31. Mai 2021 / 08:04 Uhr

Nico und Keven Schlotterbeck über den SC Freiburg, Vergleiche mit den Boateng-Brüdern und die DFB-Auswahl

Nico und Keven Schlotterbeck über den SC Freiburg, Vergleiche mit den Boateng-Brüdern und die DFB-Auswahl

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nico (l.) und Keven Schlotterbeck spielen ab der kommenden Saison gemeinsam für den SC Freiburg.
Nico (l.) und Keven Schlotterbeck spielen ab der kommenden Saison gemeinsam für den SC Freiburg. © IMAGO/revierfoto/Matthias Koch (Montage)
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Nach der bevorstehenden U21-EM spielen Nico und Keven Schlotterbeck gemeinsam beim SC Freiburg. Im SPORTBUZZER-Interview sprechen sie über krachende Zweikämpfe und die DFB-Auswahl.

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Nico Schlotterbeck (21) steht mit Deutschlands U21 an diesem Montag (21 Uhr/ProSieben) gegen Dänemark im EM-Viertelfinale. Zur neuen Saison kehrt er nach seiner Leihe zu Union Berlin zum SC Freiburg zurück. Dort trifft er auf Keven Schlotterbeck (24). Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), hat sich mit den beiden zum Brüder-Interview verabredet.

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SPORTBUZZER: Nächste Saison kämpfen in Freiburg zwei Brüder um dieselbe Position in der Startelf. Wie soll das gut gehen?

Keven: Als Brüderpaar ist das alles nicht so einfach. Es gibt nur zwei oder drei Plätze in der Verteidigung. Wir haben lange nicht mehr in einer Mannschaft gespielt, es wäre eine interessante Konstellation.



Nico: Stimmt, das hatten wir bisher noch nicht so richtig, deswegen wissen wir noch nicht, wie wir damit umgehen. Wir hatten das vor zwei Jahren mal für eine halbe Saison, da waren wir aber noch nicht so im Geschäft wie jetzt. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Aber wenn wir zusammen auf dem Platz stehen sollten, wäre das toll.

Keine Angst, dass es mal kracht im Training?

Keven: Wenn es mal knallt, dann knallt es halt. Das passiert – auch wenn wir Brüder sind. Deswegen gehen wir trotzdem hinterher nach Hause und sind nicht sauer aufeinander.

Nico: Einmal ist es passiert, dass Keven mich gut erwischt hat. Aber sonst kommen wir uns eigentlich im Training aufgrund unserer Position nicht so viel ins Gehege. Ich will Keven in einer Übung auch nicht unbedingt den Ball abnehmen, dann sieht er schlecht aus. Ich würde sagen, man neutralisiert sich, sodass wir beide gut aussehen (lacht).

Die Schlotterbecks über Vergleiche mit den Boatengs und Benders

Seid Ihr eigentlich eher wie die Boatengs oder die Benders?

Keven: Wir sind die Schlotterbecks (lacht). Schauen Sie sich die Götzes, die Benders, die Boatengs an, die haben alle über die Jahre ihren Weg gemacht. Es wäre toll, wenn die Leute über uns das in zehn Jahren auch sagen könnten.

Nico: Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Wir sind jetzt nicht die Paradiesvögel wie die Boateng-Brüder. Die haben zwar Weltklassekarrieren hingelegt, das wollen wir auch. Die beiden sind aber sehr extrovertiert. Lars und Sven Bender haben nie abseits des Platzes für Schlagzeilen gesorgt. Ich denke, da sind wir eher anzusiedeln.

Wer ist der größere Dickkopf?

Keven: In der ganzen Familie weiß jeder, dass Nico der größere Dickkopf und stur ist.

Nico: Da kann ich zustimmen. Ich lasse mir von anderen Leuten nicht gerne etwas sagen. Ich nehme Ratschläge an – aber nicht von jedem. Von Keven schon (lacht).

Nico Schlotterbeck: Max Kruse "ist nie nervös"

Nico, Sie spielten mit Max Kruse bei Union. Was kann man von ihm für das Leben mitnehmen?

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Nico: Von Max kann ich sehr viel als Fußballer mitnehmen, weil er da abliefert. Was er abseits des Platzes macht, ist mir egal. Wir sind unterschiedliche Typen. Max ist einer, der in Kabine sehr gut rüberkommt. Er ist eigentlich nie nervös, hat immer einen Spruch auf den Lippen.

Den Schlotterbecks wird eine mögliche Zukunft in der Nationalmannschaft vorausgesagt.

Keven: Wenn man von klein auf Fußball spielt, will man den Adler auf der Brust tragen. Natürlich hofft man immer, dass man mal in der Nationalmannschaft spielen darf. Aber dazu muss man über mehrere Jahre erstmal Leistung zeigen. Nico und ich sind jetzt beides keine Wunderspieler oder Juwele so wie Kai Havertz oder Timo Werner, die schon mit 18 oder 19 debütiert haben. Bei uns kommt es hoffentlich etwas später.