18. November 2020 / 12:26 Uhr

"Sprechen die gleiche Sprache": Trainer mit Verständnis für vorzeitige Winterpause

"Sprechen die gleiche Sprache": Trainer mit Verständnis für vorzeitige Winterpause

Christian Purbs und David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Begrüßen die Entscheidung des NFV für vorgezogene Winterpause: Harenbergs Trainer Pascal Biank (links) und Krähenwinkels Coach Pascal Preuß.
Begrüßen die Entscheidung des NFV für vorgezogene Winterpause: Harenbergs Trainer Pascal Biank (links) und Krähenwinkels Coach Pascal Preuß. © Christian Hanke/Michael Plümer
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Keine Spiele im kleinen Fußball mehr in diesem Jahr - für die Trainer der hiesigen Teams auf Bezirks- und Kreisebene ist das nicht überraschend gekommen. Sie haben Verständnis für die Entscheidung des NFV. "Da sprechen meiner Meinung nach alle die gleiche Sprache", sagt Krähenwinkels Pascal Preuß.

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Zumindest bis zum 31. Dezember haben die Amateurkicker Gewissheit: Der Niedersächsische Fußballverband hat entschieden, dass der Spielbetrieb bis Jahresende nicht wieder aufgenommen wird. Nicht nur für Christof Rosenbaum, Trainer des Kreisligisten TSV Kirchdorf, kam dieser Beschluss wenig überraschend. „In der Kreisliga wurde ja ohnehin in kleinen Gruppen geplant, uns hätten nur zwei Spiele gefehlt bis zur Winterpause“, sagt er.

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Sein Klub verfügt über einen Kunstrasenplatz, dort hätte wohl auch im Dezember gespielt werden können. „Aber wie sollen es viele andere Vereine stemmen? Das wäre ja ein klarer Wettbewerbsnachteil, wenn die in Matschkuhlen antreten müssten“, sagt Rosenbaum. Dass dieses Thema aufgrund der Corona-Maßnahmen vorerst nicht akut wird, begrüßt er. Sobald ein Trainingsbetrieb erlaubt ist, geht es in Kirchdorf wieder los. „Soll ja keiner einen Bauchansatz bekommen“, sagt der TSV-Coach.

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Losgelöst von der Verbandsbekanntgabe hat der Trainer des Bezirksligisten TuS Harenberg, Pascal Biank, eine klare Meinung. „Was auch immer noch passiert diese Saison: Alle Mannschaften sollten die Entscheidungen hinnehmen“, sagt er. „Ob es für sie am Ende sportlich reicht oder die Ziele nicht erreicht werden, muss anders bewertet werden als in den Vorjahren.“

"Vorsichtig muss man zurzeit einfach sein"

Die Situation in der Corona-Pandemie sei ganz schwierig einzuschätzen, da sollte jeder Feingefühl entwickeln. „Für uns im Amateurbereich sind Coronatests vor den Spielen oder irgendwelche Nachverfolgungen von Infektionsketten doch unmöglich“, sagt Biank – daher muss man sich den Entscheidungsträgern fügen. „Ich bin bei dem Thema vielleicht etwas entspannter als andere, aber vorsichtig muss man zurzeit einfach sein“, sagt er.

Dass der Stopp bis Ende 2020 nun offiziell ist, hat auch Pascal Preuß vom Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide nicht kalt erwischt. „Da sprechen meiner Meinung nach alle Trainerkollegen die gleiche Sprache“, sagt er. Intern wurde bei den Krähen bereits nach der Bekanntgabe des „Lockdown light“ für November nicht mehr mit rollenden Bällen anno 2020 gerechnet.

Preuß hofft, dass zumindest der Trainingsbetrieb für die Jugend nach dem Vorbild von Mecklenburg-Vorpommern wieder erlaubt wird, sobald die Zahlen zurückgehen. „Das Infektionsrisiko im Fußball ist ja auch nicht so, dass man sagen muss: Meine Güte, wir müssen jetzt alles dicht machen“, sagt der Krähenwinkeler Coach.

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Wie es beim TSV Havelse weitergeht, ist noch unklar. Dass der Spitzenreiter der Südstaffel der Regionalliga in diesem Jahr noch einmal spielen wird, ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Denn im Gegensatz zum Niedersächsischen Fußballverband hat der für die Regionalliga zuständige Norddeutsche Fußball-Verband noch nicht entschieden, den Spielbetrieb in diesem Jahr einzustellen.

Nicht geklärt ist auch, ob die Havelser wieder trainieren dürfen. Auf den vom Norddeutschen Fußball-Verband vor gut einer Woche gestellten Antrag auf eine „Ausnahmegenehmigung zur sofortigen Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs in der Regionalliga Nord“ gab es von den Innen- und Sportministern der entsprechenden Bundesländern noch keine Antwort.