24. Oktober 2020 / 22:04 Uhr

Bloch nach erster MSV-Niederlage seit 322 Tagen: "Kann mich nicht beruhigen"

Bloch nach erster MSV-Niederlage seit 322 Tagen: "Kann mich nicht beruhigen"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
MSV-Trainer Henry Bloch.
MSV-Trainer Henry Bloch. © Marius Böttcher/Archivbild
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Brandenburgliga: Ein sehr umstrittener Elfmeter entscheidet die Partie bei Grün-Weiß Lübben gegen Neuruppin.

Grün-Weiß Lübben – MSV Neuruppin 3:2 (2:0). Tore: 1:0 Eduard Gutar (8.), 2:0 Toni Guttke (11.), 2:1 Vadims Logins (55.), 2:2 Rafael Conrado Prudente (59.), 3:2 Romano Lindner (64., Strafstoß). Gelb-Rote Karte: Yulian Radkov Vladimirov (90.+1, wdh. Foulspiel, MSV). Zuschauer: 100.

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„Ich kann mich nicht beruhigen“, erklärte Henry Bloch nach der 2:3-Niederlage im Spreewald mächtig angefressen. Erstmals nach zehneinhalb Monaten musste sich der Trainer des MSV Neuruppin mit seinem Team in einem Pflichtspiel geschlagen geben – am 7. Dezember 2019 unterlagen die Fontanestädter bei Grün-Weiß Lübben mit 2:4. Wie damals verließ man auch am Sonnabend den Rasen im Stadion der Völkerfreundschaft als Verlierer – zum dritten Mal nacheinander gab es beim Angstgegner nichts zu holen.

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Der Start in die Partie verlief schon alles andere als optimal. Nach elf Minuten liefen die Gäste bereits einem 0:2-Rückstand hinterher. Gutes Umschaltspiel führte zum 1:0, der zweite Lübbener Streich gelang nach einem Standard. „Wir wussten, dass der Gegner mit ordentlich Power ins Spiel gehen wird. Die Tore kassieren wir aber zu einfach“, bemängelte Bloch, dessen Schützlinge sich aber fingen und noch im ersten Durchgang zu drei, vier guten Chancen, Florian Matthäs scheiterte unter anderem am Aluminium, kamen.

Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten Lübben, dann aber setzte Neuruppin die Akzente. Routinier Vadims Logins schliss sich nach einem weiten Freistoß von Kevin Blumenthal am zweiten Pfosten weg und verkürzte. Kurz danach erzwang Michel Klemz einen Ballverlust der Grün-Weißen und steckte auf Torjäger Rafael Prudente durch – 2:2. „Wir waren in einer euphorischen Phase. Was dann jedoch passiert, ist unvorstellbar“, wetterte Bloch. Einen direkten Freistoß der Lübbener aus 20 Metern bekam MSV-Keeper Sabri Vaizov zu Fassen. Anschließend wollte er das Spiel schnell machen und lief Richtung Strafraumkante, um das Spielgerät nach vorne zu schlagen. Ihm stellte sich jedoch ein Gegner in den Weg, der daraufhin zu Fall kam.

Yulian Vladimirov sieht Gelb-Rot

„Normalerweise ist das eine Gelbe Karte für den Angreifer“, betonte Bloch, der nicht fassen konnte, dass Referee Felix Alich zur Verwunderung aller auf den Punkt zeigte. „Das ist vermutlich das erste Mal in der Fußballhistorie, dass es dafür einen Elfmeter gibt. Aus 40 Metern Entfernung hebt der Linienrichter seinen Wimpel deswegen, ich kann es nicht begreifen. Durch solch eine kapitale Fehlentscheidung wird dieses Spiel entschieden.“ Romano Lindner nahm jenes Geschenk dankend an – 3:2. Die Gäste gaben sich nicht auf, kreierten weitere Möglichkeiten und hatten den abermaligen Ausgleich mehrfach auf dem Fuß. Am Ende stand jedoch die erste Pflichtspielniederlage seit 322 Tagen fest.

Zudem flog Yulian Vladimirov in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz. „Nach den ersten zehn Minuten haben wir ein gutes Spiel absolviert, umwerfen wird uns diese Niederlage nicht“, sagte MSV-Trainer Henry Bloch, der trotz aller Emotionen auch noch lobende Worte für den Gegner übrig hatte: „In den Schlussminuten überstimmten sogar die Lübbener den Schiedsrichter in einer Entscheidung. Das war Fairplay, eine wirklich große Geste vom Kapitän.“


MSV Neuruppin: Vaizov – Haack, Blumenthal, Vladimirov – Klemz, Logins (84. Milushev), Kraeft, Janke (46. Malak), Machado (84. Japs) – Prudente, Matthäs