09. Mai 2021 / 19:39 Uhr

Traum geplatzt: Scorpions verlieren Finalserie gegen Selb und verpassen Aufstieg in die DEL2

Traum geplatzt: Scorpions verlieren Finalserie gegen Selb und verpassen Aufstieg in die DEL2

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Enttäuschte Gesichter bei den Scorpions: Die Selber Wölfe sichern sich die Oberliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die DEL2.
Enttäuschte Gesichter bei den Scorpions: Die Selber Wölfe sichern sich die Oberliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die DEL2. © Florian Petrow
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Ist das bitter! In der fünften und letzten Partie der Play-off-Finalserie haben die Hannover Scorpions den Aufstieg in die DEL2 und die Oberliga-Meisterschaft verspielt. Im Heimspiel gegen die Selber Wölfe musste sich das Team von Coach Tobias Stolikowski mit 2:4 geschlagen geben.

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Genau das möchte man als Sportler nicht erleben – zumal noch zu Hause: Die Hannover Scorpions wollten am liebsten gar nicht hinschauen, mussten aber trotzdem mitansehen, wie die Selber Wölfe zur Siegerehrung schritten und ihre Goldmedaillen erhielten. In dem Moment, als Wölfe-Kapitän Florian Ondruschka den Pokal in die Höhe reckte, waren die Spieler erlöst und schlichen hinter der feiernden Wölfe-Meute vom Eis.

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Selb feiert Aufstieg und Meisterschaft

Nicht nur die Trophäe, die aussieht wie ein geschrumpfter Champions-League-Pokal, sondern auch den Aufstieg in die DEL mussten die Wedemärker ihrem Gegner überlassen. Im alles entscheidenden fünften Spiel des Play-off-Finals hatten die Scorpions mit 2:4 (1:2, 0:1, 1:1) gegen die Oberfranken verloren, die sich damit den nötigen dritten Sieg und die die Meisterschaft der Eishockey-Oberliga sicherten.

Bilder vom Play-off-Finale (Spiel 5) der Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Scorpions und Selber Wölfen

Bilder vom Play-off-Finale (Spiel 5) der Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Scorpions und Selber Wölfen Zur Galerie
Bilder vom Play-off-Finale (Spiel 5) der Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Scorpions und Selber Wölfen ©

Das tut richtig weh – das letzte Spiel der Saison zu Hause zu verlieren und das zu erleben“, sagte Scorpions-Verteidiger Andy Reiss, während aus der Gästekabine laut und deutlich Party-Musik zu vernehmen war. Dass sein Team im Spiel zeitweise fahrig agierte, war auch ihm aufgefallen. „Wenn wir wüssten, woran es lag, hätten wir es abgestellt.“



Koziol sorgt für Scorpions-Führung

In der Partie besaß die erste Chance Selbs Nicholas Migio, der allein auf Brett Jaeger zulief, jedoch am Scorpions-Torhüter scheiterte. In der zwölften Minute brachte Christoph Koziol, der einen Schuss von Christoph Kabitzky geschickt abfälschte und damit Selbs Keeper Michel Weidekamp überwand, sein Team mit 1:0 in Führung.

Es folgten dennoch die rabenschwarzen 32 Sekunden in der 16. Spielminute: Zunächst gelang Lukas Slavetinsky in Überzahl der Ausgleich, Robin Thomson hatte zuvor die Scheibe mit der Hand blockiert und dafür eine Strafzeit wegen Spielverzögerung erhalten. Beim nächsten Angriff brachte Robert Hechtl die Gäste erstmals in einem Spiel in Mellendorf in Front.

Wenig Torchancen

Die erste richtige Torchance der Scorpions datierte erst wieder aus der 31. Minute: Fedor Kolupaylo umkurvte mit viel Schwung das Tor, seinen Schuss lenkte Weidekamp mit dem Stock ins Fangnetz.

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Jaeger mit Pech

Und gerade in dieser Phase, als die Scorpions endlich zurück ins Spiel fanden, fehlte ihnen das, was man Scheibenglück nennt: Die Wölfe spielten durch Slavetinsky den Puck tief ins Drittel der Scorpions, Jaeger kam aus seinem Tor und wollte ihn an der Bande stoppen. Doch der Puck sprang, ein klassischer Bandenfehler, schräg ab und direkt frei vors Tor. Dort hatte Richard Gelke leichtes Spiel und traf zum 1:3 (32.).

Ein echter Wirkungstreffer. Die Wölfe besaßen Chancen zum 1:4 und damit zu einer Vorentscheidung. Doch Jaeger hielt sein Team im Spiel. Bei einem Schuss von Steven Deeg war er bereits geschlagen, die Scheibe prallte aber an die der Oberkante der Latte.

Schussverhältnis spricht für Selb

Trotz des aus ihrer Sicht ärgerlichen Gegentores: Ein Schussverhältnis von 5:15 im Mitteldrittel sprach für sich, mit dem Zwei-Tore-Rückstand waren die Mellendorfer noch gut bedient.

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Mehr Druck im Schlussdrittel

In Schlussdrittel starteten die Scorpions zwar nicht mit dem Mute der Verzweiflung, aber doch druckvoller als zuvor. Weidekamp blieb stabil und sicher, Jaeger auf der Gegenseite aufmerksam bei Kontern. Kabitzky brachte die Hoffnung zurück und staubte die Scheibe ums Tor herum zum 2:3 ab (51.).

Es schloss sich für den Nordmeister das erste und einzige Powerplay der Partie an, der aber hier erneut zu fahrig agierte. Eineinhalb Minuten vor dem Ende nahm Scorpions-Trainer Tobias Stolikowski zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers Jaeger vom Eis, Miglio traf wenige Sekunden später zum 2:4-Endstand ins leere Tor.