12. Januar 2021 / 11:03 Uhr

Niederlage abgehakt: Hosiner will mit Dynamo Dresden „neue Serie starten“

Niederlage abgehakt: Hosiner will mit Dynamo Dresden „neue Serie starten“

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Philipp Hosiner von Dynamo Dresden versucht mit einem Rückfallzieher den Ball im Tor von Türkgücü unterzubringen.
Philipp Hosiner (rot) von Dynamo Dresden versucht mit einem Rückfallzieher den Ball im Tor von Türkgücü unterzubringen. © imago images/foto2press
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Nach dem 0:1 bei Türkgücü München schauen die Schwarz-Gelben schon wieder nach vorn. Sie kennen ihre Mängel und wollen sie in dieser Woche abstellen. Am Sonnabend soll gegen Mitabsteiger SV Wehen Wiesbaden ein positiver Hinrundenabschluss her.

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München/Dresden. Mehr als zwei Monate lang hatte Dynamo Dresden kein Punktspiel mehr verloren und aus acht Partien sieben Siege geholt. Doch die starke Serie, die mit einem Heimsieg gegen den TSV 1860 München begann, endete ausgerechnet in dessen Stadion an der Grünwalder Straße. Das erwies sich erneut als kein gutes Pflaster für die Schwarz-Gelben, die dort schon Anfang Oktober beim 0:3 gegen die Bayern-Bubis ihre höchste Saisonniederlage kassiert hatten. Denn nun folgte am Montagabend eine 0:1-Pleite gegen Türkgücü München.

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Philipp Hosiner jedenfalls schaute direkt nach dem Spiel schon wieder nach vorn. „Das war die erste Niederlage seit Langem in der Liga. Wir werden versuchen, eine neue Serie zu starten. Wir sind stark genug, schmeißen durch die Niederlage nicht alles hin“, sagte der Dynamo-Stürmer, der sich nicht runterziehen lassen will. Denn das Selbstvertrauen sei noch unverändert vorhanden. „Wir haben jetzt zwei Heimspiele, in unserem Stadion ist es die letzten Wochen auch ganz gut gelaufen. Da wollen wir anknüpfen ans letzte Jahr“, machte der Österreicher klar.

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Dynamo Dresden verliert das Auswärtsspiel bei Türkgücü München mit 0:1. Zur Galerie
Dynamo Dresden verliert das Auswärtsspiel bei Türkgücü München mit 0:1. ©

Die beiden an den nächsten Sonnabenden im Rudolf-Harbig-Stadion anstehenden Begegnungen gegen den SV Wehen Wiesbaden und den 1. FC Kaiserslautern sind der Abschluss der Hin- und der Beginn der Rückrunde. Die Sorgen, dass Dynamo gegen den Mitabsteiger aus Hessen und die Pfälzer, gegen die am ersten Spieltag auswärts ein 1:0-Auftakterfolg gelungen war, nun in einen Negativstrudel gerät, halten sich in Grenzen. „Wenn wir zielstrebiger nach vorn werden, ist mir nicht Angst und Bange, dass wir demnächst wieder Punkte einfahren“, meinte Yannick Stark.

Hosiner: „Den treffe ich zu gut“

Das größte Problem hatte der Kapitän dabei schon angesprochen: Zwar stimmten Kampf und Einsatz, aber der letzte Zug zum Tor, die notwendige Präzision fehlten. Woran genau das lag, konnte er allerdings nicht so recht erklären. Jedoch werde man in dieser Woche daran arbeiten, dass die Offensivaktionen wieder zwingender werden. „Wir haben hier nicht versagt, es hat nur nicht sein sollen. Das Glück aus den letzten Wochen vor der Pause, wo die entscheidenden Momente auf unserer Seite waren, hatten wir diesmal leider nicht“, meinte der 30-Jährige.

Allein Philipp Hosiner hätte für zwei Traumtore und damit für den Sieg sorgen können, doch beide Versuche landeten genau in den Armen von Türkgücü-Torwart René Vollath: kurz vor Spielende aus kurzer Distanz per Hacke und bereits ganz zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem Fallrückzieher. „Den treffe ich zu gut“, analysierte Hosiner. „Wenn ich ihn ein bisschen schlechter treffe, geht er rein. Aber das war auch nicht die spielentscheidende Szene.“ Die hatte Münchens Kapitän Sercan Sararer, als er nach einem Fehlpass von Robin Becker zum Tor des Tages traf (32.).

Gier hat gefehlt

Als sie bei den meist weit zurückgezogenen Oberbayern dem Rückstand hinterherliefen, mangelte es den Sachsen an Ideen. Türkgücü verteidigte geschickt und auch die Brechstange am Ende half nicht mehr. Dabei hatte Cheftrainer Markus Kauczinski vorm Spiel durchaus mit so einem Szenario kalkuliert. Doch zu leichtfertige Ballverluste auf den Flügeln machten ihm einen Strich durch die Rechnung. „Wir haben nur phasenweise Lösungen gehabt. Daraus müssen wir lernen und gerade gegen solche Gegner über außen noch präziser werden“, fordert der 50-jährige Coach.

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(1) Kevin Broll: Bislang siebenmal in dieser Drittligasaison bewahrte der Dresdner Schlussmann eine weiße Weste, diesmal nicht. Beim 1:0 von Sararer (32.) war er machtlos und schaute bei dem platzierten Schlenzer ins Eck nur verdutzt dem Ball nach. Die anderen Abschlüsse der Gäste gingen entweder weit an seinem Kasten vorbei oder waren kein Problem für ihn. Note 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Bislang siebenmal in dieser Drittligasaison bewahrte der Dresdner Schlussmann eine weiße Weste, diesmal nicht. Beim 1:0 von Sararer (32.) war er machtlos und schaute bei dem platzierten Schlenzer ins Eck nur verdutzt dem Ball nach. Die anderen Abschlüsse der Gäste gingen entweder weit an seinem Kasten vorbei oder waren kein Problem für ihn. Note 3 ©

Und Yannick Stark bemängelte, dass seine Mannschaft auch bei ihren vielen Standards nicht zwingend genug gewesen sei. Marvin Stefaniak, der viele Ecken, Freistöße und Flanken schlug, ärgerte sich: „Nach der zweiten Halbzeit ist die Niederlage absolut unverdient. Wir haben die ganze Zeit gedrückt, Türkgücü hat keinen Stich mehr gesehen. Vielleicht hat die Gier gefehlt, die Torgeilheit, der letzte Punsch.“

Gemeint hat Dynamos Spielmacher damit eigentlich den letzten Punch, auch wenn er bei Temperaturen von bis zum minus 8 °C gegen ein Heißgetränk sicher nichts einzuwenden gehabt hätte. „Wenn man auf dem Platz steht, ist es recht gut zu kompensieren. Wir haben auch kalte Füße, versuchen aber, das Beste daraus zu machen“, wollte der 25-Jährige den Frost nicht als Ausrede geltend machen. „Man merkt schon, wenn man in der kalten Luft steht und vor allem aus der Halbzeit rauskommt, aber sowas darf uns nicht verrückt machen. Wir müssen trotzdem unsere Leistung bringen.“ Im Duell gegen Wehen werden die Schwarz-Gelben gewiss wieder heiß sein.