14. März 2020 / 13:40 Uhr

Niedersächsischer Basketball-Verband stellt Spielbetrieb umgehend und ersatzlos ein

Niedersächsischer Basketball-Verband stellt Spielbetrieb umgehend und ersatzlos ein

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auch der Niedersächsische Basketball-Verband hat den Spielbetrieb umgehend eingestellt.
Auch der Niedersächsische Basketball-Verband hat den Spielbetrieb umgehend eingestellt. © CHRISTIAN HANKE
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Das Coronavirus hat die Sportwelt fest im Griff. Nun hat auch der Niedersächsische Basketball-Verband offiziell bekannt gegeben, dass der Spielbetrieb umgehend und ersatzlos eingestellt wird. Dieses Vorgehen hat für die Teams aus der Region Hannover unterschiedliche Konsequenzen.

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Die Absageflut hat auch den Basketball erreicht. In den Hallen herrscht Ebbe. „Mit sofortiger Wirkung wird der Spielbetrieb inklusive aller anstehenden Meisterschaftstermine im gesamten Verbandsgebiet des Niedersächsischen Basketball-Verbandes umgehend und ersatzlos eingestellt“, verkündet der NBV auf seiner Homepage. „Damit schließt sich der NBV im Schulterschluss mit weiteren Landesfachverbänden des Basketballs der Entscheidung von FIBA und DBB an“, steht dort weiter.

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Gesundheit steht im Vordergrund

„Im Vordergrund steht für uns die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, Funktionäre und aller weiteren Beteiligten. Den niedersächsischen Basketballvereinen wird empfohlen, auch den Trainingsbetrieb vorerst auszusetzen. Die niedersächsische Basketballfamilie hält in dieser schwierigen Situation zusammen“, sagt NBV-Präsident Mayk Taherian. Das gelte auch für alle anderen Maßnahmen, Tagungen, Lehrgänge und Sitzungen.

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Vereine zeigen Verständnis

Betroffen sind auch die Spiele der Regionalliga. „Ich habe vollstes Verständnis für diese Maßnahmen. Es geht doch darum, die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen und damit besonders die Älteren und Vorgeschädigten zu schützen“, sagt Lars Buss, Trainer von Regionalligist TSV Neustadt temps Shooters.

Die für Sonntag angesetzte Begegnung bei Spitzenreiter Eimsbütteler TV findet selbstverständlich nicht statt. „Ich glaube auch nicht, dass die vier ausstehenden Spieltage der Saison noch nachgeholt werden. Was aber mit Auf- und Absteigern wird, weiß keiner. Uns kann das egal sein, wir liegen im Mittelfeld und hatten weder mit dem einen noch dem anderen etwas zu tun“, sagt Buss.

Bilder zum Spiel der 1. Regionalliga zwischen den TSV Neustadt temps Shooters und der TSG Bergedorf (März 2020)

Neustadts Brandon Lacey Mc Lean mit einem Dunking. Zur Galerie
Neustadts Brandon Lacey Mc Lean mit einem Dunking. ©

Auch bei den MTB Baskets Hannover/Langenhagen ruht alles. Für den Sportlichen Leiter Björn Becker ist es klar, dass nicht mehr weitergespielt wird. „Bei uns ist unser Amerikaner Devon Lee Moore schon weg. Er wollte noch in die USA zurück und hatte Bedenken, dass das später nicht mehr geht. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt“, sagte Becker. Auch weiß er von anderen Vereinen, die ähnlich mit ihren US-Spielern umgegangen sind. „Wie soll man dann später den Spielbetrieb einigermaßen regulär nachholen – zumal es noch vier Wochen sind?“, fragt Becker.

"Da werden sich die Verbände wohl noch Gedanken machen müssen"

Für die Baskets ging es ebenfalls um wenig. Das Trio aus ASC Göttingen, Aschersleben Tigers und MTB Baskets kämpfte nur noch um Platz drei bis fünf. Als Aufsteiger stand der Eimsbütteler TV schon so gut wie fest, die Wolmirstedt Baskets hätten nur noch mit viel Glück vorbeiziehen können. Einzig am Tabellenende war bislang nicht klar, welche zwei Teams neben den Weser Baskets Bremen absteigen müssen. „Da werden sich die Verbände wohl noch Gedanken machen müssen“, sagt Becker.

Bilder zum Basketballspiel der 1. Regionalliga zwischen den MTB Baskets Hannover und dem ASC Göttingen:

Der Hannoveraner Devon Lee Moore im Duell mit Steffen Marc Teichert. Zur Galerie
Der Hannoveraner Devon Lee Moore im Duell mit Steffen Marc Teichert. ©

In der 2. Regionalliga trifft die Generalabsage den TSV Neustadt II kaum. Der Abstieg war schon besiegelt. Gegen den VfL Rastede wäre es im Duell der gescheiterten Aufsteiger am Samstag nur darum gegangen, wer als Letzter und wer als Vorletzter absteigt.

Erfüllt sich Grasdorf den Oberliga-Traum?

In der Bezirksoberliga ist die Montags-Partie des VfL Grasdorf gegen den TV Bergkrug abgesagt. Nach dem Scheitern im wohl über den Meisterplatz entscheidenden Spiel gegen den CVJM Hannover II hingen die Köpfe beim VfL bereits tief – nun tiefer. Die Gremien müssen nun beschließen, ob sich die Grasdorfer im Herbst doch ihren Traum von der Oberliga erfüllen können. Denn im aktuell „eingefrorenen Zustand“ dürfte Rivale CVJM Hannover II gar nicht von der Bezirksoberliga in die Oberliga aufsteigen. Die Erstvertretung des CVJM steht aktuell auf einem Abstiegsplatz in der 2. Regionalliga und würde in die Oberliga abrutschen.

Mehr Basketball aus der Region Hannover

Fein raus ist der TSV Luthe in der Bezirksoberliga – vorerst jedenfalls. Die Mannschaft wäre, weil sie bisher keine Partie verschieben oder absagen musste, ohnehin erst nach einer sechswöchigen Spielpause nach Ostern wieder angetreten. Doch ob am 18. April das geplante Saisonfinale auch steigt, steht in den Sternen. Doch die geplante Abschlussfeier nach dem finalen Spieltag von Jugend, Frauen und Männern kann der TSV ja noch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen – denn es werden bessere Zeiten kommen, ganz bestimmt.