06. April 2021 / 15:28 Uhr

Nils Hochmuth vom TuS Niedernwöhren grätscht das Ding zum letzten Tor vor dem Abbruch rein

Nils Hochmuth vom TuS Niedernwöhren grätscht das Ding zum letzten Tor vor dem Abbruch rein

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Als Fußballer noch Krämpfe hatten: Nils Hochmuth (Mitte und kleines Bild) hat zahlreiche Talente, der Abwehrspieler glänzt auch als Erstversorger bei Mitspieler Mike Rückert (großes Bild). © Uwe Kläfker
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Die Saison der Schaumburger Fußballer ist vorbei. Das letzte Tor der Saison fiel schon im Oktober. Und zwar durch einen Niedernwöhrener

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Donnerstag, der 22. Oktober 2020: Das Flutlicht brennt auf dem Niedernwöhrener Sportplatz. Corona-konform hatten sich die Zuschauer vorher in die Anwesenheitsliste eingetragen und danach rund um das Spielfeld verteilt. In der 81. Minute des Spiels zwischen dem TuS Niedernwöhren und dem TuS Lüdersfeld sehen die Fans dann das letzte Schaumburger Tor der Saison. Erzielt vom Niedernwöhrener Nils Hochmuth.

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"Wie in alten Zeiten"

„Es kam eine flache Flanke in den Strafraum“, erinnert sich der 28-Jährige. „Dann bin ich reingerutscht, hab den Ball reingegrätscht und dann war das Ding drin. Wie in alten Zeiten.“ Dass sich Hochmuth so gut an das Tor erinnert, hat einerseits damit zu tun, dass es das letzte Tor vor dem Saisonabbruch war. Andererseits kommt der Innenverteidiger nicht häufig in den Genuss. „Egal ob Tor oder Eigentor – ich kenne alle meine Tore“, scherzt er.

Nun muss er noch länger auf ein Erfolgserlebnis warten als sonst. Denn seit diesem 22. Oktober ruht der Ball. Nichts geht mehr. Die Rückkehr zu den Pflichtspielen ist erst im August geplant. „Das ist die einzig richtige Entscheidung“, findet Hochmuth, der jedoch mit etwas Bauchweh in die Zukunft schaut. „Ich finde es schade, dass die Kids nicht mehr rauskommen und hoffe, dass uns in einigen Jahren nicht der Nachwuchs fehlt.“

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Als der Fan von Hannover 96 selbst noch in der Jugend gespielt hat, war er nicht in der Innenverteidigung zuhause, sondern auf der gegenüberliegenden Seite im Sturm. „Ich hab früher mit meinem Trainer Carlo Calvo in der Jugend zusammengespielt. Er war mein Zehner.“ Die deutsch-italienische Connection sorgte für viele Tore, bis Hochmuths damaliger Trainer Dirk Sölter in seinem zweiten Jahr bei den A-Junioren seinen Stürmer in die Innenverteidigung beförderte. „Die technisch Schwachen müssen nach hinten“, blickt der Niedernwöhrener auf die Umstellung zurück.

Nicht vor dem PC rumhampeln

Für Tore sind beim TuS nun andere zuständig, die jedoch in der abgebrochenen Saison nicht den Turbo zünden konnten. Lediglich acht Treffer sind die zweitschlechteste Ausbeute aller Schaumburger Kreisligisten. „Wir sind da einfach zu doof für“, erklärt Hochmuth, der mit seinen 28 Jahren schon zu den älteren in der Truppe zählt, die Torflaute. „Ich bin froh, dass mit Marcel Kasseck noch ein älterer mit dabei ist. Ansonsten fehlt uns manchmal einfach noch die Erfahrung.“

In rund vier Monaten – wenn die neue Saison hoffentlich wieder losgeht – haben die Fußballer vom Beerbusch die Möglichkeit, souveräner vor dem gegnerischen Torwart zu agieren. Bis dahin halten sich die Spieler auf eigene Faust fit. „Wir sind alles Hobbykicker und jeder sucht sich einen Ausgleich.“ Das Cybertraining gehört für Hochmuth nicht dazu: „Ich werde nicht vor einem PC rumhampeln.“