22. Mai 2021 / 17:23 Uhr

Niederlage zum Abschluss: RB Leipzig verschenkt bei Union Berlin drei Punkte

Niederlage zum Abschluss: RB Leipzig verschenkt bei Union Berlin drei Punkte

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Denn Ball im Visier: Kevin Kampl, Christian Gentner und Marcel Sabitzer (v.l.).
Den Ball im Visier: Kevin Kampl, Christian Gentner und Marcel Sabitzer (v.l.). © Picture Point
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RB Leipzig kommt ohne Punkte aus Berlin zurück, verpasste den angepeilten vereinsinternen Punkterekord. Während der 1. FC Union den Einzug in die Conference League feierte, scheiterten die Sachsen einmal mehr an einen indiskutablen Chancenverwertung.

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Berlin. Kein Punkterekord: Mit einer 1:2-Niederlage beim 1. FC Union Berlin beendet RB Leipzig die Bundesliga-Saison 2020/21. Zum Abschied von Julian Nagelsmann kehren die Sachsen mit leeren Händen nach Hause zurück, schenken statt dessen dank mehrerer verpasster Großchancen den Gastgeber die Teilnahme am internationalen Wettbewerb. RB schließt die Spielzeit zwar als Vizemeister ab, jedoch „nur“ mit 66 Punkten, also einem weniger als in der Rekordsaison 2016/17 unter Trainer Ralph Hasenhüttl.

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Union lässt RB wenig Luft

Bei RB gibt es zum Saisonfinale nicht nur die Premiere von Josep Martinez im Tor. Nein, die Roten Bullen laufen auch zum ersten Mal in ihren neuen Auswärtstrikots auf. Die Fans auf den Rängen an der Alten Försterei machen zunächst mal keine Stimmung, es ist beinahe mucksmäuschenstill. Es ist der übliche Protest der Union-Anhänger gegen die Gäste aus Sachsen. Nach einer knappen Viertelstunde regt es sich dann, die ersten Fangesänge werden laut. Die Teams haben etwas Anfeuerung von außen nötig. Sie kämpfen sich eher allmählich in die Partie rein.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Eine Niederlage zum Saisonabschluss: RB Leipzig verliert trotz Chancenplus beim 1. FC Union Berlin mit 1:2. Zur Galerie
Eine Niederlage zum Saisonabschluss: RB Leipzig verliert trotz Chancenplus beim 1. FC Union Berlin mit 1:2. ©

Die Berliner sind unangenehm, lassen den Leipzigern offensiv wenig Luft. Auch bei den Hausherren selbst geht vorn nicht viel. Es dauert eine halbe Stunde, bis Petar Musa in der 34. Minute eine Chance zur Führung für die Köpenicker auf dem Fuß hat. Sein Schuss geht allerdings an die Latte. RB schafft es weiter nicht wirklich hinter die Berliner Linie. Ein echte Chance zur Führung haben die Bullen erst kurz vor dem Halbzeitpfiff, als sich Emil Forsberg zunächst nicht gegen Union-Keeper Andreas Luthe durchsetzen kann. Denn Ball erobert Hee-chan Hwang, der sich verzettelt. Schließlich zieht Marcel Sabitzer aus der Distanz ab - knapp vorbei. Torlos geht es in die Halbzeit.



Mal wieder fehlt die Effizienz

Aus der Pause kommen die Leipziger, wie in den vergangenen Wochen üblich, deutlich besser raus. Vor allem der Doppelwechsel ind er 54. Minute bringt wieder Tempo ins RB-Spiel. Forsberg und Hwang räumen den Platz für Christopher Nkunku und Yussuf Poulsen. Der Franzose ist sofort präsent. In der 55. Minute passt er präzise auf Justin Kluivert, der mit dem Ball am Fuß in Richtung Berliner Tor durchstartet. Keeper Luthe sieht sich gezwungen, seinen Kasten zu verlassen, weil der Niederländer die Abwehrspieler der Eisernen schlicht abgehängt hat. Kluivert muss die Kugel nur noch ins leere Tor platzieren. 1:0 für die Gäste aus der Messestadt.

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. In der 67. Minute führt Unions Kapitän Christopher Trimmel einen Eckball aus. Marvin Friedrich hämmert eine Direktabnahme in die Maschen. Martinez kann nichts ausrichten. Ausgleich. Die Partie wird spannender, die Mannschaften offensiver – beide wollen die drei Punkte. RB will es vielleicht ein kleines bisschen mehr, wird aber auch zum Saisonfinale von der fehlenden Effizienz ausgebremst. In der 81. Minute versucht sich Kapitän Sabitzer erneut, aber Luthe ist zur Stelle. Dann spielen Marcel Halstenberg und Poulsen einen Doppelpass, Halstenberg versucht einen Abschluss, der Berliner Keeper pariert wieder. Selbst den anschließenden Kopfball des eingewechselten Konrad Laimer wehrt er ab. In der Nachspielzeit kommt ein Pfostentreffer dazu. Nach dem Motto "Wer nicht will, der hat schon" greift dann Union zu. Ausgerechnet Max Kruse entscheidet die Partie, schießt die Köpenicker in die Conference League. Kruse hatte im Vorfeld mehrfach betont, keine Lust auf den neu geschaffenen Wettbewerb zu haben.