27. November 2022 / 21:53 Uhr

Niclas Füllkrug rettet DFB-Team einen Punkt gegen Spanien - Rennen um Achtelfinale wird Rechenspiel

Niclas Füllkrug rettet DFB-Team einen Punkt gegen Spanien - Rennen um Achtelfinale wird Rechenspiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niclas Füllkrug hat Deutschland gegen Spanien ein Remis gerettet.
Niclas Füllkrug hat Deutschland gegen Spanien ein Remis gerettet. © Getty Images
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Ein später Treffer von Joker Niclas Füllkrug hat der deutschen Nationalmannschaft ein Unentschieden gegen Spanien beschert. Das Achtelfinale der WM in Katar bleibt in Reichweite - der Weg dorthin wird aber zum Rechenspiel. 

Dank Niclas Füllkrug hat die deutsche Nationalmannschaft die zweite Niederlage im zweiten Spiel der Weltmeisterschaft in Katar im Schlussspurt abgewendet. In seinem dritten Länderspiel rettete der Stürmer von Werder Bremen der DFB-Auswahl mit seinem Tor in der 83. Minute ein 1:1 (0:0) gegen Spanien und sorgte nach der ernüchternden 1:2-Pleite zum Turnier-Auftakt gegen Japan auch für ein wichtiges Erfolgserlebnis für die Moral. Zuvor hatte der ebenfalls eingewechselte Alvaro Morata die Führung des Angstgegners erzielt (62.).

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Den erhofften Einzug ins Achtelfinale kann das Team von Bundestrainer Hansi Flick aber nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Neben einem Sieg gegen Costa Rica im abschließenden Vorrundenspiel am Donnerstag darf Japan zeitgleich nicht gegen Spanien gewinnen. Sollte die parallel ausgetragene Begegnung mit einem Remis enden, kommt es auf die Tordifferenz oder die mehr geschossenen Treffer in der Vorrunde an - ein Fall für den Rechenschieber.

Flick hatte seine Startelf im Vergleich zur Auftaktniederlage nominell auf zwei Positionen umgebaut. Kai Havertz und Nico Schlotterbeck blieben zunächst auf der Bank, Leon Goretzka und Thilo Kehrer durften beginnen. Letztgenannter übernahm die Rechtsverteidiger-Position von Niklas Süle, der in die Zentrale rückte. Goretzka und Joshua Kimmich bildeten die Doppel-Sechs, etwas davor agierte Ilkay Gündogan. Thomas Müller besetzte die Rolle an vorderster Front.

"Thilo hat einen guten Eindruck gemacht. Daher war das naheliegend. Und dann haben wir im Mittelfeld geguckt, dass wir da nochmal Stabilität haben. Jo Kimmich und Leon Goretzka spielen das bei Bayern München. Wir erhoffen uns, dass die Mitte dann zu ist und wir wirklich auch Druck auf den Gegner bekommen können", sagte Flick unmittelbar vor dem Anpfiff am ZDF-Mikrofon. Man wolle die Spanier "am Spielfluss hindern".

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Eine Marschroute, die im ersten Durchgang erst einmal nur bedingt aufging. Die Spanier übernahmen von Beginn an die Kontrolle und setzten ihren auf Ballbesitz ausgerichteten Fußball konsequent um. Deutsche Bemühungen um Struktur wurden durch ein extrem hohes Anlaufen früh erstickt. Folge: Die Iberer, die mit einem 7:0 gegen Costa Rica in das Turnier gestartet waren, kamen zu ersten dicken Chancen. Der Leipziger Bundesliga-Profi Dani Olmo zog aus halblinker Position ab, Manuel Neuer touchierte den Ball und die Kugel streifte die Unterkannte der Latte - von dort sprang sie zurück ins Feld (7.).

An der Verteilung der Feldanteile änderte sich in der Folge zunächst wenig, die DFB-Auswahl hielt aber engagiert dagegen und baute in der Offensive auf gelegentliche Nadelstiche. So setzte Goretzka nach zehn Minuten Serge Gnabry in Szene, dessen Abschluss der herauseilende spanische Keeper Unai Simon unterbinden konnte. Allerdings befand sich der Bayern-Profi bei der Aktion im Abseits. In der Folge zeigte Spanien die reifere Spielanlage, Flicks Team wehrte sich. Nach einem Schuss neben das Tor von Jordi Alba (22.), verfehlte auch Gnabry das Ziel (25.).

Nach rund einer halben Stunde schien sich die Geduld der nun ebenfalls früher pressenden DFB-Auswahl auszuzahlen. Der Gegner agierte in einigen Situationen nervös und leistete sich ein paar ungewohnte Ballverluste. Fünf Minute vor der Pause ließ Rüdiger die deutsche Elf dann jubeln und wuchtete den Ball nach einer Freistoß-Flanke von Kimmich ins Tor. Schiedsrichter Danny Makkelie (Niederlande) und der VAR pfiffen das Tor jedoch zurück.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs gelang es Flicks Mannschaft weiterhin, die Spanier aus ihrer Komfortzone zu holen und durch frühes Stören zu nerven. Beste Beispiel: Ein Ballverlust der Iberer am eigenen Strafraum führte zu einem Kimmich-Abschluss aus glänzender Position - Unai Simon parierte (56.). Phasenweise schien es nun tatsächlich so, als könnte man den Favoriten niederringen. Doch dann kam die kalte Dusche. Jordi Alba wurde von Kehrer bei einer Flanke nicht entscheidend bedrängt, in der Mitte entwischte Morata seinem Bewacher Süle und spitzelte die Kugel ins Tor.

Flick reagierte und brachte Leroy Sané, Füllkrug und Lukas Klostermann für Gündogan, Müller und Kehrer (70.). Maßnahmen, die dem Spiel noch einmal neuen Schwung verliehen. Kurz nach dem Dreier-Tausch brachte Sané den Ball zu Musiala, der nur noch Unai Simon vor sich hatte. Statt einer Ablage zu Füllkrug schloss der Youngster selbst ab und scheiterte an Spaniens Schlussmann. (73.). Dann die Erlösung: Von Musiala tropfte Füllkrug der Ball für die Füße und der Bremer setzte den kraftvollen Schuss ins Netz.

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