13. Januar 2022 / 16:55 Uhr

Nicht Erster: Trotzdem belegt Gifhorn/Nienburg den Aufstiegsplatz

Nicht Erster: Trotzdem belegt Gifhorn/Nienburg den Aufstiegsplatz

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Heimspieltag: Der Einsatz von SG-Kapitän Dennis Friedenstab (kl. Bild) wackelt, Marvin Schmidt (h.) und Holger Herbst stehen im Aufgebot für den nächsten Doppel-Spieltag.
Heimspieltag: Der Einsatz von SG-Kapitän Dennis Friedenstab (kl. Bild) wackelt, Marvin Schmidt (h.) und Holger Herbst stehen im Aufgebot für den nächsten Doppel-Spieltag. © Lea Behrens (2)
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Nicht Erster, eine gute, aber keine Top-Bilanz. Trotzdem steht Badminton-Regionalligist SG Gifhorn/Nienburg aktuell auf dem Aufstiegsplatz zur 2. Bundesliga. Vor dem Heimspiel-Doppeltag - zu dem das Team selbst anreisen muss - gibt's zwar personelle Sorgen, aber auch eine klare Erfolgs-Ansage.

9:5 Punkte - diese Bilanz klingt nach einem guten Platz im oberen Tabellendrittel. Nicht mehr. Nicht weniger. Doch für die SG Gifhorn/Nienburg bedeutet es in der ausgeglichensten Regionalliga-Saison seit Jahren tatsächlich zurzeit den Aufstiegsplatz in die 2. Bundesliga - dabei ist das Badminton-Team um Kapitän Dennis Friedenstab vor den Heimspielen (erstmals in Nienburg) gegen den Polizei SV Bremen (Samstag, 16 Uhr) und den SV Harkenbleck (Sonntag, 10 Uhr) nicht einmal Tabellenführer.

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Am Mittwochmorgen war noch alles in Ordnung, "dann habe ich ein bisschen rumgefiebert. Ich muss gucken, ob es zum Wochenende reicht", berichtet SG-Kapitän Friedenstab, dem es aber am Donnerstag schon besser ging. In Sachen Krankheit ist Friedenstab leider nicht allein, auch Yannik Joop und Thies Huth hat es erwischt. "Wir machen am Freitag eine Telko, wie es aussieht." Vier Herren benötigt die SG mindestens, mit Holger Herbst, Patrick Thöne und Marvin Schmidt ist ein Trio schon mal am Start. Friedenstab: "Wir werden dann sehen, wer sich vom Rest fit fühlt und spielen kann."

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Von Corona blieb das Team leider auch nicht verschont. Martina Nöst erwischte es über Weihnachten. "Sie hat jetzt den Genesenen-Status - das hilft uns wiederum", so Friedenstab. Die Österreicherin ist also dabei, auch Karen Radke steht nach Krankheit seit Dienstag wieder im Training. "Sie ist noch nicht bei 100 Prozent. Es könnten also bessere Vorzeichen sein. Aber wer weiß, wie es den anderen Teams gerade geht", so der SG-Kapitän.


Dass es in der Regionalliga überhaupt weitergeht, wurde erst vor wenigen Tagen entschieden. "Es gab eine Sitzung der Gruppe Nord. Da wurde diskutiert ob die Saison fortgesetzt oder abgebrochen wird", berichtet Friedenstab. Dabei wurde das Meinungsbild der Mannschaften eingeholt, auch Gifhorn/Nienburg wollte weiterspielen. "So lange es die politischen Richtlinien zulassen. Aber man muss ja ständig damit rechnen, dass abgebrochen werden muss." Deshalb sei es umso wichtiger, "jetzt in der Tabelle nicht abzurutschen. Da wir schon in der Rückrunde sind, kann ich mir vorstellen, dass es bei Abbruch Auf- und Absteiger geben wird".

Was machen die Brauereien?

Gifhorn ist zurzeit Zweiter - und damit Erster in Sachen Aufstieg. Denn der SV Berliner Brauereien II ist zwar Spitzenreiter, darf aber aktuell nicht hoch, da die Erstvertretung schon in der zweiten Liga spielt. Dort stehen die Hauptstädter zurzeit auf dem rettenden Ufer, haben sich aber noch nicht aller Abstiegssorgen entledigt. "Wenn Berlin nicht absteigt, reicht also Rang zwei, ansonsten müssen wir Meister werden - aber es wäre natürlich so oder so am besten, wenn wir am Ende ganz oben stehen", sagt Friedenstab.

In der ausgeglichen Liga geht's für Gifhorn am Samstag zunächst gegen Bremen. Der Polizei-Sportverein hat zwar nur vier Zähler weniger als die SG, ist aber Vorletzter. Am Sonntag steigt dann das Topspiel gegen das mit Gifhorn punktgleiche Harkenbleck. "Das wird ein richtungsweisendes, aber kein entscheidendes Wochenende. Dafür liegen alle Teams zu dicht zusammen. Aber wir wollen weder Berlin noch Harkenbleck ziehen lassen, deshalb wären drei bis vier Punkte gut", weiß der Kapitän.

Heimrecht, aber Auswärtsfahrt

Übrigens: Gifhorn hat zwar Heimrecht, spielt aber erstmals nicht in Gifhorn. Die heimische OHG-Halle steht nicht zur Verfügung. "Wir hätten sicherlich vor Ort eine andere Halle bekommen, aber wir haben uns für Nienburg entschieden. Die Halle gehört dem Verein und durch die Spielgemeinschaft war es relativ leicht, da reinzukommen."

Vielleicht ein kleiner Vorteil für den Samstagsgegner. Denn Yannik Windhorst und Maren Völkering (beide Bremen) wohnen in Nienburg. "Vermutlich trainieren sie da oft. Yannik hat per Whatsapp schon gefragt, ob ich die Halle überhaupt kenne", sagt Friedenstab mit einem Schmunzeln. Er kennt sie - wie seine Teamkollegen und Teamkolleginnen. "Darum sollte der fehlende Heimvorteil" im Kampf um einen Spitzenplatz "kein Nachteil sein".