07. März 2019 / 11:04 Uhr

Nichts zu verbergen? Das kuriose "geheim-öffentliche" Training von Hannover 96

Nichts zu verbergen? Das kuriose "geheim-öffentliche" Training von Hannover 96

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Freie Sicht aufs Geheimtraining von Hannover 96.
Freie Sicht aufs "Geheimtraining" von Hannover 96. © Florian Petrow
Anzeige

Es läuft aktuell offenbar nichts wie es soll bei Hannover 96: Eigentlich war am Mittwoch Geheimtraining angesetzt. Doch so richtig geheim war die Einheit am Vormittag nicht. Passanten und Schaulustige hatten freie Sicht, überraschende taktische Kniffe konnte Trainer Thomas Doll so nur schwerlich einstudieren.

Anzeige

Geheime oder öffentliche Vorbereitung auf den nächsten Gegner? So wie 96 in den vergangenen Wochen aufgetreten ist, ist das komplett egal. Was die Profis in den versteckten Einheiten einstudiert haben, war so geheim, dass es meistens auch an den Wochenenden in der Bundesliga den Gegenspielern oder eigenen Anhängern gegenüber im Verborgenen blieb ...

Anzeige

Im Geheimen sollte sich eigentlich auch das gestrige Training abspielen – aber selbst das klappt nicht bei 96. Beide Einheiten sollten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. So hatte es Thomas Doll schließlich angekündigt. „Beide Einheiten werden übrigens morgen nicht öffentlich sein. Wir werden gezielt an einigen Dingen im taktischen Bereich arbeiten“, sagte der Trainer in dem am Dienstag auf der 96-Homepage erschienenen Interview.

Bilder vom Vormittagstraining von Hannover 96 (5. März):

Auch am Dienstag mussten die Spieler von Hannover 96 laufen.  Zur Galerie
Auch am Dienstag mussten die Spieler von Hannover 96 laufen.  ©

Rasen-Wunderheilung in wenigen Stunden

Allerdings trainierten die Profis am Vormittag ab 10.30 Uhr nicht auf dem dafür vorgesehenen abgehängten, sondern für alle sichtbar auf dem unteren, neuen Platz. Die Begründung: Der untere Platz wäre für die Trainingsform besser bespielbar als der obere. Interessanterweise fand die zweite Einheit des Tages dann auf dem abgehängten Platz statt, der also innerhalb von wenigen Stunden eine Rasen-Wunderheilung durchlebt haben muss.

Am Vormittag, dem geheim-öffentlichen Training, war das Zusehen aber dennoch verboten. Doll bat – charmant und in einem freundlichen Ton – die Fotografen, den Platz zu verlassen. „Lasst uns mal in Ruhe, heute ist geheim“, so der Trainer. Na ja, so geheim, dass jeder zuschauen konnte ...

Die letzten zehn Spiele von Hannover 96 gegen Bayer Leverkusen:

Hannover 96 trifft am Sonntag auf Bayer 04 Leverkusen. Die Roten haben nicht eines der letzten zehn Spiele gegen die Werkself gewonnen. Hier erfahrt Ihr alles über die vergangenen Partien.  Zur Galerie
Hannover 96 trifft am Sonntag auf Bayer 04 Leverkusen. Die Roten haben nicht eines der letzten zehn Spiele gegen die Werkself gewonnen. Hier erfahrt Ihr alles über die vergangenen Partien.  ©

Vier Nachwuchsspieler dabei

Wie die zahlreichen Fußgänger oder Fahrradfahrer, die am Platz vorbeigingen beziehungsweise -fuhren. Oder eine Handvoll an älteren Herrschaften, die sich trotz des so geheimen Trainings direkt an den Platz stellten und dort auch bleiben durften.

Was sie sahen, war, dass unter anderem die angekündigten Nachwuchsspieler mit auf dem Rasen waren: Sebastian Soto, Niklas Tarnat, Chris Gloster, Julian Klar und Niklas Tarnat mischten bei den Profis mit.

Mehr zu Hannover 96

Die neuen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 nach dem Abstieg:


Michael Esser: 1 Million EUR (-500.000 EUR bzw. -33,3%). Zur Galerie
Michael Esser: 1 Million EUR (-500.000 EUR bzw. -33,3%). ©

Jonathas als einzige Spitze?

Doll ließ seine Jungs im Elf-gegen-elf gegeneinander antreten, an der Seitenlinie fungierten Athletiktrainer Timo Rosenberg und Co-Trainer Asif Saric als Linienrichter. In der vermeintlichen A-Elf (mit wechselnden Torhütern) spielten Julian Korb, Waldemar Anton, Kevin Wimmer sowie Miiko Albornoz in einer Viererkette. Davor agierten Pirmin Schwegler und Walace als Doppel-Sechs. Linton Maina, Florent Muslija und Nicolai Müller bildeten eine Dreierkette im offensiven Mittelfeld, vor der Jonathas als einziger Angreifer stürmte.

Doll und sein Co-Trainer Ralf Zumdick griffen zwischendurch immer wieder ein, versuchten zu korrigieren und Hilfestellungen zu geben. Um 11.39 Uhr war das geheim-öffentliche Training dann vorbei.