09. Mai 2019 / 20:55 Uhr

"Nicht unser Anspruch": Die Recken verlieren bei der SG BBM Bietigheim mit 27:29

"Nicht unser Anspruch": Die Recken verlieren bei der SG BBM Bietigheim mit 27:29

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trikotzupfer: Recken-Kreisläufer Evgeni Pevnov wird von der Bietigheimer Abwehr äußerst unfair gestoppt.
Trikotzupfer: Recken-Kreisläufer Evgeni Pevnov wird von der Bietigheimer Abwehr äußerst unfair gestoppt. © Imago/Marco Wolf
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Das Warten auf einen Sieg in der Bundesliga geht weiter: Zum siebten Mal in Folge haben die Recken keinen doppelten Punktgewinn verbuchen können. Bei der SG BBM Bietigheim verlor die TSV Hannover-Burgdorf mit 27:29 - und das trotz 16:13-Pausenführung.

Die Handball-Recken rutschen immer weiter in die Krise. Am Donnerstag kassierten sie die nächste Pleite, eine peinliche obendrein. Die TSV Hannover-Burgdorf verlor in Bietigheim mit 27:29 und verhalf den Schwaben zu einem ganz wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Hannover wartet nun schon seit sieben Spielen am Stück in der Bundesliga auf einen Sieg. Den letzten gab’s Ende Februar in Minden. So können sich die Recken das Saisonziel Top-10 abschminken. In dieser Form gewinnen sie diese Saison kein Spiel mehr.

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Recken finden zunächst den Dreh

„Bietigheim hat den Sieg mehr gewollt. Die Niederlage ist für mich sehr enttäuschend und heute sehr schwer zu verdauen“, sagte Geburtstagskind Sven-Sören Christophersen. Der Recken-Sportchef wurde gestern 34 Jahre alt – und hatte aus sportlicher Sicht keinen Grund zum Feiern. Im Gegenteil. „Wir haben zum wiederholten Male Punkte liegen gelassen“, schimpfte er. Wieder Bietigheim. Schon das Hinspiel hatten die Schwaben knapp mit 27:26 in der Tui-Arena gewonnen. Protagonist damals: Torwart Domenico Ebner mit 17 Paraden. Hannover verpflichtete den Bietigheimer kurzerhand für die neue Saison, noch will er aber mit den Schwaben die Klasse halten. In Halbzeit eins am Donnerstag gelangen ihm fünf Paraden. Die Recken führten trotzdem mit 16:13. Nach dem verschlafenen Start (0:3 und 1:4) fanden sie den Dreh zum 7:4. „Da haben wir uns gut reingekämpft“, sagte Christophersen.

Mehr über die Recken

Rutschpartie in Bietigheim

Beide Teams hatten erhebliche Probleme mit der Standfestigkeit. Der schlecht verlegte Linoleumboden war durch Reinigungsrückstände extrem rutschig. Die Wischkolonne kam kaum hinterher. In der Halbzeitpause wurde das Problem minimiert. Die Recken rutschten am Ende trotzdem böse aus. Auch er ging den Recken mit zahlreichen Paraden auf die Nerven. Beim 19:19 war das Spiel ausgeglichen. Das Team von Ex-Recke Hannes Jon Jonsson ging mit 20:19 in Führung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr her.

Das sind die nächsten Spiele der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2019/20

<b>28. Spieltag:</b> SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr Zur Galerie
28. Spieltag: SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr ©

"Katastrophal, dass wir hier verlieren"

In Durchgang zwei kam Jürgen Müller für Ebner. Auch er ging den Recken mit zahlreichen Paraden auf die Nerven. Beim 19:19 war das Spiel ausgeglichen. Das Team von Ex-Recke Hannes Jon Jonsson ging mit 20:19 in Führung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr her. Veit Mävers verkürzte zwar auf 26:27, aber die Recken hatten kein Mittel mehr, erneut den Dreh zu finden. Es fehlte Hannover schlicht an allem. „Wir haben zum wiederholten Male die Startphase nach der Pause verschlafen und da auch die nötige Körpersprache vermissen lassen“, kritisierte Christophersen. „Respekt vor Bietigheim – aber es ist katastrophal, dass wir hier verlieren“, sagte Spieler Fabian Böhm. „Das ist nicht unser Anspruch.“

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Dienstag gegen Gummersbach

Kommenden Dienstag geht’s erneut gegen einen Abstiegskandidaten. Dann kommt Gummersbach nach Hannover. Noch so einen Auftritt dürfen sich die Recken nicht erlauben. Sie haben jetzt schon nega- tiven Einfluss auf den Abstiegskampf genommen.

Kommt Müller aaus Ludwigshafen für Häfner?

Weil Recken-Kapitän Kai Häfner, wie berichtet, vorzeitig nach Melsungen wechselt, braucht Hannover dringend Ersatz. Ganz heißer Kandidat: Junioren-Nationalspieler Jerome Müller (22) von den Eulen Ludwigshafen. Der Linkshänder (Vertrag bis 2020) müsste beim Abstiegskandidaten freigekauft werden – das dürfte jedoch dank der Häfner-Ablöse kein Problem sein.

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