. August 2022 / 19:00 Uhr

Fünf Jahre nach Rekord-Ablöse: Wie Superstar Neymar bei PSG um seine Form und die Liebe der Fans kämpft

Fünf Jahre nach Rekord-Ablöse: Wie Superstar Neymar bei PSG um seine Form und die Liebe der Fans kämpft

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neymar kam vor fünf Jahren für eine Mega-Ablöse in die französische Hauptstadt.
Neymar kam vor fünf Jahren für eine Mega-Ablöse in die französische Hauptstadt. © IMAGO/AFLOSPORT (Montage)
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Vor fünf Jahren wechselte Neymar für die Rekord-Ablösesumme von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain. Doch die große Liebesbeziehung entstand zwischen Brasiliens Superstar und dem französischen Serienmeister nie. Wird das in der neuen Saison anders? 

Im Sommer 2017 erstrahlte der Eiffelturm zu Ehren von Neymar in Rot und Blau, den Vereinsfarben seines Klubs Paris Saint-Germain. Neymar war der neue Fußballkönig der französischen Hauptstadt. Nie zuvor war das Bauwerk für einen solchen Zweck verwendet worden.

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Auf den Tag fünf Jahre später ist von derartigen Ehrenbezeugungen für den brasilianischen Superstar, der am 3. August 2017 für die nie wieder erreichte Ablösesumme von 222 Millionen Euro den FC Barcelona verließ und zum PSG-Profi wurde, keine Rede mehr. Die Klubbosse aus Katar würden den 30-Jährigen offenbar gern loswerden. Eine spektakuläre Wende, nachdem PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi vor knapp 15 Monaten den Vertrag, der am 30. Juni dieses Jahres ausgelaufen wäre, um sechs Jahre verlängert hatte. So steht Neymar bis 2027 in Paris unter Vertrag. Gage pro Saison: 36 Millionen Euro – netto.

Tchouaméni bisher Rekord-Transfer des Sommers

Das ist auch das Dilemma für PSG: Ein Verkauf des Stars scheint unmöglich. Denn derartige Summen kann aktuell kein anderer Verein aufbringen, außer vielleicht das mithilfe der saudischen Geldgeber reich gewordene Newcastle United. Nur dort will Neymar nicht hin. Zum Vergleich: Rekordtransfer in dieser Wechselperiode ist bisher der Franzose Aurélien Tchouaméni (22), der für 80 Millionen Euro vom Mittelfeld der AS Monaco in die Zentrale von Real Madrid gewechselt ist.

Dabei liest sich Neymars PSG-Bilanz mit 162 Torbeteiligungen (102 Tore/60 Vorlagen) in 145 Spielen gut, eine Liebesbeziehung mit Klub und Fans ist dennoch nie entstanden. Insgesamt fiel Neymar bei fast der Hälfte aller Pflichtspiele aus. Und so scheint es ewig her zu sein, dass er sein Potenzial im PSG-Trikot mal ausschöpfte. Beim Finalturnier der Champions League in Lissabon 2020 war er auf seinem besten Level, führte Paris bis ins Finale gegen den FC Bayern (0:1).

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Neymar bei jedem PSG-Heimspiel ausgepfiffen

Seitdem ist er nur noch ein Schatten seiner selbst und wird bei jedem Heimspiel im Prinzenpark ausgepfiffen – Paris, Stadt der Liebe? "Das können sie machen, so lange sie wollen, ich habe einen langfristigen Vertrag, und ich bin davon überzeugt, dass sich das Blatt noch einmal zu meinen Gunsten drehen wird", erklärte er kürzlich. Ein Schritt in Richtung Wiedergutmachung gelang ihm im Supercup gegen den FC Nantes (4:0). Mit zwei Toren deutete er an, wozu er in der Lage ist.

Nach fünf Jahren muss Neymar liefern. Die WM in dreieinhalb Monaten scheint für ihn Ansporn zu sein. Seit dem Vorbereitungsstart zeigt er sich disziplinierter. So tauchte er vier Tage früher als erwartet auf, um ins Training einzusteigen. Bei einer PR-Tour in Japan musste er morgens als einziger PSG-Spieler zu einer TV-Show. Er stand zwei Stunden vor Sendungsstart auf, um sich Zeit fürs Frühstück zu nehmen.

Ex-Profi Rothen zweifelt an Neymars Konstanz

Ist das der neue Neymar, der beweisen will, dass auf ihn Verlass ist und dass für ihn ein Wechsel nicht infrage kommt? Er scheint allen zeigen zu wollen, dass er PSG gemeinsam mit Lionel Messi und Kylian Mbappé auf den Thron Europas führen kann.

Nicht jeder glaubt daran. "Ich bin gespannt auf Neymars Leistungen in den kommenden Monaten", sagt Jérôme Rothen, Ex-PSG-Profi und heute Moderator bei RMC Sport. "Er soll aber nicht glauben, dass er jetzt wieder der Beste ist, nur weil er im Supercup einen Doppelpack erzielt hat. Er muss in der Königsklasse liefern und sehen, dass er über eine ganze Saison fit bleibt. Ich habe gewisse Zweifel daran, weil er bisher nie konstant war. Außerdem steht er massiv unter Druck, weil ihn die Fans nicht mehr haben wollen." Schwierige Aussichten also für den Fußballer, der vor fünf Jahren die höchste Ablösesumme der Geschichte gekostet hat.

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