14. Mai 2016 / 23:24 Uhr

Noch eine Rettung

Noch eine Rettung

Stefan Freye
Zum richtigen Zeitpunkt wieder fit: Werders Verteidiger Luca Zander (rechts) kehrte nach sechswöchiger Verletzungspause ins Team zurück. USER-BEITRAG
Zum richtigen Zeitpunkt wieder fit: Werders Verteidiger Luca Zander (rechts) kehrte nach sechswöchiger Verletzungspause ins Team zurück. © imago sportfotodienst, imago/Eibner
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Im Drittliga-Finaldrama gelingt auch Werders U 23 der Klassenerhalt ‒ bis zur 87. Minute war sie abgestiegen

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In einem dramatischen Finale der 3. Liga haben sich die Fußballer von Werders U 23 doch noch den Klassenerhalt gesichert. Den Bremern reichte ein 2:1 (2:0)-Erfolg beim VfR Aalen zur Rettung. Mit ihnen gelang auch dem SV Wehen Wiesbaden (3:1 gegen den VfB Stuttgart II) in letzter Minute der Nichtabstieg. Dagegen müssen neben dem Ex-Erstligisten Energie Cottbus (2:3 gegen den FSV Mainz 05 II) nun auch die Stuttgarter Kickers (0:1 gegen den Chemnitzer FC) runter in die Regionalliga. Es war eine spannende Entscheidung, die erst in den allerletzten Minuten der Saison fiel.

Oft hat Alexander Nouri in den vergangenen Monaten von der „ganzen Klaviatur der Emotionen“ gesprochen. Seine Mannschaft hatte sich mit recht wechselhaften Leistungen ja erst in Abstiegsgefahr gebracht. Aber niemals zuvor war der Hinweis auf das breite Spektrum an Gefühlen aber so treffend wie nach dem Sieg in Aalen. Denn die U 23 war beim VfR zwar nicht in Rückstand geraten. Im Gegenteil: Sie hatte durch den Doppelschlag von Marcel Hilßner (33./35.) frühzeitig einen dreifachen Punktgewinn auf den Weg gebracht. Doch auf den anderen Plätzen, da überschlugen sich die Ereignisse, und deshalb konnte Werder erst nach dem Abpfiff aller Spiele endgültig sicher sein.

Zunächst richtete sich das Interesse der Bremer, erst recht nach der 2:0-Führung, natürlich in Richtung Cottbus. Dort war der Gast aus Mainz kurz nach der Pause in Führung gegangen. Das Tor durch Julian Dersthoff war vorbereitet worden von einem alten Bekannten: Lukas Höler lernte das Fußballspielen beim Blumenthaler SV, am Sonnabend nutzte der Angreifer einen Cottbuser Fehler und legte nach kurzen Solo für den Torschützen auf. Das sah gut aus für die Bremer. Zwar lag der SV Wehen Wiesbaden bereits ebenfalls vorn, hatte aber noch bei identischer Tordifferenz wegen der weniger erzielten Treffer das Nachsehen gegenüber Werder.

Doch dann leistete sich Schiedsrichter Perl aus München kurz vor 15 Uhr eine ungewöhnlich krasse Fehlentscheidung. Denn Energie-Stürmer Sven Michel war rund zwei Meter vorm Zusammenstoß mit einem Mainzer Abwehrspieler gestolpert. Einen Strafstoß gab es trotzdem, und so brachte der Ausgleich den zuvor noch verunsicherten Gastgeber wieder ins Spiel zurück. Dass Werder in Aalen nur Minuten später den Anschlusstreffer kassierte, machte die Sache nicht besser. Und als Cottbus dann 13 Minuten vor Abpfiff zur Führung gegen Mainz kam, waren die Bremer wieder abgestiegen – bis drei Minuten vor Abpfiff.

Denn im Saisonfinale der 3. Liga wurde die „ganze Klaviatur der Emotionen gespielt“, und deshalb war noch lange nicht Schluss. Zunächst revanchierten sich die Mainzer für den kuriosen Strafstoß gegen sie und verwandelten das Cottbuser Stadion mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich in einen Ruheraum, dann stürzte der Chemnitzer FC die Stuttgarter Kickers auf den ersten Nichtabstiegsplatz – und schließlich retteten sich die Wiesbadener mit dem 3:1 gegen Stuttgart II in der Nachspielzeit.

Die Hessen gelangten nämlich nur vom 18. auf den 16. Platz, weil sie nun das um einen Treffer bessere Torverhältnis haben. Ohne den Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit hätten die Teams aus Bremen, Stuttgart und Wiesbaden auch in der Torbilanz gleichauf gelegen (-14), und dann hätte Wiesbaden in die Regionalliga gemusst. Alexander Nouri wurde in den Schlussminuten ständig über die Zwischenstände der Konkurrenz informiert („Ich hatte einen Souffleur“). Doch reagieren musste er nicht mehr. Der Rest war Jubel – und beim Trainer zudem eine ganze Menge Stolz: „Heute sind viele Spieler noch einmal an ihr Limit gegangen.“

Beeindruckt war er von der gesamten Mannschaft. Fest machte Nouri seine Einschätzung aber auch zwei Kickern: Zum einen an Marcel Hilßner, der vor seinem Wechsel nach Dresden noch einmal eine starke Leistung mit zwei tollen Toren bot. Zuerst hatte der Mittelfeldspieler von einer Eckenvariante profitiert, dann war Hilßner aus gut 20 Metern zum Abschluss gekommen.

Der zweite Spieler, der es dem Trainer besonders angetan hatte, war Luca Zander. Der Verteidiger startete nach sechswöchiger Verletzungspause und nur zwei Einheiten.

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