24. November 2021 / 18:22 Uhr

"Erkundungstour durch Niedersachsen": Stimmen zur Einteilung der Bezirksliga (Auf-/Abstieg)

"Erkundungstour durch Niedersachsen": Stimmen zur Einteilung der Bezirksliga (Auf-/Abstieg)

Nicola Wehrbein und Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Haben kein Problem mit langen Fahrten: Garbsens Trainer Martin Kummer (links) und Ihme-Coach Halil Büyüktopuk.
Haben kein Problem mit langen Fahrten: Garbsens Trainer Martin Kummer (links) und Ihme-Coach Halil Büyüktopuk. © Christian Hanke/Stefan Zwing
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Die Landkarte sollten die Trainer und Spieler ab sofort besser immer am Mann haben. Denn in der Rückrunde geht es für viele Bezirksligisten um die Erschließung weißer Flecken auf der Landkarte.

Das ging fix: Der Spielausschuss des Bezirks Hannover im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) hat die Bezirksligateams nicht lang warten lassen. Die Einteilung der Staffeln für die Auf- und Abstiegsrunde ist raus. Neue Kontrahenten – neues Glück? Fast alle werden neben wohlvertrautem Terrain auch Neuland betreten, einige Gegner stellen bislang für sie einen weißen Fleck auf der Landkarte dar.

Für die Mannschaften geht es quer durch den Bezirk. Insgesamt 20 Teams kämpfen in der Meisterrunde (Einfachrunde) in zwei Staffeln um den Sprung in die Landesliga, die jeweils Erst- und Zweitplatzierten steigen auf. Aus den sechs Staffeln der Abstiegsrunde (auch einfache Duelle) müssen die 22 Teams ab Platz sieben eine Etage runter. Alle starten bei null.

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„Natürlich hatten wir spekuliert, wie die Staffeln wohl aussehen könnten. Da ist eine gute Mischung drin“, sagt Martin Kummer, Trainer des TuS Garbsen. Sein Team hat es als Erster der Bezirksliga 4 in die Aufstiegsrunde geschafft. Der TuS trifft in Staffel 1 an. „Ein Großteil der Gegner ist uns bekannt, da wissen wir schon, wie es dort aussieht. Den einen oder anderen kennen wir nicht – und die uns auch nicht. Das ist doch das Schöne.“

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Und die langen Fahrten? „Kein Grund, sich zu beschweren. Jede Mannschaft hat maximal fünf Auswärtsspiele, da kann man auch mal in alle Himmelsrichtungen fahren.“ Der SV BE Steimbke ist Kummers Favorit.

Büyüktopuk will "Kontakte spielen lassen"

„Das wird interessant“, sagt Halil Büyüktopuk, der beim SV Ihme-Roloven das sportliche Sagen hat und freut sich auf die neue Herausforderung. Der Meister der Bezirksliga 7 wurde in die Staffel 2 der Aufstiegsrunde eingeteilt. „Da sind ein paar harte Brocken dabei. Niedersachsen Döhren und die SSG Halvestorf/Herkendorf zähle ich zu den Topteams. Aber die andere Staffel ist auch stark besetzt – das ist gerecht aufgeteilt“, sagt Büyüktopuk. Er werde seine Kontakte spielen lassen, um Infos über die ihm unbekannten Gegner einzuholen.

„Solange man oben mitmischt, ist eine längere Tour zum TuS Sudweyhe oder FC Sulingen doch eine tolle Sache, ansonsten wird es eben eine Kaffeefahrt. Das lässt sich machen. Zumal das Ganze ja coronabedingt wohl eine einmalige Geschichte ist, sagt der Trainer.


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Okel, Lemförde, Enzen, Aerzen, Ambergau/Volkersheim. „Ich habe erst mal nachgeschaut, wo das alles genau liegt“, sagt Trainer Edis Bajrovic. Sein Team vom MTV Engelbostel-Schulenburg findet sich in der geradezu „exotischen“ Staffel 5 der Abstiegsrunde wieder. „Wir wussten von vornherein, dass es ein paar weitere Fahrten geben wird und machen das Beste daraus. Vielleicht mieten wir mal einen Bus an.“

Über den MTV Ilten, den Koldinger SV und den TuS Harenberg bekäme man schon Informationen. „Bei den anderen wird‘s schwierig. Trotzdem, das ist mal etwas anderes. Wir sind gelassen und voller Vorfreude“, sagt Bajrovic.

Wohlatz "muss sich noch informieren"

Rouven Riechers, Betreuer beim TuS Harenberg, spricht augenzwinkernd von einer „Erkundungstour durch Niedersachsen“ und schiebt hinterher: „Wir reisen quer durch unser schönes Bundesland und lernen neue Bratwurstbuden und Wiesen kennen. Jetzt hoffe ich, dass wir die Runde auch durchspielen können. Bloß nicht wieder ein Saisonabbruch."

Der Trainer von Niedersachsen Döhren, Michael Wohlatz, schätzt die Staffel mit den Ihmern sehr ausgeglichen ein. „Halvestorf ist sicherlich der Top-Favorit, die haben eine sehr gute Mannschaft und auch strukturell gute Möglichkeiten. Ich muss aber zugeben, dass ich bei manchen Vereinen nicht einmal weiß, wo sie liegen. Darüber muss ich mich in den nächsten Monaten noch informieren.“

Das sind die Helden der Woche der Region Hannover in der Saison 2021/22

Erst hat <b>Patrick Lehmann</b> in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. Zur Galerie
Erst hat Patrick Lehmann in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. ©

Um den Klassenerhalt geht es für den TuS Davenstedt. „Die Liga ist schwierig einzuschätzen, weil ich einige Teams nicht kenne. Da musste ich schonmal in die Landkarte schauen. Gefährlich ist, dass wir drei zweite Mannschaften eines Vereins in unserer Staffel haben“, sagt Coach Christian Pöppler. „Wir stellen uns auf unangenehme Gegner ein, jedes Spiel ist ein Finalspiel. Aber natürlich wollen wir am Ende den bestmöglichen Tabellenplatz herausholen.“

Martin Becker, Abteilungsleiter beim TSV Bemerode, hat keine Favoriten. „Es wird mehr auf Kampf und Zweikämpfe ankommen, als auf spielerische Finesse. Da wir in einer Neunerstaffel sind, haben wir ein Spiel weniger. Dadurch hat jedes einzelne Spiel eine noch größere Bedeutung. Nach unserer Hinrunde sind wir sicherlich nicht die Mannschaft, welche die Staffel beherrschen wird.“

„Alle Teams werden ums Überleben kämpfen, so werden viele Mannschaften auch auftreten“, glaubt Leon Erler, Coach der SG Blaues Wunder. „Weil wir uns aber schon auf die Saison danach vorbereiten möchten, wollen wir auch guten Fußball spielen.“ Aber natürlich gilt auch: „Unser Ziel ist klar der Klassenerhalt. Ich habe eher den Eindruck, dass unsere Staffel ganz gut ist.“