20. Mai 2017 / 14:49 Uhr

"Noch nichts erreicht": 96-Manager Heldt macht mit Brandrede noch einmal alle heiß

"Noch nichts erreicht": 96-Manager Heldt macht mit Brandrede noch einmal alle heiß

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Manager Horst Heldt.
96-Manager Horst Heldt. © dpa (Archiv)
Anzeige

Vor dem Saisonfinale beim SV Sandhausen hat Horst Heldt noch einmal eindrücklich davor gewarnt, den 96-Aufstieg bereits als selbstverständlich anzusehen. Unter anderem sei "die bedingungslose Unterstützung" der rund 8.000 mitreisenden Fans nötig.

​Über das Saisonfinale berichten wir 40 Stunden lang im Liveticker auf sportbuzzer.de/96-aufstiegsticker

Wie ein Marathonläufer, der das Ziel schon vor Augen hat, aber den letzten Gegner im Nacken spürt – das ist 96 vor dem letzten Schritt, den die Mannschaft morgen gehen muss. „Wir haben so viele Extremsituationen erlebt“, weiß André Breitenreiter allein aus seiner 96-Trainerzeit. Die Siege gegen Union Berlin, Braunschweig, Heidenheim und Stuttgart, sie alle waren zwingend erforderlich, um in diese gute Ausgansposition zu kommen. 2,5 Punkte pro Partie hat die Mannschaft unter Breitenreiter geholt, „außergewöhnlich“ nennt er selbst seine Quote. Wie ärgerlich wäre es da, wenn sich 96 noch wegchecken ließe auf dem letzten Meter.

Anzeige

Das darf nicht passieren, auch wenn sich die Verhältniss umgekehrt haben. „In den letzten Wochen mussten wir aufholen, da waren wir der Jäger“, sagt Breitenreiter, „jetzt sind wir die Gejagten.“ Jagen ist einfacher als verteidigen, das weiß auch der 96-Manager.

Hannover 96 beim SV Sandhausen: So könnten sie spielen

Philipp Tschauner. Zur Galerie
Philipp Tschauner. ©

Horst Heldt setzte deshalb gestern zu einer Brandrede an, um Mannschaft und Fans heiß zu machen. Niemand dürfe sich „einlullen lassen“. Der Aufstieg sei „um uns herum zur Selbstverständlichkeit“ geworden. „Alle reden davon, zu wie viel Prozent wir schon aufgestiegen sind, alle planen irgendwas.“ Alles Mist. „Das ist tödlich“, wahlweise auch „Gift für unsere Arbeit.“ Denn, so der heldtenhafte Mahner: „Wir haben noch nichts erreicht. Wer glaubt, dass Sandhausen uns die Tür aufmachen und sich in die Sonne legen wird, der ist auf dem falschen Dampfer.“

Auch für die 8000 Fans, die sich auf die Reise nach Sandhausen machen, hat der Manager eine Anleitung aus dem Handbuch „Richtig Aufsteigen“ dabei. Es werden mehr 96-Fans als Sandhäuser im Stadion sein. 15 000 passen rein. „Wir brauchen die bedingungslose Unterstützung“, fordert Heldt. „Das Stadion muss toben. Wenn von unseren Fans 3000 beim Warmmachen am Bierwagen stehen, ist der Vorteil futsch.“ Also, Fans, bitte merken: Erst nachher am Bierwagen stehen. „Wir sind auch Feierbiester, aber zum richtigen Zeitpunkt“, stellt Heldt klar.

Auf dem Weg nach Sandhausen: Das 96-Team am Flughafen Hannover-Langenhagen.

Das 96-Team beim Check-in vor dem Abflug zum Saisonfinale beim SV Sandhausen. Zur Galerie
Das 96-Team beim Check-in vor dem Abflug zum Saisonfinale beim SV Sandhausen. ©

Partywissen zum Saisonfinale von Hannover 96 beim SV Sandhausen.

96 hat noch nie in Sandhausen gespielt. Das einzige Aufeinandertreffen war das Hinspiel im Dezember. Es endete 0:0. Zur Galerie
96 hat noch nie in Sandhausen gespielt. Das einzige Aufeinandertreffen war das Hinspiel im Dezember. Es endete 0:0. ©

Den Grundstein für die Party muss das Team legen. Drei Spieler fehlen gesperrt – mit Edgar Prib der beste Assist-Lieferant, mit Martin Harnik der beste Torjäger und mit Salif Sané der beste Zweikämpfer. Dazu droht Manuel Schmiedebach auszufallen. Der Kapitän „läuft nicht rund“, sagt Breitenreiter. Das heißt: Im ultimativen Spiel fehlen 96 vier wichtige Stammkräfte. „Wir haben verschiedene Optionen“, meint der 96-Trainer. „Alle sind total fokussiert, wir werden zeigen, dass es für uns um alles geht.“

Wenn die Breitenreiter-Serie hält und 96 mit ihm unbesiegt bleibt, wäre 96 am Ziel: Hallo, Bundesliga, wir kommen!