28. Juli 2020 / 11:28 Uhr

NFV-Kreis Schaumburg: Vorstandsmitglieder fordern Vorsitzenden Marco Vankann zum Rücktritt auf

NFV-Kreis Schaumburg: Vorstandsmitglieder fordern Vorsitzenden Marco Vankann zum Rücktritt auf

Jörg Bressem
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Das Blatt ist zerrissen: Rolf Schmidt (unten rechts) und Volker Müller (oben rechts) fordern den Rücktritt von Marco Vankann. © Archiv, Montage: Daniel Kultau
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Im NFV-Kreis Schaumburg kracht es. Der Vorsitzende Marco Vankann steht in der Kritik. Einige seiner Vorstandskollegen fordern den Rücktritt.

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Die Arbeit des NFV-Fußballkreises Schaumburg wurde zuletzt von Vereinen häufiger kritisiert. Das liegt wohl in der Natur der Sache und ist unbedenklich, sofern es nicht um elementare Probleme geht. Jetzt aber scheint auch innerhalb des Vorstandes der Teufel los zu sein. Es geht um die wichtigste Person, die des Kreisvorsitzenden, es geht um Marco Vankann.

Vorwürfe

Ihm werden in Schreiben seines zweiten Vorsitzenden Rolf Schmidt und des Sportgerichts-Vorsitzenden Volker Müller fundamentale Vorwürfe gemacht. Beide fordern den Rücktritt von Vankann, beide sind demnach nicht mehr bereit, weiterhin mit ihm zu arbeiten.

Es geht um den Führungsstil des Vorsitzenden, es geht um Misstrauen, Beschneidung von Kompetenzen und um fehlendes Vertrauen seinerseits. Ihm werden Schwächen in der Kommunikation und die Nicht-Weiterleitung von Informationen vorgeworfen Die Auffassungen von guter Führungsarbeit scheinen unüberbrückbar zu sein. Vankann stehe mit seinem Argwohn einer erfolgreichen Arbeit des NFV-Kreisvorstands im Wege, heißt es sogar.

Fehlt das Vertrauen?

Konkret wird dem Vorsitzenden von Schmidt und Müller vorgeworfen, dass er nicht in der Lage sei, Aufgaben zu delegieren, weil er kein Vertrauen in die Arbeit seiner Vorstandskollegen habe. Als Beispiel wird Schatzmeister Guntram Frühauf angeführt, der von Vankann in seinen Kompetenzen beschnitten worden sei, nicht selbstständig arbeiten könne und deshalb beim anstehenden Kreistag ebenfalls zurücktreten wolle. Vankann habe es außerdem versäumt, wichtige Funktionen im Kreisvorstand neu zu besetzen. Hier wird der Rücktritt von Ernst Führing vor einem Jahr angeführt, der den Qualifizierungsausschuss leitete und ebenfalls im Streit ging. Die gesamte Fortbildung liege seitdem am Boden und könne ersatzweise von Rolf Schmidt nicht aufgefangen werden.

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Man habe das Problem mehrfach auf den Vorstandssitzungen angesprochen, sei aber von Vankann jedes Mal vertröstet worden. Außerdem kritisieren Schmidt und Müller die mangelnde Kommunikation ihres Kreisvorsitzenden. Er müsse auch für Vereine erreichbar sein, was aber weder mit dem Telefon noch per E-Mail nur schlecht möglich sei. Vankann soll auf einer Vorstandssitzung erklärt haben, tatsächlich nicht sämtliche seiner Mails zu beantworten, sondern zu selektieren.

Vankann fürchtet "Maulwurfaktionen"

Schmidt und Müller werfen ihm außerdem vor, die Arbeit des Fußballkreises in der Öffentlichkeit nicht ausreichend darzustellen. Eine positive Berichterstattung habe es deshalb seit Jahren nicht mehr gegeben. Außerdem werden nach ihrer Auffassung wichtige Informationen von Vankann nicht oder nur verspätet weitergegeben. Auch das werten sie als Misstrauen ihres Vorsitzenden, der in einer Sitzung eingeräumt habe, „Maulwurfaktionen“ im Vorstand zu fürchten.

Vankann habe zudem wichtige Aufgaben mit dem wiederkehrenden Argument des Zeitmangels verschoben. Als Bespiel führen sie den Fragekomplex der Kreisfusionen an, zu dem der Vorsitzende kein Konzept habe. Auch Fragen zum Thema Corona-Pause seien zuletzt erst gar nicht betrachtet worden. Eine Arbeit unter seiner Führung mache keinen Spaß, heißt es. Schon gar nicht könne der Kreisvorstand auf zukünftige Aufgaben angemessen reagieren. Vankanns Stellvertreter Rolf Schmidt empfindet den Führungsstil seines Vorsitzenden als unzeitgemäß.

Winsmann ist informiert

Über die Streitigkeiten im NFV-Fußballkreis ist auch der Bezirksvorsitzende August-Wilhelm Winsmann informiert. „Ich weiß, dass es in Schaumburg schon seit einiger Zeit Unruhe gibt“, bestätigte er gegenüber dem Sportbuzzer. Er bedauere das, habe aber nicht die Absicht, sich in irgendeiner Weise einzumischen.