06. Januar 2021 / 18:30 Uhr

"Bin noch nicht ganz schmerzfrei": Mehmedi beißt für Wolfsburg auf die Zähne

"Bin noch nicht ganz schmerzfrei": Mehmedi beißt für Wolfsburg auf die Zähne

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Er kann wieder spielen: VfL-Profi Admir Mehmedi. 
Er kann wieder spielen: VfL-Profi Admir Mehmedi.  © Roland Hermstein
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Admir Mehmedi vom VfL Wolfsburg hat seine Achillessehnen-Probleme im Griff, zumindest soweit, dass er spielen kann. Das ist gut für den Bundesligisten, dem es zuletzt vor dem Tor an Effizienz mangelte.

Vier Wochen lang war er raus, beim 0:2 in Dortmund feierte VfL-Profi Admir Mehmedi sein Comeback. Doch ganz schmerzfrei ist der Spielmacher des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten nach seinen Achillessehnen-Problemen noch nicht. Aber er beißt auf die Zähne, brennt auf Einsatzzeit - und könnte der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner im Spiel nach vorn weiterhelfen.

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Zugezogen hatte sich Mehmedi die Verletzung beim 5:3-Spektakel gegen Werder Bremen. Er war bereits zum Ende der vergangenen Spielzeit wegen Achillessehnen-Problemen ausgefallen. Damals war es ein kleiner Riss, diesmal zwickte wieder die Achillessehne - aber nicht am linken, sondern am rechten Fuß. "Es ist eine Reaktion auf die Belastung, Admir hat sehr viel gespielt", hatte Glasner damals gesagt. Für Mehmedi jedenfalls war das Jahr 2020 gelaufen. "Eine Verletzung an der Achillessehne ist schon ein kompliziertes Thema. Das ist nicht wie bei einer Muskelverletzung, bei der man nach drei Wochen zurückkommt und alles wieder okay ist", erklärt Wolfsburgs Nummer 14.

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Vier Wochen musste er aussetzen - ganz weg sind die Probleme aber noch immer nicht. "Der Fuß ist auf dem Weg der Besserung, sodass ich trainieren und spielen kann", sagt Mehmedi zwar, "aber es ist noch nicht perfekt. Ich bin noch nicht komplett schmerzfrei. Das versuche ich jetzt, mit der Therapie in den Griff zu bekommen. Er trainiert "uneingeschränkt, aber ich muss auf die Zähne beißen". Aber ist es nicht riskant, unter Schmerzen zu spielen und somit eine noch schlimmere Verletzung zu riskieren? "Ein Risiko spielt immer mit", sagt Mehmedi. "Ich hoffe, dass es so gut wird wie bei der Achillessehne in meinem anderen Fuß." Die bereitet nämlich gar keine Probleme mehr. Der derzeitige Zustand jedenfalls nerve ihn, "aber ich muss da jetzt durch".

Immerhin: Mehmedi kann wieder spielen, in Dortmund wurde er in der 71. Minute für Yannick Gerhardt eingewechselt. "Es war ein Top-Gefühl, die ersten Minuten wieder zu spielen. Aber ich habe mir drei Punkte gewünscht", sagt der 29-Jährige klar. Daraus ist nichts geworden, es gab ein 0:2. "Wenn man vorne wie hinten nicht konsequent ist, wird das gegen solche Mannschaften bestraft", betont Mehmedi, der dem Offensivspiel künftig guttun kann. "Ich will es nicht an mir festmachen", verweist der VfLer auf seine Teamkollegen. "Wir haben genug Qualität im Kader, sodass wir das Toreschießen auf mehrere Schultern verteilen können." Es sei jetzt eine Phase, "in der es mit dem Toreschießen nicht so klappt, aber das wird wieder klappen".

Zwei Vorlagen in zehn Partien sind Mehmedi in dieser Bundesliga-Saison bereits gelungen, auf sein erstes Tor in dieser Spielzeit wartet er jedoch noch. Am Samstag (15.30 Uhr) bei Union Berlin könnte Mehmedi die Bilanz verbessern. "Admir kann unser Offensivspiel aufgrund seiner Erfahrung beleben, und er hat einen guten Abschluss, bei dem er viel Ruhe ausstrahlt. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Truppe", hebt Sportdirektor Marcel Schäfer hervor. Mehmedi will spielen - am liebsten von Beginn an. "Es wird ein ganz anderes Spiel als zuletzt in Dortmund", glaubt der schweizerische Nationalspieler und warnt: "Union macht es mehr als ordentlich. Sie haben zu Recht so viele Punkte, weil sie unglaublich fleißig und robust sind. So weit oben hätte ich sie nicht erwartet. Aber sie stehen verdient dort."

Den Erfolg der Hauptstädter macht Mehmedi unter anderem an Trainer Urs Fischer fest, den der Offensiv-Mann noch aus der gemeinsamen Zeit beim FC Zürich kennt. "Unter ihm habe ich dort meine beste Saison gespielt", erinnert sich der Wolfsburger. "Vorher hatte ich ihn schon in der Jugend als Coach. Er ist in Zürich eine Legende." Denn für die Profis des FCZ war Fischer von 1995 bis 2003 über 250 Mal aufgelaufen. Und als Trainer - da läuft es auch. "Jede Mannschaft, die er trainiert hat, hatte Erfolg. Er holt mit wenig Mitteln das Maximum heraus." So auch bei Union. Bleibt die Frage, ob Fischer das Team (derzeit auf Rang fünf) da oben halten kann. Mehmedi: "Das ist schwer zu sagen, abgerechnet wird zum Schluss."