29. April 2018 / 10:58 Uhr

NOFV-Oberliga Nord: Nii Bruce Weber sorgt für die Erlösung beim FSV Optik Rathenow

NOFV-Oberliga Nord: Nii Bruce Weber sorgt für die Erlösung beim FSV Optik Rathenow

Detlev Nießner
Märkische Allgemeine Zeitung
Nii Bruce Weber (r.) sorgte für das entscheidende Tor in Torgelow.
Nii Bruce Weber (r.) schoss den FSV Optik mit seinem Tor zum 1:0-Erfolg in Torgelow. © Christoph Laak
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NOFV-Oberliga Nord: Der FSV Optik Rathenow hat beim Torgelower FC Greif mit 1:0 gewonnen.

Als Mannschaft und Betreuer des FSV Optik Rathenow in Torgelow ankamen, erblickten sie einen gut gepflegten, sattgrünen großen Rasenplatz. An diesem Anblick konnten sich später auch die 115 Zuschauer ungetrübt erfreuen, keine Fußballerbeine liefen darüber. Gespielt wurde nämlich auf einem schmalen, knochenharten Kunstrasen älterer Bauart. Gut, dass die Rathenower die richtige Antwort parat hatten und sich verdient mit 1:0 durchsetzten.

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Ingo Kahlisch musste auf Süleyman Kapan verzichten, der sich beim Abschlusstraining verletzt hatte. Oscar Ortiz nahm zunächst auf der Bank Platz, für die beiden standen Cüneyt Top und Patrick Baudis in der Startelf. Optik begann sehr aufmerksam. Nach vier Minuten erkämpfte sich Jerome Leroy im Mittelfeld den Ball. Er sah, dass Torgelows Torwart Marcin Kaczmarczyk zu weit vor dem Kasten stand und zog sofort ab. Von der Lattenunterkante sprang der Ball zurück ins Feld.

Auch Torgelow triff die Latte


Als nach einer halben Stunde auch die Greifen am Aluminium scheiterten, nach einer Ecke tanzte das Leder auf der Latte, hatte der FSV bereits eine weitere hochkarätige Gelegenheit liegengelassen. Benjamin Wilcke war freistehend an Kaczmarczyk gescheitert. Das galt in der 32. Minute auch für Cüneyt Top. Und nochmals war Rathenow drauf und dran, die Führung zu erzielen. Dieses Mal flog der Direktschuss von Wilcke am Tor vorbei.

Nach der Pause kam Nii Bruce Weber auf den Platz. Eigentlich ungeplant, denn Caner Özcin wurde erst gefoult und bekam anschließend noch das Knie seines Gegners gegen den Kopf gerammt. Verdacht auf Gehirnerschütterung lautete die erste Diagnose. Allerdings sollte sich der Wechsel als spielentscheidend herausstellen.

Turhan und Weber sind zu überrascht


Doch der Reihe nach. Mit Wiederanpfiff gab es pausenlos scharfe Schüsse. Die kamen jedoch vom unmittelbar hinter der Sportanlage beginnenden Truppenübungsplatz. Rathenow schien sich gleich daran orientieren zu wollen, nach kaum 60 Sekunden setzte sich Cüneyt Top auf links stark durch. Weber und Murat Turhan lauerten zentral vor dem Kasten, schienen aber völlig überrascht, das Abwehr und Keeper das Spielgerät durchließen. Auch diese Möglichkeit war vertan.

Auf der anderen Seite musste Bjarne Rogall gegen den Versuch von,  älteren Fußballfreunden noch aus Neubrandenburger Oberligazeiten bekannten, Daniel Nawotke energisch zupacken. Die Gäste waren nun feldüberlegen, der nächste gefährliche Abschluss ließ jedoch auf sich warten. Erst Patrick Baudis, dem Ingo Kahlisch nach der Partie ein Extralob zollte (“Heute hat er gezeigt, dass er auch Männerfußball kann!“) prüfte Marcin Kaczmarczyk wieder. Wenig später war wieder Top an der Reihe. Bei seinem Kopfball fehlte nicht einmal eine Handbreite.


Optik erarbeitet sich den Führungstreffer


Doch es deutete sich in jenen Minuten nach der 60. an, Optik war der Führung nahe. In der 68. Minute war es soweit. Jerome Leroy, zuvor mehrfach im Abseits, lief nach gutem Steilpass in die Schnittstelle alleine auf den Keeper zu, scheiterte aber. Alle, die zu Optik hielten holten tief Luft, um vor Enttäuschung zu stöhnen, da schoss Nii Bruce Weber den Abpraller flach ins Netz.

Greifen-Trainer Heiko Stäck reagierte, brachte zwei frische Offensivkräfte. Auffällig bei den Gastgebern war, dass fast alle Angriffe über die rechte Seite liefen, Rathenow Benjamin Wilcke hatte nun Schwerstarbeit zu verrichten. Irgendwie brachte Rathenow aber immer einen Fuß oder den Kopf dazwischen, wirklich brenzlige Situationen musste Bjarne Rogall nicht mehr bereinigen.

Ingo Kahlisch sieht einen verdienten Rathenower Sieg


Und der Spitzenreiter blieb sauber, erneut kassierte man keine Gelbe Karte. Kurz vor dem Abpfiff machte Cüneyt Top seinen „Anti-Hattrick“ perfekt. Auch bei seiner dritten klaren Möglichkeit in der zweiten Halbzeit wollte das Leder nicht ins Tor. Beim Schuss aus spitzem Winkel auf das kurze Eck zeigte Kaczmarczyk aber auch eine Klasseparade. In der zweiminütigen Nachspielzeit gestatteten die Gäste dem TFC keine Torannäherung mehr und so durfte Optik die lange Heimfahrt so mit einem Auswärtssieg antreten.

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Landesliga, Frauen: Platz 5: Marie Neumann (FC Stahl Brandenburg) - 27 Tore. ©

In Torgelow gab es keine Pressekonferenz, deshalb gibt es an dieser Stelle ausnahmsweise nur eine Trainerstimme von Ingo Kahlisch: „Das war ein wichtiger Sieg gegen einen ordentlichen Gegner. In der ersten Halbzeit hatten wir schon ein paar gute Chancen und hätten führen müssen. Aber, je länger es 0:0 stand, desto schwerer wurde es auf dem engen Kunstrasenplatz. Noch einmal, der Sieg war sehr wichtig. Nun geht es in die letzten Wochen und wir können wirklich in die vielleicht geilste Regionalliga aufsteigen. Ich wünsche mir, das uns dabei viele, viele Rathenower unterstützen, sowohl in den drei Heimspielen, als auch in Rostock und Schwerin. Das ist eine einmalige Chance, das sollte allen, vom Landrat, über Bürgermeister, den Unternehmern bis zu den Fans bewusst sein. Ja, beste Spieler habe ich heute auch noch. Patrick Baudis, Benjamin Wilcke und auch Jerome Leroy, der wieder unheimlich viel geackert hat.“