21. März 2021 / 17:59 Uhr

Niederlagen häufen sich: Gnadenlose Rhein-Neckar Löwen zerlegen SC DHfK Leipzig

Niederlagen häufen sich: Gnadenlose Rhein-Neckar Löwen zerlegen SC DHfK Leipzig

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Für die Leipziger war es die dritte Niederlage in Folge. © Christian Modla
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Der SC DHfK Leipzig verlor am Sonntag gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 26:33. Erneut ließ die Mannschaft von Trainer André Haber zu viele Chancen liegen und hatte eine hohe Fehlerdichte im Spiel. Am Mittwoch müssen die Grün-Weißen bei Kiel auf die Platte.

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Leipzig. Nach zuletzt zwei schwachen Auftritten des SC DHfK Leipzig standen die Chancen auf einen erneuten Coup gegen die Rhein-Neckar Löwen mehr als schlecht. Seit Wochen funktioniert in der Offensive der Sachsen zu wenig und auch am Sonntag sollten eine schlechte Chancenverwertung und zahlreiche technische Fehler den Grün-Weißen den Tag vermiesen. Bissige Löwen nutzten die Gunst der Stunde und revanchierten sich mit 33:26 (17:11) deutlich bei den Leipzigern für die Niederlage in der Hinrunde.

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Im Angriff lief viel zu wenig rund

Die guten Nachrichten für rund 50 Mitarbeiter des SC DHfK auf der Tribüne und die Fans Zuhause: Führungsspieler Philipp Weber ignorierte seine Prellung am Kiefer, stand mit viel Adrenalin und ein bisschen Ibuprofen auf der Platte und wollte für sein Team erneut alles in die Waagschale werfen. Die schlechte Nachricht: Für den genesenen Nationalspieler fehlte stattdessen ein anderer Spieler im Rückraum. Marko Mamic war am Vortag im Training umgeknickt und humpelte mit der Mannschaft Richtung Bank.

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Der SC DHfK Leipzig verlor am Sonntag gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 26:33. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verlor am Sonntag gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 26:33. ©

Der Weg am Sonntag in die Arena war für das DHfK-Personal mit besonderem Aufwand verbunden, denn das Foyer der Halle wurde in den vergangenen Tagen in ein kleines Testzentrum umgebaut. Als Probedurchlauf checkten medizinische Fachkräfte die knapp 50 Versuchskaninchen mit Schnelltests auf Corona, um die Abläufe für künftige Zuschauer vorab zu prüfen. Bis zu 1000 Leute könnten so im Rahmen eines Modellprojekts wieder zu den Spielen des SC DHfK kommen – wenn alles glatt läuft bereits am 1. April gegen Erlangen.

Die zusätzlichen Fans könnten die DHfK-Handballer gut gebrauchen, denn im dritten Spiel in Folge lief vor allem im Angriff viel zu wenig rund. Von Beginn mangelte es den Sachsen an Effizienz. Ein kleiner Hoffnungsschimmer blitzte in den Augen der Grün-Weißen auf, als Weber in der 13. Minute zum 5:7 traf und sein Team damit zumindest wieder in Reichweite der übermächtigen Kontrahenten brachte.

Wunder gegen Kiel benötigt

Doch die schlechte Chancenverwertung setzte sich fort und die Löwen enteilten. Auf der Gegenseite sorgte Andy Schmid für ein gänzlich anderes Bild. Der Kopf der Löwen brillierte mit cleveren Pässen, herausragenden Solo-Aktionen und setzte Uwe Gensheimer auf der Außenposition sowie Jannik Kohlbacher am Kreis in Szene. Zu keinem Zeitpunkt in den ersten 30 Minuten wirkten die Leipziger ernsthaft konkurrenzfähig.

Neun Minuten nach dem Wiederanpfiff sah Chef-Optimist André Haber beim zwischenzeitlichen 16:20 noch einmal die Chance auf ein Comeback. „Wir sind wieder da, los jetzt!“, rief der Coach von der Seitenlinie. Sechs Minuten später hatte sein Team die zurückgeglaubte Kontrolle wieder verloren. Weniger Fehler und bessere Abschlüsse halfen nicht mehr, die hohe Hypothek der ersten Halbzeit abzubauen.

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<b>Philipp Weber (SC DHfK Leipzig):</b> Marko spielt eine wichtige Rolle bei uns – gerade in der Abwehr. Das ist so kurzfristig nur schwer zu kompensieren. Dennoch soll das nicht als Ausreden gelten, wir hätten es besser lösen können heute. Wir haben wieder zu viele einfache Fehler gemacht. Zur Galerie
Philipp Weber (SC DHfK Leipzig): "Marko spielt eine wichtige Rolle bei uns – gerade in der Abwehr. Das ist so kurzfristig nur schwer zu kompensieren. Dennoch soll das nicht als Ausreden gelten, wir hätten es besser lösen können heute. Wir haben wieder zu viele einfache Fehler gemacht." ©

„Wir haben Mannheim zu schnell enteilen lassen und nicht in unser Spiel gefunden“, brachte es Haber auf den Punkt und ergänzt: „Das fühlt sich beschissen an.“ Das Team will hart an sich arbeiten und die Anhänger nicht enttäuschen. „Viele Fans wollen endlich wieder in die Halle und wollen uns siegen sehen. Denen möchte ich versichern, hier wird hart daran gearbeitet“, versprach Haber. Am Mittwoch gegen Rekordmeister Kiel benötigen die Sachsen dennoch ein wahres Wunder, um auch nur einen Punkt entführen zu können.

DHfK-Tore: Remke 5, Weber 4, Geballa 3, Krzikalla 3/2, Meyer-Siebert 3, Wiesmach 3, Pieczkowski 2, Witzke 2, Esche 1.