24. Mai 2019 / 21:43 Uhr

Niko Kovac beim FC Bayern: Titel oder Abschied? Rummenigge: "Nicht zu beantworten"

Niko Kovac beim FC Bayern: Titel oder Abschied? Rummenigge: "Nicht zu beantworten"

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bleibt er oder muss er gehen? Das DFB-Pokal-Finale in Berlin könnte trotz der jüngsten Aussagen von Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge über die Zukunft von Trainer Niko Kovac entscheiden.
Bleibt er oder muss er gehen? Das DFB-Pokal-Finale in Berlin könnte trotz der jüngsten Aussagen von Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge über die Zukunft von Trainer Niko Kovac entscheiden. © imago images / Montage
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Bleibt Niko Kovac auch nach dem DFB-Pokal-Finale am Samstag Trainer des FC Bayern München? Auch wenn die Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge am Freitag auf eine Fortführung der Zusammenarbeit nach dem Endspiel gegen Leipzig deuten, müssen seine Aussagen und Gesten nichts bedeuten. Kovac steht intern auf dem Prüfstand.

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Ein Pokalfinale als Ticket für eine ganze Saison? Auf dem Spiel gegen RB Leipzig am Samstag steht für Bayern-Trainer Niko Kovac ein (weiteres) Jahr auf der Trainerbank des FC Bayern. Das erste Spiel seiner ganz persönlichen Relegation hat er gewonnen. 5:1 gegen Eintracht Frankfurt. Dafür gab es die Meisterschale, zwei Bierduschen, eine Medaille, einen Wimpel. Dazu Sprechchöre der Fans, Anerkennung und Lob. Was fehlte: Lippenbekenntnisse seiner Bosse sowie herzliche Umarmungen seiner Spieler. Als Bayern-Trainer Jupp Heynckes Titel feierte, wurde er von den Spielern stets auf Händen getragen und in die Luft geschmissen. Gelebte Leichtigkeit im Konfettiregen.

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Mit forschen Aussagen („Ich bin davon überzeugt, dass es weitergeht“) überrumpelte Kovac vergangenen Samstag die zaudernden Verantwortlichen des FC Bayern, dokumentierte kurz darauf seine Unsicherheit („Ich glaube, dass ich das richtig interpretiert habe“). Bekommt er, weil man ihm für das Double Dank schuldet, nach einem gewonnenen Pokalfinale endlich Brief und Siegel für die Weiterbeschäftigung, die vertraglich ohnehin bis 2021 fixiert ist? Oder wird Kovacs Arbeitspapier bei einer krachenden Niederlage zu Konfetti? Verbunden mit einem goldenen Handschlag: Danke, Trainer. Und alles Gute weiterhin!

Kovac: "Die Diskussion ist deplatziert!"

Endspiel um einen Job. „Es wäre verrückt, wenn man das von einem Spiel abhängig macht. Das wäre unverantwortlich“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandboss, am Freitag bei Bild in Berlin. Damit sagt er indirekt aber auch: Die Entwicklung der Mannschaft über die gesamte Saison wird analysiert. Nichts ist unmöglich. „Nach dem Düsseldorf-Spiel (dem 3:3 Ende November, damals der Höhepunkt der Krise, d. Red.) haben wir uns gesagt, wir ziehen das jetzt durch und stehen hinter Niko Kovac. Und wir haben gesagt: Wir setzen uns nach der Saison zusammen und analysieren alles, und dann sehen wir, wie es weitergeht. Daran halten wir fest.“ Auf die Frage, ob Kovac nächste Saison Bayern-Trainer ist, hebt Rummenigge den Daumen nach oben, betonte aber, diese Frage sei „mit Ja oder Nein“ nicht zu beantworten.

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Damit konfrontiert, reagierte Kovac im Olympiastadion mit Pokerface und verbaler Blockade. „Die Diskussion ist deplatziert. Wir haben ein Pokalfinale, lassen Sie uns über den Fußball reden. Ich möchte meine ganze Energie auf die Aufgabe und die Mannschaft stürzen.“ Auf erneute Nachfrage blockte er ab: „Priorität hat das Finale. Ich bin hier sekundär. Den Rest werden wir in den nächsten Tagen besprechen können.“ Wäre es abwegig zu glauben, Kovac tritt von sich aus zurück?

Differenzen zwischen Kovac und Teilen des Bayern-Teams lassen Hoeneß zweifeln

Rummenigge hatte dem 47-Jährigen kühl und harsch eine Jobgarantie verweigert und stets auf die Verpflichtung zu Erfolg gepocht. „Ich wollte damit zu erkennen geben: Wir dürfen nicht zufrieden sein“, erklärte Rummenigge nun. Die Differenzen zwischen Kovac und Teilen der Mannschaft, die sich in taktischer Hinsicht unterfordert fühlen und in der Hitze der Schlacht hilfreiche Flexibilität von der Seitenlinie aus vermissen, lassen auch Kovac-Freund Uli Hoeneß zweifeln. Er hadert, schiebt die bald zu lösende Kernfrage weg: „Wir sollten das Thema mal aus unseren Köpfen bringen.“ Bei einer Feier mit Pokal dürfte er den Schulterschluss mit Kovac suchen.

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Für Rummenigge ist das Endspiel eine Win-win-Situation: Gewinnt Bayern, hat der Verein sein zwölftes Double der Vereinsgeschichte eingesackt. Bei einer Niederlage könnte er eine Trennung vom Trainer intern argumentativ besser vorantreiben. Wenn er denn will. Aber mit einem Erfolg gegen Leipzig könnte Kovac eine Menge Argumente auf seine Seite schaufeln. Vierter Trainer, der den Pokal mit zwei verschiedenen Teams gewinnt (nach Otto Rehhagel, Hennes Weisweiler und Karl-Heinz Feldkamp) – was keinem der Herren zweimal in Folge gelang.

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