26. Februar 2020 / 07:55 Uhr

Niklas Süle kritisiert Uli Hoeneß: Aussagen über EM-Aus "haben mich irritiert" 

Niklas Süle kritisiert Uli Hoeneß: Aussagen über EM-Aus "haben mich irritiert" 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niklas Süle kämpft nach schwerer Verletzung für sein Comeback. Eine Aussage des ehemaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß kurz nach dem Kreuzbandriss hat ihm nicht gefallen.
Niklas Süle kämpft nach schwerer Verletzung für sein Comeback. Eine Aussage des ehemaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß kurz nach dem Kreuzbandriss hat ihm nicht gefallen. © imago images/ActionPictures/dpa
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Beim FC Bayern München schuftet er gerade für sein Comeback: Niklas Süle hat nach seinem Kreuzbandriss im Oktober 2019 das Lauftraining wieder aufgenommen. Eine Rückkehr in dieser Saison, pünktlich zur EM 2020, scheint möglich. Gegenüber der "Sport Bild" sagte Süle nun, dass ihn Aussagen von Uli Hoeneß nach seiner Verletzung "irritiert" hätten.

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Gut vier Monate nach seiner schweren Kreuzbandverletzung geht es für Niklas Süle wieder aufwärts. Der Abwehr-Chef des FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft trainiert auf dem Trainingsgelände des FCB an der Säbener Straße für sein Comeback - zwar absolviert der 24-Jährige aktuell nur Lauf-Einheiten, aber Süle ist Einsätzen beim Rekordmeister deutlich näher gekommen. "Mir ist wichtig, dass ich vor der EM meine Spiele bekomme", sagte der DFB-Star nun der Sport Bild und stellte seinen Plan vor: "Das Ziel wäre es, im April zur Mannschaft zu stoßen."

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Uli Hoeneß, damals noch Bayern-Präsident, war noch im Oktober nicht so optimistisch: "Süle kann die Europameisterschaft vergessen", erklärte er zwei Tage nach der Süle-Verletzung. "Das ist alles Käse. Er soll sich auf die neue Saison konzentrieren." Sätze, die Süle noch heute stören, wie er nun zugab: "Mich hat die Aussage von Uli Hoeneß irritiert. Ich habe mir direkt nach der Diagnose ausgerechnet, wie lange es ungefähr dauern wird, bis ich zurück sein kann. Mir war sofort klar: Die Zeit reicht, um vor der EM voll zu genesen", kritisierte der Abwehr-Hüne.

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Süle über Hoeneß-Aussagen überrascht: "Habe dieses Ziel gebraucht"

So habe Süle die Aussicht auf eine EM-Teilnahme mit drei Heimspielen in München regelrecht motiviert, schneller zu genesen: "Ich habe dieses Ziel gebraucht, den Anreiz, noch während der Saison für Bayern zu spielen und zur EM zu fahren. Deswegen hat mich die Aussage von Uli Hoeneß auch überrascht."

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Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich nach dem Süle-Kreuzbandriss zunächst wie Hoeneß nicht allzu optimistisch: "Wer so eine schwere Verletzung hatte, muss das nicht nur physisch, sondern auch mental gut verarbeiten. Da muss man jedem Einzelnen die nötige Zeit geben", erklärte der Weltmeister-Coach kurz vor dem Jahreswechsel. Süle bekräftigte nun, den Kontakt zum Bundestrainer gehalten zu haben: "Ich habe einige Male mit Jogi Löw telefoniert, wir waren im stetigen Austausch", berichtete der Innenverteidiger.

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Süle über Comeback: "Keinen Moment gezweifelt"

Daran, dass er auf den Rasen zurückkehren werde, habe Süle, der sich selbst einst als "Kämpfer" bezeichnet hatte, "keinen Moment gezweifelt": "Klar musst du dich gerade am Anfang quälen, im eintönigen Training kommen Gedanken wie: ,Was musst du heute wieder machen?‘", sagte Süle. "Aber ich hatte immer ein Ziel vor Augen, das hat mich jeden Tag angetrieben aufzustehen und hart zu trainieren. Ich wollte zurück zu den Jungs auf den Platz."

Wann Süle wieder komplett ins Bayern-Training einsteigt, ist noch unklar. Mit Leroy Sané von Manchester City hatte sich im August ein DFB-Kollege ebenfalls das Kreuzband gerissen. Sané ist im Comeback-Prozess also zwei Monate weiter als Süle - und bereits schon wieder ins Team-Training eingestiegen. Trainer Pep Guardiola sagte kürzlich, dass es noch einige Wochen dauern könnte, bis Sané wieder für ManCity spielen könnte. Sollte dasselbe für Süle gelten, könnte der Verteidiger eventuell zum Saisonende wieder im FCB-Kader stehen. Die EM-Teilnahme dürfte ihm dann sicher sein.