02. August 2020 / 18:08 Uhr

Niko Kovac spricht über Bayern-Entlassung: "Man kann nicht alle glücklich machen"

Niko Kovac spricht über Bayern-Entlassung: "Man kann nicht alle glücklich machen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac hat über seine Zeit beim Rekordmeister gesprochen.
Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac hat über seine Zeit beim Rekordmeister gesprochen. © imago images/Sven Simon
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Seine Entlassung beim FC Bayern München im vergangenen Herbst sorgte für großen Wirbel. Mittlerweile hat Niko Kovac mit der AS Monaco einen neuen Arbeitgeber gefunden. Gegenüber der französischen Zeitung "L'Equipe" hat sich Kovac nun über die Umstände seiner Entlassung geäußert.

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Niko Kovac hat seine Lehren aus seiner Entlassung beim FC Bayern München Anfang November gezogen. Der aktuelle Trainer der AS Monaco sprach mit der französischen Zeitung L'Equipe über seine Zeit beim Rekordmeister und die Probleme, die er mit dem mit zahlreichen Superstars gespickten Kader hatte. "Ich habe verstanden, was passiert ist und es wird mir helfen", meinte der 48-Jährige. "Man kann nicht alle glücklich machen."

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Dabei verlief Kovacs Zeit beim FC Bayern überwiegend erfolgreich. Im Sommer 2018 übernahm er das Traineramt von Interimscoach Jupp Heynckes. Mit den Münchnern wurde der Kroate Meister, Pokalsieger und holte den Supercup, scheiterte allerdings bereits im Achtelfinale der Champions League am späteren Sieger FC Liverpool. Nach einem schwachen Start in die Saison 2019/20 erfolgte Anfang November die Trennung. Kovac wurde von seinem Co-Trainer Hansi Flick beerbt, der mit den Münchenern das Double gewann und auch in der Champions League beste Chancen auf den Titel hat.

Unter Kovac gab es bei den Bayern immer wieder Diskussionen über die Aufstellung des Rekordmeisters. Besonders Fan-Liebling und Klub-Ikone Thomas Müller kam unter Kovac in der Hinrunde nur sporadisch zum Einsatz. "Es war seltsam für mich, sechs Wochen hintereinander aus der Startelf raus zu sein. Einige Spieler waren müde, ich war fit, habe hart gearbeitet - und war trotzdem nicht dabei", kritisierte Müller Anfang Februar rückblickend. Kovac meinte nun, dass es beim FC Bayern schwierig gewesen sein, es jedem Recht zu machen. "Wenn ein Nationalspieler nicht spielt, verliert er seinen Platz in der Auswahl, die Probleme werden größer", zeigte der Trainer nun Verständnis. "Es ist nicht einfach zu handhaben, aber wir sind da, um Titel zu gewinnen und wir haben drei gewonnen."

Niko Kovac: Bilder seiner Karriere

Niko Kovac war von Juli 2018 bis November 2020 Trainer des FC Bayern München. Der <b>SPORT</b>BUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. Zur Galerie
Niko Kovac war von Juli 2018 bis November 2020 Trainer des FC Bayern München. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. ©

Kovac: "Gelernt, dass der Druck in München sehr groß ist"

Beim FC Bayern habe Kovac vor allem gelernt, dass "der Druck in München sehr groß ist". Besonders beeindruckt habe ihn, mit so vielen "hochklassigen Spielern" zusammengearbeitet zu haben: "Ich habe großartige Beispiele gesehen wie Franck Ribéry oder Arjen Robben. Sie sind nicht einfach nur gut, weil Gott ihnen Talent geschenkt hat, sondern weil sie sehr hart arbeiten", lobte Kovac, der seine Erfahrung bei der AS Monaco einbringen will. "Loyalität ist sehr wichtig. Wir sind seit zwei Wochen hier, wir müssen Beziehungen aufbauen und das kann nur mit Vertrauen gehen. Es ist eine Regel des Lebens", meinte der Ex-Nationaltrainer Kroatiens.

Für den Saisonstart in Frankreich will Kovac nun im Training mit seiner Mannschaft Vollgas geben. "Wir haben viel Arbeit vor uns. Deshalb heißt es, Ärmel hoch krempeln", sagte der gebürtige Berliner nach einer dürftigen Darbietung der AS Monaco, die kurz vor dem Abpfiff durch Anthony Musaba (85. Minute) nach dem 1:0 von Gonçalo Paciencia (58.) noch das Remis in Frankfurt schaffte. "Wir haben eine schwere Woche im Trainingslager hinter uns, dass hat man schon gesehen. Wir sind aber guter Dinge, dass wir zum Saisonstart am 22. August vorbereitet sind", so Kovac. Erster Gegner wird Stade Reims sein. Zum Duell mit Meister Paris St. Germain und Coach Thomas Tuchel kommt es am 22. November.