22. Oktober 2019 / 06:36 Uhr

Niko Kovac beim FC Bayern in der Kritik: So stehen Rummenigge, Hoeneß, Müller und Co. zum Coach

Niko Kovac beim FC Bayern in der Kritik: So stehen Rummenigge, Hoeneß, Müller und Co. zum Coach

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niko Kovac sitzt beim FC Bayern nicht fest im Sattel: Thomas Müller (von links) schmort auf der Bank, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gilt ohnehin als Gegner, Präsident Uli Hoeneß ist ein Befürworter, Neuzugang Philippe Coutinho steht hoch im Kurs.
Niko Kovac sitzt beim FC Bayern nicht fest im Sattel: Thomas Müller (von links) schmort auf der Bank, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gilt ohnehin als Gegner, Präsident Uli Hoeneß ist ein Befürworter, Neuzugang Philippe Coutinho steht hoch im Kurs. © 2019 Getty Images/Montage
Anzeige

Trainer Niko Kovac steht spätestens nach dem 2:2 des FC Bayern beim FC Augsburg öffentlich erneut heftig in der Kritik. Doch wer im Verein steht eigentlich noch hinter dem Kroaten - und wer ist gegen ihn?

Anzeige
Anzeige

Wenn einer für Niko Kovac in der aktuellen Situation in die Bresche springt, dann Uli Hoeneß – das war klar. Vor dem Abflug des FC Bayern nach Athen vor dem Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus (21 Uhr, Sky) holte der Präsident zu einer Verteidigungsrede für seinen Trainer aus, in der er die Offensive des Meisters kritisierte. Es ginge um „die Einstellung“, sagte Hoeneß Montagmorgen am Münchner Flughafen und forderte: „Man muss geil sein auf die Tore.“ Beim 2:2 in Augsburg hatten die Bayern vor dem Ausgleich in der Nachspielzeit etliche hochkarätige Chancen auf ein 3:1 oder 4:1 mitunter fahrlässig vergeben.

Mehr zum FC Bayern

Hoeneß: "Wir spielen nicht schlecht"

So musste Hoeneß den schlechtesten Saisonstart seit neun Jahren moderieren. Kaum ist der Herbst da, kriselt es. Alle Jahre wieder. Das Wort Krise löste bei Hoeneß eine heftige Reaktion aus. „Auf so einen Käse gibt’s keine Antwort“, sagte er zunächst, um dann doch loszupoltern: „Wir sind einen Punkt hinter dem Ersten. Wollen Sie uns eine Krise einreden? Bis auf die Torausbeute bin ich mit allem zufrieden. Ich würde mir Sorgen machen, wenn wir keine Chancen hätten.“ Womit nach dem energischen Auftritt klar ist: Hoeneß macht sich a) Sorgen und liefert b) eine öffentliche Rückendeckung für Kovac.

Nur einen Punkt beträgt der Rückstand der Bayern als Dritter auf Tabellenführer Mönchengladbach, andererseits liegt man mit lediglich 15 Punkten nur einen Zähler vor dem Neunten Bayer 04 Leverkusen. „Ich sehe auch dieses Theater in der Bundesliga nicht, was da schon wieder gemacht wird. Wir spielen nicht schlecht, aber wir spielen auch nicht konsequent genug.“ Man achte auf die Formulierung: nicht schlecht.

Niko Kovac: Bilder seiner Karriere

Niko Kovac ist seit Sommer 2018 Trainer des FC Bayern München. Der <b>SPORT</b>BUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. Zur Galerie
Niko Kovac ist seit Sommer 2018 Trainer des FC Bayern München. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. ©
Anzeige

Dennoch bleibt Hoeneß, der bei der Entscheidungsfindung im Frühjahr 2018 kontra Thomas Tuchel und pro Niko Kovac war, bei seinem Rückhalt für den Trainer. Immer an Hoeneß’ Seite: Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor, dem eine baldige Vertragsverlängerung sowie eine Beförderung zum Sportvorstand winkt, ist seit eh und je ein Verbündeter von Kovac. Doch dank seiner guten persönlichen Jobaussichten muss er sein Wohl und Wehe im Verein künftig nicht mehr an des Trainers Schicksal knüpfen. Am Montag pflichtete er Hoeneß aber entschieden bei: „Von einer Krise kann ja keine Rede sein!“

Doch wie viel Unterstützung hat Kovac aus der Mannschaft? Natürlich sind die Neuzugänge Benjamin Pavard, Lucas Hernández und vor allem Philippe Coutinho froh über die Startelfgarantie, die ihnen der Coach gibt. Nach dem wackligen 3:2 bei Bisher-ein-Pünktchen-Aufsteiger Paderborn hatte Joshua Kimmich dagegen gesagt: „Wir laufen unserem Anspruch hinterher.“ Mit der Art und Weise, selbst bei Erfolgen, sei „kein Spieler zufrieden“. Als Kimmich nach dem Saisonauftakt gegen Hertha (2:2) die für ihn zu späten Auswechslungen in der Kabine kritisierte, gab es eine Aussprache samt Entschuldigung. In seinem zweiten Jahr in München agiert Kovac, der wohl die gesamte Saison auf Innenverteidiger Niklas Süle verzichten muss, konsequenter, rigoroser. Nach einem schwachen Auftritt setzte er seinen Spielmacher Thiago bei Tottenham (7:2) zunächst auf die Bank – ein Denkzettel, eine echte Machtdemonstration.

Salihamidzic über Ärger um Thomas Müller: "Es geht immer um den Klub"

An der Personalie Thomas Müller scheiden sich die Geister

Wie im Fall Thomas Müller, dessen Abwanderungsgedanken nach mittlerweile sechs Partien hintereinander auf der Bank verständlich sind. Auch wenn Müller zu den Kovac-Kritikern gehört, macht er dies nicht öffentlich. „Es war doch klar, dass es, wenn Coutinho kommt, für den Thomas schwieriger wird“, sagte Hoeneß, der auch die Medien attackierte, man zwinge den Trainer, Müller aufzustellen. „Das ist einfach eine Schweinerei.“ Ob er in Piräus aufläuft, wollte Kovac indes nicht verraten. „Thomas will immer spielen, aber wir haben nun mal den Kader, den wir haben. Er ist ein wichtiger Bestandteil, das hat er bewiesen und wird er auch wieder beweisen“

Einer hält sich momentan zurück: Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, letzte Saison Kovacs größter Kritiker. Er habe sich selbst „ein Schweigegelübde“ auferlegt, so Rummenigge. Für Kovac eine gefährliche Stille...

50 ehemalige Bayern-Spieler und was aus ihnen wurde

Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. Zur Galerie
Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. ©
Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN