06. April 2020 / 18:58 Uhr

Niedersachsen löst die Corona-Bremse im Profisport: Training wieder erlaubt

Niedersachsen löst die Corona-Bremse im Profisport: Training wieder erlaubt

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Berufssportler dürfen jetzt auch in Niedersachsen wieder trainieren.
Berufssportler dürfen jetzt auch in Niedersachsen wieder trainieren. © imago images / Florian Petrow / Maike Lobback
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Die Fußballprofis von Hannover 96 sind schon wieder ins Training eingestiegen. Jetzt dürfen Berufssportler in Niedersachsen trotz der Corona-Ausgangsbeschränkungen offiziell wieder zusammen trainieren - allerdings unter strengen Regeln.

„Es wird Zeit, dass ich wieder in mein Wohnzimmer zurückkomme.“ Igor Wandtke, Hannovers bester Judoka, hat sich wohl selten zuvor so sehr auf seine Trainingsmatte im Olympiastützpunkt gefreut. Seit der Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Pandemie blieben die Sporthallen in Niedersachsen zu, die Berufssportler konnte nicht mehr ihren Beruf ausüben.

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Andere Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die Auflagen längst gelockert, nun dürfen auch Niedersachsens Spitzenathleten wieder offiziell in die Trainingsstätten zurück – natürlich unter Berücksichtigung der entsprechenden Hygienemaßnahmen.

"Das Training ist als Berufsausübung anzusehen"

Aus dem Innenministerium heißt es dazu: „Sowohl die Menschen, die mit dem Sport ihren überwiegenden Lebensunterhalt bestreiten, als auch die Olympia- und Perspektivkader des DOSB und Spitzenkader des deutschen Behindertensportverbands erhalten die Möglichkeit, wieder zu trainieren“, sagt Nils Hilmer, Abteilungsleiter Sport. „In diesem Sinne ist das Training also als Berufsausübung anzusehen.“

Landessportbund begrüßt Entscheidung

Das Land löst die Corona-Bremse für die Topathleten. Für Reinhard Rawe eine fällige Entscheidung. Der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes Niedersachsen drängte auf diese Regelung. „Wir tragen die jetzige Entscheidung vollständig mit, wir können alle Sportanlagen kurzfristig hochfahren.“

Sportler, Trainer und Betreuer konnten sich im März, als noch am 2020er-Termin für die Olympischen Spiele in Tokio festgehalten wurde, an die Hygienevorschriften im Sportleistungszentrum gewöhnen. Insgesamt 39 Kaderathleten und 15 Trainer erhielten Zutritt. Für den Profiberufssportler galt diese Regelung nicht. Das ist nun anders, was vor allem die Wasserballer freut. „Normales Training wird das nicht, aber so können wir wenigstens schwimmen“, sagt Bernd Seidensticker, Waspo-Präsident. „Hoffentlich ist noch Wasser im Schwimmbecken“, sagt er scherzend. Reinhard Rawe versichert, sein Team sei im Stand-by. „Es kann jederzeit losgehen.“

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Letzte Hürde steht noch aus

Letzte Hürde: Die Ausnahmeregelung tritt im Rahmen der Veröffentlichung der geänderten Verordnung in Kraft. Ob das schon am Dienstag oder aufgrund des Umfangs erst am Mittwoch geschehen wird, das lässt Nils Hilmer offen.


Andreas Toba, Olympia-Turner aus Hannover, jedenfalls freut sich. „Für uns Sportler gibt es nichts Besseres als in die Halle zu können“, sagt er, gibt aber auch zu bedenken: „Man darf aber auch nicht vergessen, was in der Welt passiert. Ich habe Lust auf das Training – das soll aber alles auch vernünftig gemacht werden.“