16. Juli 2019 / 13:16 Uhr

Noch eine Abbruch-Saga! SV Gifhorn II steigt am grünen Tisch doch auf

Noch eine Abbruch-Saga! SV Gifhorn II steigt am grünen Tisch doch auf

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hartes Urteil des Sportgerichts: Ein Schiedsrichter wird dafür bestraft, dass er von Jugendspielern verprügelt wurde
Das Sportgericht musste noch einmal entscheiden: Die SV Gifhorn II steigt nach viel Hin und Her nun doch auf. © imago/Forum (Symbolbild)
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Das Ende der abgelaufenen Saison im Fußball-Kreis Gifhorn hatte sich in die Länge gezogen, schien nach der Abbruch-Saga um den SV Osloß, den TSV Meine und die FSV Adenbüttel/Rethen II und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Kreisliga-Relegation aber endlich erreicht - doch nun gibt's den nächsten Fall: Statt der SV Meinersen II steigt die SV Gifhorn II aus der 2. Kreisklasse 2 in die 1. Kreisklasse 2 auf!

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Der Fall ist noch komplizierter als der Abbruch des Duells in Meine: Im vorletzten Saisonspiel hatte die SVG-Reserve den MTV Gamsen II zu Gast, der wegen Personalmangels nur zu neunt antrat - bis zur 55. Spielminute schraubte Gifhorns Reserve das Ergebnis auf 13:0. Dann musste die Partie abgebrochen werden, weil sich insgesamt drei Gamsener Spieler verletzt hatten, die Mindest-Spielerzahl von sieben damit auf MTV-Seite unterschritten war. Laut Regelwerk ganz klar eine 5:0-Wertung für die SVG II. Meinersens Zweite hatte zwei Tage zuvor mit 7:2 gegen den SV Calberlah II gewonnen.

Der Knackpunkt: Nach dem Spiel stellte sich heraus, dass die SVG nicht spielberechtigte Akteure eingesetzt hatte - laut Regularien im Einzelfall eine 5:0-Wertung für Gamsen. Da der SSV Didderse am letzten Spieltag nicht gegen Meinersen II antrat, reichte der SVM-Reserve die 5:0-Wertung für Platz drei, Gifhorn fehlten selbst nach dem 7:1 beim FC Schwülper am letzten Spieltag drei Punkte und vier Tore.

Allerdings legte die SVG Einspruch gegen das Urteil - das wurde vom stellvertretenden Sportgerichtsvorsitzenden Dr. Rainer Königsmann gefällt, da der eigentliche Vorsitzende Jürgen Fricke Vereinsmitglied beim MTV ist - im Fall des Gamsen-Spiels ein. Also ging die Sache vor das Bezirkssportgericht. Und das entschied, "dass der Einsatz von nicht spielberechtigten Spielern durch die SV Gifhorn als 'unschädlich' zu bewerten ist, da das Spiel nicht regulär beendet wurde", so heißt es in einer Pressemitteilung des NFV-Kreises.

Mehr zur Abbruch-Saga um die Kreisliga-Relegation

Damit ging der Fall zurück ans Kreis-Sportgericht, das nicht anders entscheiden konnte, als das 13:0 für die SVG-Reserve bestehen zu lassen. Der SV Gifhorn wurde aber eine Geldstrafe auferlegt, trotzdem darf sie nun den Aufstieg bejubeln. "Wir hatten wieder eine Lose-Lose-Situation, mussten wieder nach Paragraphen entscheiden", seufzte Sven Bärensprung, beim NFV-Kreis Gifhorn für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. "Ich finde, wir sind auf dem falschen Weg. Es kann sich keiner mehr richtig über einen Aufstieg freuen, es sei denn, er ist mit Abstand Erster geworden..."

Die Urteils-Begründung im Wortlaut:

Nach § 37 (4) wird das Spiel mit 0:5 gegen den schuldigen Verein gewertet werden. Dem Gegner wird das Spiel mit 3 Punkten und 5:0 als gewonnen gewertet. Sollte die Tordifferenz beim Abbruch höher sein, wird diese gewertet. In diesem Falle ist der MTV Gamsen II eindeutig für den Spielabbruch verantwortlich, da er nicht ausreichend Spieler zur korrekten Beendigung des Spieles aufbieten konnte. Daher die Spielwertung von 13:0 Tore und 3 Punkte für SV Gifhorn 2 und 0:13 gegen MTV Gamsen II.

Nach Ermittlungen des Sportgerichtes bestätigte der Schiedsrichter den dokumentierten Ablauf. Der MTV Gamsen habe das Spiel schon mit 9 Spielern begonnen, wie auch aus dem Spielbericht zu ersehen ist. Am Ende der 1. Halbzeit schieden davon 2 Spieler verletzt aus, u.a. der Torhüter. In der 55. Minute sprach der Spieler mit der Nr. 77 vom MTV Gamsen den Schiedsrichter an, dass er verletzt das Spielfeld verlassen möchte. Damit war die Mindestzahl von 7 Spielern unterschritten, und der Schiedsrichter setzte das Spiel beim Stand von 13:0 für SV Gifhorn nicht mehr fort.

Gem. § 28 (1) der RuVO „Geltende Beweisregeln“ sind zu beachtende Beweisregeln „bei Vorgängen, die der Schiedsrichter selbst beobachtet oder festgestellt hat, sein Bericht und seine Aussage maßgebend, sofern diese für das Gericht glaubhaft sind.“

Im Rahmen der Ermittlungen bestätigte der Schiedsrichter die Richtigkeit seines Spielberichtes und seines Sonderberichtes. Auch die mündliche Befragung zu den Vorgängen war für das Sportgericht glaubhaft. Der Spielabbruch durch Verschulden des MTV Gamsen erscheint zweifelsfrei.

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