17. Juli 2021 / 11:20 Uhr

Nießen verlängert bei Dresden Titans: „Bis in die Pro A ist es ein langer Weg“

Nießen verlängert bei Dresden Titans: „Bis in die Pro A ist es ein langer Weg“

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Der Point Guard Bryan Nießen ist mit 1,85 Meter Körpergröße nicht der längste Titan, aber als absoluter Teamplayer besonders wertvoll.
Der Point Guard Bryan Nießen ist mit 1,85 Meter Körpergröße nicht der längste Titan, aber als absoluter Teamplayer besonders wertvoll. © Steffen Manig
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Aufbauspieler Bryan Nießen geht in sein zehntes Jahr bei den Pro-B-Basketballern der Dresden Titans. Der Thüringer ist damit der dienstälteste Spieler im Team, aber er hat noch einen Traum.

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Dresden. Bei den Dresden Titans gehört er fast schon zum Inventar: Aufbauspieler Bryan Nießen spielt seit neun Jahren für die Korbjäger aus Elbflorenz. Nun macht der 27-Jährige das Jahrzehnt voll, denn die „Titanen“ verlängerten den Vertrag des gebürtigen Arnstädters um eine weitere Spielzeit. Auf die freut sich der Student der TU Dresden, der mittlerweile alle Prüfungen im Fach Hydrowissenschaften bestanden hat und nur noch die Masterarbeit schreiben muss, mächtig. Im SPORTBUZZER-Interview verrät der Thüringer, warum es ihm bei den „Titanen“ so gut gefällt und was er mit ihnen noch erreichen möchte.

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SPORTBUZZER: Glückwunsch zur Vertragsverlängerung! Können Sie sich nach so langer Zeit im gleichen Verein überhaupt noch vorstellen, für einen anderen Club zu spielen?

Bryan Nießen: Das ist eine schwierige Frage. Über die Jahre ist Dresden und sind die Titans für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Ich habe hier ganz viele Leute kennen gelernt, auch sehr viele Freunde hier. Da war und ist die erste Option natürlich immer Dresden. Aber Basketball ist immer auch noch ein Business, da weiß man nie, wo es einen hinführt. Bis jetzt bin ich aber immer hier geblieben, bin froh, dass es so gekommen ist. Ob es noch einmal anders kommt, das kann ich aber nicht sagen.

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Was macht den Strandort außer den vielen Freunden vor Ort noch so interessant für Sie?

Wir haben ein sehr, sehr junges Team aufgebaut, mit dem es extrem Spaß macht. Mit unserem Kapitän Georg Voigtmann und unserem Trainer Fabian Strauß gehören besonders zwei Leute zum Team, mit denen ich mich auch abseits des Spielfeldes sehr gut verstehe. Wir haben sehr viel Talent in der Mannschaft, das es weiter zu entwickeln gilt. Die Jungs zu fordern, ihnen zu helfen, das ist meine Aufgabe – und darauf habe ich auch Bock. Und im Vergleich zu anderen Teams in der Pro B sind die Titans auch sehr professionell aufgestellt, die Halle und das Drumherum sind ein Riesenplus.

Aufstieg in ProA möglich?

Wie realistisch ist es denn, mit der Mannschaft noch einmal in die Pro A aufzusteigen? Letztes Jahr waren die Titans Meister in der Südstaffel, haben es bis ins Play-off-Viertelfinale geschafft...

Wir müssen erst einmal abwarten, wie der Kader letztendlich aussieht. Ein Großteil der Spieler bleibt, aber Änderungen wird es geben. Center Aaron Kayser ist beispielsweise schon weggegangen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir ein sehr gutes Team auf die Beine bekommen. Dann müssen wir schauen. Man weiß nie, auf wen man in den Play-offs trifft. Klar, wir wollen oben mitspielen – es wird aber schwer, die gute letzte Saison zu wiederholen. Wir wollen trotzdem versuchen, an diese Spielzeit anzuknüpfen und vielleicht noch einen Tick besser zu sein. Wir wollen uns alle persönlich und als Team weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen. Mal sehen, wo die Reise dann hingeht. Natürlich wäre es schön, den Standort Dresden mal wieder in die Pro A zu bringen. Vieles dafür ist hier gegeben.

Ein Jahr war Dresden schon mal in der Pro A dabei. Sie waren damals meist bei der „Zweiten“ aktiv. Haben Sie überhaupt schon mal ein Spiel in der Pro A absolviert?

Ich habe damals fast jedes Training mitgemacht, hätte die Möglichkeit gehabt, auch mit der „Ersten“ zu spielen. Mit dem Trainer, der damals da war (Liam Flynn/d. Red.), hat es persönlich aber nicht so gepasst. Da habe ich gesagt, dass ich die Spiele lieber mit der 2. Mannschaft bestreiten möchte. Noch irgendwann einmal mit den Titans in der Pro A aufzulaufen, wäre deswegen schon ein schöner Gedanke. Aber man darf nicht den Fehler machen, daran viel zu denken, denn bis in die Pro A ist es ein langer Weg. Aufzusteigen – das ist sehr schwierig. 2016 haben wir es schon einmal geschafft, aber da war es nicht allein sportlich begründet, sondern da spielten finanzielle Faktoren rein, denn die damals sportlich Aufstiegsberechtigten wollten nicht hoch, wir sind nachgerückt.

Gerne vor vielen Fans

Die Titans spielen weiter in der Südstaffel. Wäre Ihnen der Norden lieber gewesen?

Beides hat Vor- und Nachteile. Es ist natürlich gut, dass man die Teams aus dem Süden schon etwas kennt. Aber es sind im Süden auch sehr viele Farmteams von Erstligisten dabei, zu deren Spielen wenig Zuschauer kommen. Das ist nicht so schön, denn ich spiele gern vor vielen Fans, hoffe auch, dass die wieder regelmäßig in die Hallen kommen dürfen. Im Süden hat man auch mehr Spiele, da dort jetzt 13 Mannschaften spielen und nicht mehr zwölf. so hat man noch mehr Konkurrenz, die Auswärtsfahrten nehmen sich im Vergleich zu denen im Norden nicht viel. Das sind im Schnitt so 50 Kilometer mehr pro Reise – das macht bei den Entfernungen auch nicht mehr so viel aus. Aber so oder so: Wir nehmen es, wie es kommt!

Wie sind Sie bisher über den Sommer gekommen?

Ich war mit Georg Voigtmann eine Woche auf Mallorca im Urlaub. Es war sehr schön, wir haben ein bisschen Sightseeing gemacht, es war ganz entspannt. Trotzdem haben wir auch viel trainiert, gerade im Fitnessbereich. Im Muskelaufbau und bei der Festigung der Gelenke haben wir einiges gemacht, tun es immer noch. Natürlich haben wir auch basketballerisch gearbeitet, positionsspezifisches Training abgespult. Am 2. August ist dann offiziell Trainingsauftakt.

Doppelbelastung gewohnt

Haben Sie sich schon gegen das Coronavirus impfen lassen?

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Ja, ich bin froh, dass ich das schon hinter mir habe. Ich hoffe, dass uns die Pandemie nicht noch einmal so sehr beeinträchtigt, fürchte aber, dass die ganze Geschichte noch nicht vorbei ist.

Wie geht es mit Ihrem Studium voran?

Ich muss nur noch die Masterarbeit schreiben, hoffe, das mit dem Sport unter einen Hut zu bekommen. Ich bin die Doppelbelastung aber schon seit Jahren gewohnt. Ich bin gerade auf der Suche nach einem guten Thema, das zu mir passt. Ich weiß noch nicht, ob ich die Masterarbeit für die TU Dresden oder für eine Firma schreibe, was auch sinnvoll wäre. Ich bin da gerade in ein paar Gesprächen.