24. April 2020 / 20:29 Uhr

NFV-Entscheidung erst Mitte Mai? Gifhorner glauben an "kleine Chance"

NFV-Entscheidung erst Mitte Mai? Gifhorner glauben an "kleine Chance"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieht die Chance auf Saison-Unterbrechung kleiner werden: Ralf Thomas, Vorsitzender des NFV-Kreises Gifhorn.
Sieht die Chance auf Saison-Unterbrechung kleiner werden: Ralf Thomas, Vorsitzender des NFV-Kreises Gifhorn.
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Der NFV hat die Vereine seiner 33 Kreise gefragt - und eine klare Antwort bekommen. Die Saison sollte abgebrochen werden! Der Kreis Gifhorn hatte sich mehrheitlich für eine Fortsetzung ausgesprochen, Wolfsburg für den Abbruch.

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Es hatte sich angedeutet, nun steht es fest: Die Vereine in Niedersachsen sind mit großer Mehrheit für einen Saisonabbruch im Amateurfußball! Das ergab eine Umfrage, die in den vergangenen Tagen in den 33 NFV-Kreisen vorgenommen und jetzt dem Präsidium in einer Telefonkonferenz vorgelegt wurde. Der Kreis Gifhorn, in dem sich die Klubs überwiegend für eine Fortsetzung ausgesprochen hatten, gibt aber noch nicht auf.

Es war eindeutig: Von den 2600 Vereinen in Niedersachsen gaben 1649 ihre Stimme ab. 1119 Klubs sprachen sich für einen Abbruch aus, gerade einmal 448 Vereine befürworteten den Vorschlag des NFV-Verbandsvorstandes, die Saison - sofern es grünes Licht von der Bundesregierung gibt - nach der Corona-Krise zwischen dem 15. August und dem 1. September fortzusetzen. 83 Klubs enthielten sich. "Es gehört zur gegenseitigen Wertschätzung, unterschiedliche Interessen und Standpunkte auszutauschen und zu respektieren“, betonte NFV-Präsident Günter Distelrath.

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Corona und der Fußball: Am 27. Juni entscheidet sich auf dem außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes der Umgang mit der am 12. März abgebrochenen Saison 2019/2020. Zur Galerie
Corona und der Fußball: Am 27. Juni entscheidet sich auf dem außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes der Umgang mit der am 12. März abgebrochenen Saison 2019/2020. ©

In der Konferenz habe sich gezeigt, heißt es in einer Pressemitteilung, dass in den Vereinen ein heterogenes Meinungsbild mit einer Vielzahl von Vorschlägen und Szenarien vorherrsche. „Diese werden wir jetzt sortieren, intensiv erörtern und zu einer überschaubaren Anzahl von konkreten Vorschlägen zusammenfassen“, erklärte Distelrath. Der Verbandsvorstand will sich am Dienstag erneut zusammentun, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Erst bis zum 14. Mai soll endgültig eine Entscheidung fallen.

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Wolfsburgs Spielausschussvorsitzender Bernd Hartwig "hatte erwartet", dass die Abstimmung so deutlich ausfällt, "was letztlich entschieden wird, ist eine andere Sache". Auch in Wolfsburg hatte sich die Mehrheit für einen Abbruch ausgesprochen, die Verantwortlichen des Kreisverbandes waren ursprünglich dagegen. Hartwig: "Wir sind in einer Demokratie. Und wir haben immer gesagt, wir richten uns nach den Vereinen. Denn die Vereine leben von uns und wir von ihnen." Damit die Saison wirklich an dieser Stelle enden kann, muss ein außerordentlicher Verbandstag her, da die Satzung einen Saisonabbruch derzeit nicht vorsieht.

Die Gifhorner, bei denen 50 von 52 Vereinsvertretern für eine Fortsetzung plädiert und die Verantwortlichen des NFV-Kreises die Idee zum Weiterspielen vor einer Woche in den Raum geworfen hatten, stecken nicht auf. "Das ist keine finale Entscheidung", betont Kreisvorsitzender Ralf Thomas. "Die Option der Unterbrechung ist durch die Abstimmung noch nicht vom Tisch. Aber die Chance darauf ist kleiner geworden." Denn der Verband - und das betonte er erneut ausdrücklich - will sich nicht gegen die Vereine stellen. Gleichwohl ist aber nicht klar, wie ein Abbruchszenario aussehen und welche Folgen es für Vereine haben könnte.

Was ist denn denkbar? Hartwig hat eine Idee: "Dann sollte es nur Auf- und keine Absteiger geben. Die Hinrundentabelle kann man nicht nehmen, da fehlen allein bei uns noch zwei, drei Spiele." In Gifhorn "haben wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht", sagt Thomas. Im nächsten Schritt sind die Kreisverbände jetzt dazu aufgefordert worden, sich erneut mit den Vereinen kurzzuschließen. Das wird in Gifhorn am Sonntag um 10 Uhr in einer Telefonkonferenz geschehen. "Da werde ich über den aktuellen Stand informieren und wir werden aufarbeiten, welche Konsequenzen ein Abbruch für unsere Klubs hätte", so Thomas.