05. September 2019 / 21:11 Uhr

Stars, Top-Verdiener und Deutsche in der NFL: Fünf Geschichten zum Start in die neue Football-Saison

Stars, Top-Verdiener und Deutsche in der NFL: Fünf Geschichten zum Start in die neue Football-Saison

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Tom Brady gewann mit den New England Patriots 2019 den Super Bowl und gilt auch zum Start in die neue NFL-Saison als Mitfavorit auf den Titel.
Tom Brady gewann mit den New England Patriots 2019 den Super Bowl und gilt auch zum Start in die neue NFL-Saison als Mitfavorit auf den Titel. © imago images / UPI Photo
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Am Donnerstag eröffnen die Green Bay Packers und die Chicago Bears die 100. Saison in der NFL. Der SPORTBUZZER bringt euch mit fünf kuriosen Geschichten rund um die US-Football-Liga auf den aktuellsten Stand.

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Es ist eine besondere Saison in der nordamerikanischen Profi-Football-Liga NFL. Der Volkssport der USA zelebriert das hundertjährige Bestehen der wertvollsten Sportliga der Welt, die 2017 wahnwitzige 11,4 Milliarden Euro umsetzte. Als Titelverteidiger gehen einmal mehr die New England Patriots in die neue Spielzeit, die weiterhin zum Teil im deutschen Free-TV bei ProSieben Maxx sowie ProSieben und beim Streaming-Portal DAZN übertragen wird.

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Die Konkurrenz ist allerdings so stark wie selten zuvor: Mindestens ein halbes Dutzend Teams macht sich ernsthafte Hoffnungen auf den Titel, der am 2. Februar 2020 traditionell im Super Bowl ausgespielt wird. Neben dem Titelverteidiger gelten vor allem die Los Angeles Rams, New Orleans Saints und Kansas City Chiefs als Favoriten. Auch Philadelphia, Dallas oder Seattle machen sich Hoffnungen auf einer Meisterschaft. Zum Start in die 100. Saison stellt der SPORTBUZZER die fünf heißesten Geschichten rund um die NFL vor:

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Die Megastars

Zwei Quarterbacks, die kaum gegensätzlicher sein könnten, dominierten in der vergangenen Saison die Liga. Auf der einen Seite der ewige Altmeister Tom Brady, der auch mit nunmehr 42 Jahren nichts von seiner Klasse eingebüßt hat und die Patriots im Februar zum sechsten Titel in seiner Ära führte, und auf der anderen der junge Patrick Mahomes, der in seiner ersten Saison als Stammkraft jegliche Erwartungen übertraf und auf Anhieb als MVP, also als wertvollster Spieler der NFL, ausgezeichnet wurde.

Der 23-jährige Quarterback der Kansas City Chiefs glänzt vor allem mit seiner Beweglichkeit und spektakulären Würfen aus ungünstigen Situationen, dagegen ist Brady für seine perfekte Ausführung von grundlegenden Spielzügen bekannt. Auch in der neuen Saison sind alle Augen auf die beiden Superstars, die satte 19 Jahre von einander getrennt sind, gerichtet.

Der Kohle-König

Irgendwie war Russell Wilson immer etwas unter dem Rader. Die großen, gefeierten Quarterbacks hießen in den vergangenen Jahren Tom Brady, Peyton Manning oder Aaron Rodgers. Doch der Spielmacher der Seattle Seahawks ist seit Jahren einer der besten in der NFL. Das Team aus dem Westen der USA hat das jetzt mit einem unfassbaren Vertrag gewürdigt: Im April 2019 unterschrieb der 30-Jährige für weitere vier Jahre in Seattle - und kassiert dafür irre 140 Millionen Dollar, umgerechnet 127 Millionen Euro. Das macht Wilson zum absoluten Top-Verdiener in der NFL.

Die Top-Verdiener in der NFL

Russell Wilson (30, Quarterback, Seattle Seahawks) - 31,7 Millionen Euro pro Jahr Zur Galerie
Russell Wilson (30, Quarterback, Seattle Seahawks) - 31,7 Millionen Euro pro Jahr ©

Die Deutschen in der NFL

Sebastian Vollmer, Markus Kuhn und Björn Werner waren die großen Pioniere, doch auch nach dem Karriereende der drei erfolgreichen Profis ist Deutschland noch in der NFL vertreten. Bei den San Francisco 49ers schaffte Mark Nzeocha in der vergangenen Saison den Durchbruch. Das brachte dem Linebacker als wichtigem Spieler für die Defensive einen neuen Vertrag über drei Jahre ein. Die große deutsche Receiver-Hoffnung Equanimeous St. Brown verletzte sich leider in der Vorbereitung und wird die gesamte Saison kein Spiel bestreiten können.

Mit Moritz Böhringer (Cincinnati Bengals), Christopher Ezeala (Baltimore Ravens) und Jakob Johnson (New England Patriots) haben es immerhin drei deutsche Spieler ins sogenannte Practice Squad geschafft. Dort trainieren junge Talente quasi als Reserve mit den Profis.

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Super Bowl I (1967): Die Green Bay Packers schlagen die Kansas City Chiefs in Los Angeles mit 35:10. Packers-Quarterback Bart Starr (Bild) wird als MVP ausgezeichnet. In der Halbzeitpause tritt Dixieland-Trompeter Al Hirt auf. Zur Galerie
Super Bowl I (1967): Die Green Bay Packers schlagen die Kansas City Chiefs in Los Angeles mit 35:10. Packers-Quarterback Bart Starr (Bild) wird als MVP ausgezeichnet. In der Halbzeitpause tritt Dixieland-Trompeter Al Hirt auf. ©

Antonio Brown und sein Helm

Schon in seiner Zeit bei den Pittsburgh Steelers „erarbeitete“ sich Antonio Brown einen Ruf als Diva. Vor der Saison erzwang der Receiver einen vorzeitigen Wechsel zu den Oakland Raiders und soll die Kalifornier jetzt zum Titel führen. Der Haken: Auch in Oakland macht Brown seinem zweifelhaften Ruf alle Ehre. Erst sorgte der 31-Jährige mit Frostbeulen an der Füßen nach misslungener Kältetherapie für Aufsehen, dann drohte der Superstar damit, die Saison auszusetzen, weil die NFL ihm aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, seinen alten Helm zu benutzen. Es brauchte erst ein Ultimatum der Raiders-Verantwortlichen, um Brown wieder auf Kurs zu bringen. Doch das ist wohl nur die Ruhe vor dem nächsten Skandal-Sturm.

Pass Inter-was?

Die sogenannte Pass-Interference-Regelung ist eine der kompliziertesten im ohnehin nicht gerade einfachen Sport American Football. Sie besagt, dass der Verteidiger dem Passempfänger die Chance geben muss, den Ball zu fangen, ohne ihn schon vorher zu Fall zu bringen - theoretisch. Allerdings sind sich die Schiedsrichter nicht immer einig, was denn nun eine Pass Interference ist und was nicht.

Im Halbfinale der vergangenen Saison sorgte das für Riesenärger, als die Los Angeles Rams in den Super Bowl einzogen, weil eine eigentlich offensichtliche Pass Interference nicht abgepfiffen wurde - womit die New Orleans Saints aus dem Wettbewerb waren. Die Szene schlug so hohe Wellen, dass die Liga prompt eine neue Regel aufstellte: Ab sofort können die Trainer einen Videobeweis fordern, wenn sie glauben, dass die Schiedsrichter eine Pass Interference übersehen haben. Das birgt mächtig Zündstoff in der sowieso schon von etlichen Regeln geplagten NFL.