16. Mai 2019 / 08:32 Uhr

Nicht die "ärmste Sau": Bei den TV-Geldern ist Hannover 96 Spitzenreiter in Liga zwei

Nicht die "ärmste Sau": Bei den TV-Geldern ist Hannover 96 Spitzenreiter in Liga zwei

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kein anderer Zweitligist darf sich über so viel TV-Zuwendungen freuen wie 96.
Kein anderer Zweitligist darf sich über so viel TV-Zuwendungen freuen wie 96. © Maike Lobback / eyetronic - Fotolia / dpa
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Der Abstieg von Hannover 96 ist bitter, keine Frage. Anlass zum Selbstmitleid gibt es bei den Roten freilich keinen, immerhin kassiert voraussichtlich kein Team in der zweiten Liga mehr TV-Gelder. Dass es auch ohne die ganz großen Mittel geht, hat der SC Paderborn gezeigt. Zwei SCP-Profis sind schon im 96-Visier...

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Platz eins ist Hannover 96 schon mal sicher, obwohl vor dem letzten Spieltag nicht alle tabellarischen Unklarheiten beseitigt sind. Nur der VfB Stuttgart könnte 96 noch auf Platz zwei verdrängen, falls der VfB die Relegation verlieren sollte. Ansonsten kassiert 96 in der neuen Saison das meiste TV-Geld aller Zweitligisten.

13,7 Millionen Euro bekommt 96 – der Hamburger SV muss sich als Zweitplatzierter mit 12,9 Millionen begnügen. Dritter ist 96-Mitabsteiger Nürnberg, 12,1 Millionen gibt es für die Franken vom Fernsehgeld. Die Letzten in der TV-Geldtabelle sind die Aufsteiger VfL Osnabrück mit 6 Millionen und der Karlsruher SC mit 6,2 Millionen Euro. Erzgebirge Aue ist mit 6,5 Millionen Euro kaum besser gestellt.

Verteilung der TV-Gelder in der Bundesliga zur Saison 2018/19.

Bayern München: 65,4 Millionen Euro. Zur Galerie
Bayern München: 65,4 Millionen Euro. ©
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HSV und 96 mit größtem Spieleretat

Schon daran lässt sich erkennen: Der Abstieg ist bitter, aber 96 geht nicht – mit Verlaub – als ärmste Sau in der 2. Liga an den Start.

Im Gegenteil – Hannover und Hamburg, der kleine und der große HSV, werden das meiste Geld für ihre Mannschaften ausgeben. Der Spieleretat, alle Aufwendungen für Profis und Trainer, wird ähnlich hoch sein. Gescheitert ist der HSV jetzt mit dem höchsten Spieleretat von 28,5 Millionen Euro. Künftig soll er schrumpfen, auf 23 bis 25 Millionen. Köln schaffte den Aufstieg mit einer 24 Millionen teuren Mannschaft.

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SC Paderborn als warnendes Gegenbeispiel

Der Vergleich des HSV mit dem SC Paderborn zeigt aber, dass nicht zwangsläufig derjenige die Bundesliga erreicht, der die teuersten Spieler hat. Paderborn lässt sich die Mannschaft nur 6 Millionen Euro kosten und steht auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Das waren die Sommertransfers von Hannover 96 seit 2010:

Sommer 2019: Dennis Aogo (vereinslos -> Hannover 96) Zur Galerie
Sommer 2019: Dennis Aogo (vereinslos -> Hannover 96) ©

Zum Vergleich: 96 verpulverte allein 10 Millionen Euro Ablöse in den Rekordflop Jonathas. „Nie wieder“ will 96-Profichef Martin Kind „so viel Geld für einen Spieler ausgeben.“ Der Paderborner Erfolg ist der Transferkunst von Markus Krösche zu verdanken – und ein Grund, dass Kind den Sportchef nach Hannover locken wollte. Krösche entschied sich aber für Leipzig.

Krösche holte beispielsweise Spielmacher Philipp Klement aus der zweiten Mainzer Mannschaft, den defensiven Mittelfeldmann Sebastian Vasiliadis vom Drittligisten Aalen, Rechtsaußen Kai Pröger vom Viertligisten Rot-Weiß Essen und Linksaußen Christopher Antwi-Adjej vom Fünftligisten Sprockhövel. Wenig bekannte Spieler für wenig Geld, die jetzt bei Klubs auf dem Zettel stehen, bei denen sie mehr verdienen können – Klement und Antwi-Adjej auch in Hannover.

In Bildern: Die Auf- und Abstiege von Hannover 96

Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. Zur Galerie
Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. ©

Kein Grund zum Jammern bei 96

21 Millionen Euro wird 96 in die Mannschaft investieren. Das ist weniger als die Hälfte von dem, was die Absteiger gekostet haben (46 Millionen) – aber immer noch deutlich mehr, als Union Berlin aufwendet. Mit 16 Millionen fürs Team hat es Union auf den Relegationsplatz geschafft.

Das aber liegt noch deutlich über dem Durchschnitt der Zweitligisten. St. Paulis Spieleretat beträgt 11 Millionen Euro, der von Sandhausen und Aue je 7 Millionen Euro. Der Vergleich beweist: Es gibt keinen Grund zum Jammern bei 96. Wenn der Verlust aus der aktuellen Saison durch Spielerverkäufe (Füllkrug, Walace, Bebou) aufgefangen werden kann – und die Mittel schlau in die richtigen Spieler gesteckt werden, ist das Versprechen von Kind einlösbar: „Wir werden eine Mannschaft haben, die aufsteigen wird.“

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