30. März 2021 / 17:40 Uhr

Aufsteiger trotz Saison-Abbruch im Amateurfußball? "Annullierung heißt Neuanfang"

Aufsteiger trotz Saison-Abbruch im Amateurfußball? "Annullierung heißt Neuanfang"

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kampf um den Aufstieg: Tabellenführer FC Germania Parsau (blaue Trikots) hofft auch bei der Saison-Annullierung auf die Kreisliga. Der Verbandsspielausschuss-Vorsitzende Jürgen Stebani (kl. Bild) rechnet nicht damit.
Kampf um den Aufstieg: Tabellenführer FC Germania Parsau (blaue Trikots) hofft auch bei der Saison-Annullierung auf die Kreisliga. Der Verbandsspielausschuss-Vorsitzende Jürgen Stebani (kl. Bild) rechnet nicht damit. © Sebastian Preuß/NFV (2)
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Wird es nach dem Saison-Abbruch im niedersächsischen Amateurfußball dennoch Auf- und Absteiger unterhalb der Oberliga geben? Der Spielausschuss-Vorsitzende Jürgen Stebani glaubt nicht daran. Die Regionalliga Nord darf noch auf Fortsetzung hoffen.

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Am Mittwoch wird die Annullierung der Amateurfußball-Saison 2020/2021 beschlossen, Auf- und Absteiger wird es von Kreisklasse bis Landesliga nicht geben. Zumindest ist das die Lösung, die der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) favorisiert. Im NFV-Kreis Gifhorn waren bei einem Online-Meeting am Montagabend Fragen aufgekommen, ob es die Möglichkeit gebe, im Falle der Annullierung dennoch Auf- und Absteiger - zumindest auf Kreisebene - bestimmen zu können. Der Verbandsspielausschuss-Vorsitzende Jürgen Stebani rechnet nicht damit, dass dieses Thema die 33 Kreisvorsitzenden und NFV-Präsident Günter Distelrath groß beschäftigen wird. Aber: „Über alles kann gesprochen werden“, sagt Stebani.

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Mehrheit der heimischen Vereine für Annullierung

Gifhorns Kreisvorsitzender Ralf Thomas hatte angekündigt, sich für Vereine wie den FC Germania Parsau einsetzen zu wollen. Der Verein hatte am Montag einen offenen Brief an Präsident Distelrath veröffentlicht, mit der Bitte, die Aussetzung von Auf- und Abstieg noch einmal zu überdenken. Stebani hält nichts von der Überlegung. „Annullierung heißt Neuanfang. Die Kreise würden sich damit nur Probleme schaffen. Ich verstehe nicht, was das soll.“

Die Gifhorner Vereine sprachen sich in einer Abstimmung deutlich gegen eine Fortsetzung der Saison aus, 24 von 33 anwesenden Vereinen stimmten beim Online-Meeting für die vom NFV kommunizierte Annullierung. Im Wolfsburger Kreis geht die Tendenz in die gleiche Richtung.

Die Spielklassen oberhalb der Landesliga zählen zu den Schnittstellen zwischen NFV, dem Norddeutschen Fußball-Verband und dem DFB. Aus der Oberliga sollen Aufsteiger für die Regionalliga Nord festgelegt werden, in der Staffel Hannover/Braunschweig, in der auch Lupo/Martini Wolfsburg und der MTV Gifhorn spielen, steht der 1. FC Germania Egestorf-Langreder mit einem Quotienten von 2,13 an der Spitze. Die Staffel Weser-Ems/Lüneburg führt der Heeslinger SC (2,43) an. Eine Entscheidung, wie die Aufsteiger bestimmt werden, gibt es aber noch nicht.

Regionalliga fehlen noch zwei Ausnahmegenehmigungen

Und die Regionalliga Nord? NFV-Präsident Diestelrath hatte die Ministerpäsidenten in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein kontaktiert, um eine Ausnahmegenehmigung für alle Vereine zu erwirken. Mit der Genehmigung könnten alle Regionalligisten den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, da sie dann als Profiliga anerkannt werden würden. Bisher dürfen unter anderem die Teams vom TSV Havelse, Hannover 96 II und VfL Wolfsburg II trainieren. Für zwei Bundesländer gibt es diese Genehmigung bereits.