06. Mai 2020 / 10:56 Uhr

NFV-Verbandstag: Diese drei Abbruchsszenarien stehen in Niedersachsen zur Wahl (Update!)

NFV-Verbandstag: Diese drei Abbruchsszenarien stehen in Niedersachsen zur Wahl (Update!)

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Abpfiff für die Saison 2019/20? Der NFV stellt voraussichtlich drei Abbruchszenarien zur Wahl.
Abpfiff für die Saison 2019/20? Der NFV stellt voraussichtlich drei Abbruchszenarien zur Wahl. © Objectivo
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Der NFV ist offenbar bestrebt, das Votum seiner Vereine in die Tat umzusetzen. Er hat eine Beschlussvorlage erarbeitet, die auf einem außerordentlichen Verbandstag zur Abstimmung gestellt werden soll - mit drei Szenarien, über die der Verbandsvorstand am 11. Mai beraten wird.

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Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) ist offenbar bestrebt, das Votum seiner Vereine endlich in die Tat umzusetzen. Wie nun bekannt geworden ist, arbeitet der NFV an einer Beschlussvorlage, die auf dem außerordentlichen Verbandstag zur Abstimmung gestellt werden soll.

Unter anderem gibt es drei Szenarien für den Abbruch der Saison 2019/20, über die der Verbandsvorstand am Montag (11. Mai) beraten wird. Dass damit die vom Verband präferierte Fortsetzung der Saison, gegen die sich 68 Prozent der Vereine ausgesprochen hatte vom Tisch ist, ist indes nicht gesagt.

Das erste Abbruchszenario sieht demnach die Annullierung der Saison vor. Die beiden weiteren Vorschläge beinhalten jeweils den Abbruch, allerdings mit Unterschieden in der Wertung. Entweder zählt der Status quo – mit Auf-, aber ohne Absteiger – oder die Quotientenregelung kommt zur Anwendung. Dabei werden die Punkte durch die Anzahl der Spiele geteilt – mit Auf- und Absteiger.

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Unwahrscheinlich, dass sich auf dem Verbandstag, für den es immer noch keinen Termin gibt, eine Mehrheit für den ersten Vorschlag finden würde. Bleibt also die spannende Frage, ob die Delegierten für oder gegen Absteiger sein werden, denn das dürfte der größte Unterschied zwischen den Vorschlägen zwei und drei sein.

„Wir sind im Sondierungsprozess, von daher möchte ich das nicht weiter kommentieren, beziehungsweise der Arbeitsgruppe vorgreifen“, sagt NFV-Direktor Jan Baßler.

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

Jürgen Stebani, Spielausschussvorsitzender des Niedersächsischen und des Norddeutschen Fußball-Verbandes, sagte dem SPORTBUZZER Gifhorn/Wolfsburg, dass ein außerordentlicher Verbandstag zwingend notwendig sein werde. Der Verbandsvorstand des NFV, der sich aus dem Präsidium und den 33 Kreisvorsitzenden zusammensetzt, kann den Abbruch eben nicht im Alleingang durchsetzen – das kann nur der Verbandstag.

„Bei dem wird an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Abbruch beschlossen“, sagt Stebani. „Am Montag werden wir alles mit den Kreisvorsitzenden besprechen – und dann bereiten wir die Beschlussvorlage für den Verbandstag vor.“

Das höchste Gremium des NFV solle zudem keine zehn Wochen Vorlauf benötigen. Stebani: „Das wird verkürzt, das ist rechtlich geklärt.“ Die Rede soll von sechs Wochen sein. Lädt der NFV am 11. Mai ein, kommt der Verbandstag also am 22. Juni im virtuellen Raum zusammen.