27. Juni 2020 / 14:24 Uhr

82 Minuten, 14 Abstimmungen, ein Ergebnis: Das sind die Details zum NFV-Verbandstag

82 Minuten, 14 Abstimmungen, ein Ergebnis: Das sind die Details zum NFV-Verbandstag

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf dem Podium nehmen Jan Baßler (von links), Hans-Heinrich Hahne, Günter Distelrath und Steffen Heyerhorst Platz. Davor führt Moderator Andreas Wurm durch die Veranstaltung.
Auf dem Podium nehmen Jan Baßler (von links), Hans-Heinrich Hahne, Günter Distelrath und Steffen Heyerhorst Platz. Davor führt Moderator Andreas Wurm durch die Veranstaltung.
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Die Saison 2019/2020 ist endlich auch in Niedersachsen Geschichte. 107 Tage nach der Unterbrechung am 12. März und vier Tage vor dem Ende der Spielzeit. So unsicher viele Vereine im Vorfeld waren, so erwartbar ist das Ergebnis beim außerordentlichen NFV-Verbandstag gewesen. Für viele Vereine fiel am Samstag um 10.56 Uhr der Startschuss für eine lange Partynacht, viele andere schauen dagegen in die Röhre.

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Anfang Juni ist die Eventhalle im Peppermint Pavillon auf dem Expo-Gelände zu einem Streaming-Studio umfunktioniert worden. Für den Niedersächsischen Fußballverband (NFV) war es die perfekte Umgebung für den insgesamt sechsten außerordentlichen Verbandstag, der erstmals überhaupt im virtuellen Raum stattfand. Die Ergebnisse dürften ganz nach dem Wunsch des Verbandes sein.

In der Spitze stimmen 291 Delegierte ab

Auf dem Podium nahmen Jan Baßler (Geschäftsführer), Hans-Heinrich Hahne (Vizepräsident Finanzen), Günter Distelrath (Präsident) und Steffen Heyerhorst (Direktor) Platz. Davor führte Moderator Andreas Wurm durch die nur 82 Minuten dauernde Veranstaltung.

Von 324 möglichen Delegierten nahmen in der Spitze 291 an den insgesamt 14 Abstimmungen des Verbandstages über das Online-Abstimmungstool "teambits" teil.

So sehen die Abschlusstabellen für die Mannschaften aus der Region Hannover nach Anwendung des Quotienten aus

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Der SV Inter Celle, der in Härtefällen sogar den Tabellendritten aufsteigen lassen wollte, hatte seinen Antrag am 23. Juni kurzfristig zurückgezogen. Genau wie der VfL Oldenburg, der mit seinem Antrag zwei Tage zuvor bereits auf dem außerordentlichen Verbandstag des Norddeutschen Verbandstages gescheitert war und der seinen Antrag am Freitag nach telefonischer Rücksprache mit dem NFV zurückgezogen hatte.

Annullierung ist schnell vom Tisch, die Fortsetzung auch

Da sein Antrag der weitreichendste in die Satzungen und Ordnungen des NFV gewesen wäre, wurde über den Vorschlag des FC Dynamo Lüneburg zuerst abgestimmt: Mit 94,8 Prozent wurde die Annullierung der Saison 2019/2020 abgelehnt.

Also ging es weiter im Text, bis um 10.56 Uhr schließlich feststand: Der Antrag des NFV-Verbandsvorstandes ist mit überwältigender Mehrheit angenommen. 23 Delegierte stimmten dagegen, drei enthielten sich, aber 265 (91,1 Prozent) waren dafür.

Heißt im Klartext: Die Saison ist beendet, Absteiger wird es nicht geben, der Tabellenführer und die Relegationsteilnehmer aus der Ober- und Kreisliga steigen auf.

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Schon jetzt war klar, dass die Anträge des FC Germania Parsau (die ersten und die letzten vier Teams ermitteln mit Final-Four-Turnieren auf neutralem Platz Auf- und Absteiger), TuS Berge (Saisonabbruch nach Quotientenregelung mit Auf- und Abstieg) sowie Nienstädt 09, TuS Sulingen und Kickers Vahrenheide (alle Fortsetzung des Spieljahres) nicht mehr behandelt werden sollten.

Deutliche Mehrheit gegen zusätzliche Aufsteiger

Mit Spannung wurden die vier folgenden Anträge, die sich allesamt für zusätzliche Aufsteiger eingesetzt hatten, erwartet. Gegen die Vorhaben des VfB Rot-Weiß Braunschweig (78,3 Prozent), MTV Treubund Lüneburg (85,5), SSV Kästorf (80,1) und SV Wilhelmshaven (85,9) votierte allerdings jeweils eine deutliche Mehrheit.

Damit ist aber auch klar, dass alle Tabellenzweiten - außer dem SV Atlas Delmenhorst und den vier Vizemeistern aus der Kreisliga - in die Röhre schauen. Der VfB Wülfel hatte für diesen Fall bereits angekündigt, vor Gericht gehen zu wollen.

"Gleiches Recht für alle" - das ist das Motto der Demonstration von Vereinen aus der Kreisklasse vor der NFV-Geschäftsstelle in Barsinghausen.

Ezber Hissou, Initiator der Demonstration und Vorsitzender der FC Hannover Stars, im Gespräch mit den NFV-Verantwortlichen. Zur Galerie
Ezber Hissou, Initiator der Demonstration und Vorsitzender der FC Hannover Stars, im Gespräch mit den NFV-Verantwortlichen. © Debbie Jayne Kinsey

Worüber wurde noch abgestimmt? Mit 96,5 Prozent von 289 abgegeben Stimmen votierten die Delegierten dafür, die Entscheidungsträger des Verbandes von der persönlichen Haftung zu befreien. Für Distelrath "ein immens wichtiger Beschluss".

Abschließend bekam der Ermächtigungsantrag des NFV-Vorstandes eine Mehrheit von 85,5 Prozent - 75 Prozent hätten es sein müssen. "Wesentlich deutlicher hätte es nicht sein können, vielen Dank dafür", sagte Heyerhorst.

NFV-Vorstand darf nun Satzungen und Ordnungen ändern

"Gemäß Antrag wird der NFV-Vorstand ermächtigt, erforderliche Änderungen der Satzung und Ordnung im Zusammenhang mit oder aus Anlass der Covid-19-Pandemie soweit erforderlich endgültig zu beschließen. Der grundsätzlich bestehende Genehmigungsvorbehalt durch den Verbandstag entfällt in diesem Zusammenhang und in diesem Zeitraum", schreibt der NFV dazu in einer Pressemitteilung.

Der nächste ordentliche Verbandstag des NFV, der ursprünglich am 19. September in Barsinghausen geplant war, ist nun auf den 6. Februar 2021 verschoben worden. "Wir wollen unbedingt eine Präsenzveranstaltung", sagte Distelrath. Auch bei der 46. Auflage stehen die Wahlen des Präsidiums auf dem Programm.

Und damit ist die Saison 2019/2020 Geschichte. Endlich.