18. September 2021 / 20:24 Uhr

Niederlagenserie gestoppt: RB Leipzig holt mit Energieleistung Punkt in Köln

Niederlagenserie gestoppt: RB Leipzig holt mit Energieleistung Punkt in Köln

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig lieferte sich mit dem 1. FC Köln einen packenden Fight.
RB Leipzig lieferte sich mit dem 1. FC Köln einen packenden Fight. © IMAGO/Picture Point LE
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Wertvoller Punkt oder vergebener Sieg? Die Bewertung des 1:1 (0:0) von RB Leipzig beim 1. FC Köln lässt mehrere Blickwinkel zu. Fest steht: Mit dem Unentschieden holen die Sachsen erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder etwas Zählbares.

Köln. Immerhin ein Punkt. RB Leipzig hat beim 1. FC Köln eine weitere Niederlage verhindert und sich bei den Geißböcken ein 1:1 (0:0) erkämpft. Nach der Führung durch Anthony Modeste glich Amadou Haidara aus. Beide Teams hatten Chancen auf mehr, bekamen jeweils zwei Treffer aberkannt. Die Sachsen ließen vor allem in der Schlussviertelstunde zahlreiche gute Möglichkeiten und damit den erhofften Befreiungsschlag liegen. Die Diskussionen um Coach Jesse Marsch dürften so nicht verstummen.

Intensiv und aggressiv

Marsch hatte vorab Vollgas versprochen, und das, was seine Jungs vom Anpfiff weg hinlegten, war auch genau das, Vollgas. Mit fünf Änderungen in der Startelf, unter anderem Josko Gvardiol für Angelino, Dominik Szoboszlai für Emil Forsberg und Kevin Kampl für Tyler Adams, gab es nur eine Richtung, und zwar vorwärts. Nach rund acht Minuten standen bereits ein Abseitstor sowie ein Pfostentreffer zu Buche. Aber auch die Kölner waren präsent. "Seid mutig, seid mutig", brüllte Coach Steffen Baumgart immer wieder von der Seitenlinie auf den Rasen.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie in Köln

1:1 in Köln: RB Leipzig erkämpft sich nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder einen Punkt. Zur Galerie
1:1 in Köln: RB Leipzig erkämpft sich nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder einen Punkt. ©

Ergebnis des beiderseits gelebten Ansatzes der Marke "Volle Pulle": ein Spiel, das Spaß machte. Intensiv, aggressiv, mit einer Portion Risiko und engen Zweikämpfen, aber dennoch nicht unfair. RB versuchte, das Tempo in der Offensive hoch zu halten, schaltete wie vom Trainer gewünscht immer wieder blitzschnell um, ließ jedoch die Präzision vermissen. Auffällig: André Silva, erneut einzige Spitze und bisher oft mit wenig Bindung zum Geschehen, wurde deutlich häufiger gesucht. Aber entweder passte der finale Pass nicht oder der erste Kontakt war unsauber. Die Defensive stand sicherer als zuletzt, hatte aber Glück, dass Marc Uth bei seinem Treffer (37.) ebenso im Abseits stand wie Szoboszlai zuvor. Es ging torlos in die Kabinen.

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Modeste im zweiten Versuch

Mit Leipzigs defensiver Herrlichkeit war es dann mit Wiederbeginn vorbei. Der erste Treffer von Anthony Modeste war noch abgepfiffen worden (Abseits), den zweiten gab Dr. Felix Brych dann nach Videostudium. Das zunächst vermutete Foul von Uth an Simakan gaben die Bilder für den Unparteiischen dann doch nicht her. Und schon stand es 0:1 aus Sicht der Sachsen. Marsch reagierte sofort, brachte Forsberg für Dani Olmo und Yussuf Poulsen für Silva. Eine Systemumstellung hin zu einer Doppelspitze wagte der Coach zum wiederholten Mal nicht.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Erst mit Wiederbeginn gefragt, wehrt gegen Duda glänzend ab, ist beim 0:1 ohne Chance. Rettet in der Schlussminute zweimal das Remis. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Erst mit Wiederbeginn gefragt, wehrt gegen Duda glänzend ab, ist beim 0:1 ohne Chance. Rettet in der Schlussminute zweimal das Remis. Note 2. ©

Dennoch war der Griff des US-Amerikaners ein guter. Denn das RB-Spiel hatte nun deutlich mehr Struktur und Richtung. Der Lohn: Amadou Haidara zwang den Ball per Kopf in die Maschen (71.). Das Tor zuvor von Forsberg war wegen Abseits nach Einsatz des VAR nicht gegeben worden. Auch hier gaben nur Zentimeter den Ausschlag. Die Marsch-Elf blieb nun am Drücker, fightete, biss, agierte nun noch einmal deutlich aggressiver. Und vergab einen durchaus möglichen Dreier. Poulsens Abschlussversuche blieben ungewohnt ziellos. Nkunku und Szoboszlai scheiterten ebenfalls mehrfach in bester Position. Aber: Auch Köln hatte den Sieg auf dem Fuß. Duda hätte in der dritten Minute der Nachspielzeit das Leder nur über die Linie drücken müssen.

Die Statistik zum Spiel:

Köln: Horn - Schmitz (82, Özcan), Kilian, Czichos (31. Meré), Hector - Skhiri - Ljubicic, Duda, Thielmann (82. Schindler) - Uth (68. Ehizibue), Modeste (68. Andersson).


Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Simakan, Gvardiol - Haidara (85. Adams), Kampl - Nkunku, Olmo (57. Forsberg), Szoboszlai (90.+2 Laimer) - Silva (57. Poulsen).

Tore: 1:0 Modeste (53.), 1:1 Haidara (71.).