07. Mai 2022 / 13:16 Uhr

"Außergewöhnlicher Typ": Ex-Trainer Lukas Kwasniok erklärt Werdegang von BVB-Transfer Nico Schlotterbeck

"Außergewöhnlicher Typ": Ex-Trainer Lukas Kwasniok erklärt Werdegang von BVB-Transfer Nico Schlotterbeck

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nico Schlotterbeck zieht es im Sommer vom SC Freiburg zu Bundesliga-Konkurrent BVB.
Nico Schlotterbeck zieht es im Sommer vom SC Freiburg zu Bundesliga-Konkurrent BVB. © IMAGO/Picture Point LE/Langer (Montage)
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Mit Nico Schlotterbeck wechselt im Sommer ein junger Nationalspieler vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund. Sein Förderer Lukas Kwasniok, der inzwischen den Zweitligisten SC Paderborn trainiert, erklärt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, wie Schlotterbeck sich für den BVB interessant machte.

Als Nico Schlotterbeck den SC Freiburg im Sommer 2020 per Leihe zu Union Berlin verließ, war nicht damit zu rechnen, was zwei Jahre später passieren würde. Der 22-jährige Spieler des Bundesligisten SC Freiburg ist inzwischen zu einem der besten deutschen Verteidiger aufgestiegen, wechselt zu Borussia Dortmund und ist ein gefragter Spieler im DFB-Team. An diesem Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky [Anzeige]) trifft er mit dem Sportclub auf Union.

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"Nico ist groß und kopfballstark, verfügt über einen hervorragenden Spielaufbau und ist auch torgefährlich. Vor allem aber ist Nico ein außergewöhnlicher Typ – auf und neben dem Platz“, sagt sein Förderer Lukas Kwasniok dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Der Trainer des Zweitligisten SC Paderborn bewertet den Transfer des Verteidigers zum BVB als "perfekt für seinen weiteren Weg“.

Nur unter Streich spielte Schlotterbeck häufiger als unter Kwasniok

Kwasniok trainierte Schlotterbeck in der U17 und U19 des Karlsruher SC. 36 Spiele absolvierte der Neu-Nationalspieler unter dem aktuellen SCP-Coach, nur unter Freiburg-Trainer Christian Streich stand der 22-Jährige häufiger auf dem Platz (53-mal). Der Defensivspieler kam im Sommer 2015 über die Stuttgarter Kickers und den VfR Aalen nach Karlsruhe. "Bevor er einen Internatsplatz beim KSC bekam, ist Nico ein Jahr lang jeden Tag knapp 100 Kilometer zum Training gefahren“, erinnert sich Kwasniok.

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Schlotterbeck investierte schon damals viel, um sich später einmal den Traum von der Champions League, Weltmeisterschaften und Co. zu erfüllen. Anfang September könnte der 22-Jährige in der Königsklasse für Borussia Dortmund debütieren, im Winter folgt sehr wahrscheinlich die Teilnahme an der WM in Katar. "Es wäre vermessen, seine enorme fußballerische Entwicklung im Rückblick schon damals prognostiziert zu haben. Als Innenverteidiger mit einem linken Fuß brachte er bereits in der Jugend viel mit. Aber bis er zum Junioren-Nationalspieler und schließlich zum Nationalspieler reifte, brauchte es noch zahlreiche Schritte“, meint Kwasniok.

Schlotterbeck profitiert von Leihe zu Union Berlin

Knapp 20 Millionen Euro lässt sich der BVB die Dienste des Jung-Nationalspielers kosten. Dabei hießen vor drei Jahren die Gegner noch Hessen Dreieich oder Stadtallendorf in der Regionalliga Südwest. Schlotterbeck stand erst in der Saison 2019/2020 regelmäßig im Profikader. Er war aber oft nur die Nummer fünf im Verteidiger-Ranking. Und dann kam mit der Leihanfrage von Union Berlin wohl das Beste, was dem gebürtigen Waiblinger zu diesem Zeitpunkt passieren konnte.

Schlotterbeck musste zwar zunächst einen Muskelfaserriss und hartnäckige Oberschenkelprobleme überstehen, entwickelte sich dann aber zu einer wichtigen Stütze im Spiel der Eisernen. Er stabilisierte die Abwehr, verpasste nach seiner Rückkehr im Januar fast keine Partie mehr und schaffte mit Union sogar den Sprung bis in die Conference League. Nach eigenen Angaben fühlte sich Schlotterbeck in der Hauptstadt "brutal wohl“. Halten konnte Union den Verteidiger indes nicht über die Saison hinaus.

Ginter soll Schlotterbeck beim SC Freiburg ersetzen

Nach dem EM-Titel mit der U21 im Sommer 2021 kam Schlotterbeck mit anderen Ansprüchen zurück nach Freiburg. Und er performte direkt. Auch, weil SCF-Trainer Streich sofort auf ihn setzte. "Nico ist ein sehr aufgeweckter und fröhlicher Mensch, er hat uns sehr gutgetan, weil er in den letzten Jahren Dinge gelernt hat, die sehr wichtig sind für sein Spiel. Etwa Ernsthaftigkeit bei aller Lockerheit“, sagte Streich.

Schlotterbecks Ersatz in Freiburg heißt Matthias Ginter, der von Borussia Mönchengladbach zurückkehrt – als Weltmeister, Pokalsieger und Champions-League-Spieler. Triumphe dieser Art hat Schlotterbeck womöglich noch vor sich.