19. März 2022 / 17:47 Uhr

Geniestreich von Richardson: Greifswalder FC bezwingt RFC

Geniestreich von Richardson: Greifswalder FC bezwingt RFC

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Brüllt seine Freude nach seinem Tor zum 2:0 heraus: GFC-Kicker Joe-Joe Richardson (3.v.l.). 
Brüllt seine Freude nach seinem Tor zum 2:0 heraus: GFC-Kicker Joe-Joe Richardson (3.v.l.).  © Johannes Weber
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Das MV-Duell der NOFV-Oberliga Nord geht an den Greifswalder FC. Beim 3:0 gegen den Rostocker FC ziehen die Boddenstädter in der Tabelle an ihrem Ligakonkurrenten vorbei. RFC-Verteidiger Niklas Tille verletzt sich an der Schulter.

Da staunten die Zuschauer nicht schlecht. Der Geniestreich von Joe-Joe Richardson in der 61. Minute war die Szene des Topspiels der NOFV-Oberliga Nord zwischen dem Rostocker FC und Greifswalder FC. Aus spitzem Winkel drosch der Amerikaner rechts im Strafraum den Ball in Richtung langer Pfosten. Dort schlug das Spielgerät im RFC-Kasten sehenswert ein. Es war der zweite Treffer von Richardson am Sonnabend beim 3:0 (1:0)-Erfolg seines GFC in Rostock.

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"Joe hat nicht nur wegen seinen zwei Toren ein Superspiel gemacht, sondern auch wegen seiner großen Laufarbeit", sagte Greifswalds Coach Roland Kroos, der Richardson diesmal etwas offensiver aufgeboten hatte, als in den vorherigen Spielen. In den ersten vier Pflichtspielen des Jahres meistens noch im defensiven Mittelfeld unterwegs, agierte Richardson gegen den RFC als hängende Spitze hinter Peterson Appiah, der am Ende mit einem Kontertor die Partie entschied. "Der Gedanke, Joe weiter vorne spielen zu lassen, war mit dem Anlaufverhalten und auch mit dem Umkehrspiel in die Defensive verbunden. Da legt er immer ein Riesenpensum zurück."

In Bildern: Rostocker FC - Greifswalder FC

Kurioses Bild nach der vergebenen Chance: RFC-Stürmer Djibril N'Diaye sinkt vor GFC-Keeper Mika Schneider zu Boden. Zur Galerie
Kurioses Bild nach der vergebenen Chance: RFC-Stürmer Djibril N'Diaye sinkt vor GFC-Keeper Mika Schneider zu Boden. ©

Dass der GFC im Aufeinandertreffen des bis dato Tabellendritten gegen -sechsten so deutlich als Sieger vom Platz gehen würde, war in der Anfangsphase noch nicht ersichtlich. Vor den Augen von Ex-Bundesliga-Profi Ivan Klasnic (2004 Meister mit Werder Bremen, heute Berater u.a. von GFC-Kicker Lovro Sindik) hatte der RFC durch Hamza Lagrib (14.) die große Chance auf das 1:0. Nach mustergültiger Vorarbeit von Kevin Mbengani scheiterte der Belgier völlig freistehend an Greifswalds Keeper Mika Schneider. "Die Chance hätten wir machen müssen. Aber Hamza hat das sicherlich auch nicht mit Absicht gemacht", kommentierte RFC-Coach Christiano Dinalo Adigo.

Nur wenige Momente vorher hatte seine Mannschaft einen bitteren Moment erleben müssen. Bei einer Greifswalder Möglichkeit flog RFC-Verteidiger Niklas Tille bei einer Rettungsaktion unglücklich auf die Schulter und hatte große Schmerzen. "Das war ein Schockmoment, den die Mannschaft nur schwer verkraftet hat", meinte Adigo. Er musste seinen Defensivspieler verletzt runter nehmen und Jakob Gesien nach einer knappen Viertelstunde bringen. Tille wurde derweil mit dem Krankenwagen abgeholt. Er hat sich eine schwere Schulterverletzung zugezogen.

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Richardson erzielt die Führung

Ohne Tille musste der RFC in der 33. Minute das Gegentor zum Rückstand hinnehmen. Aviv Bitton vertändelte den Ball im eigenen Strafraum. Nach dem Querpass eines Greifswalders schob Joe-Joe Richardson das Spielgerät ins Rostocker Tor. Eine Antwort der Hausherren bis zum Pausenpfiff blieb aus.

Nach dem Seitenwechsel waren es die Greifswalder, die schnell auf das zweite Tor drängten. Ausgerechnet kurz nachdem Adigo einen Dreifachwechsel beim RFC vollzogen hatte, schlugen der GFC durch Richardsons Knaller erneut zu – 2:0. Anschließend erhöhten die Rostocker den Druck. Bis auf ein Abseitstor von Obinna Johnson Iloka (70.) gelang den Gastgebern nicht viel. Mit einem Kontertor in der Schlussphase entschied Appiah in der 88. Minute das MV-Duell.

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Niederlage als Rückschlag für den RFC

"Uns hat an diesem Tag die Effektivität vor dem Tor gefehlt. Bei den ersten beiden Gegentoren haben wir nicht konzentriert genug verteidigt", resümierte Adigo und war mit der Leistung von Schiri Marcel Riemer nicht einverstanden. "Unser ein angebliches Tor zum 1:2 war aus meiner Sicht kein Abseits. Der Unparteiische hat viele Szene zu einseitig bewertet."

Die Niederlage gegen den GFC sah Adigo als "Rückschlag" für sein Team. Die Rostocker (jetzt 4. Platz/36 Punkte) fielen hinter den Greifswaldern (3./37) zurück. Gegenüber Spitzenreiter Blau Weiß Berlin (40 Punkte) hat der RFC aber noch zwei Spiele in der Hinterhand.

Großer Jubel herrschte nach dem Abpfiff hingegen auf Seiten der Greifswalder. Die Boddenstädter setzten ihren positiven Lauf von fünf ungeschlagenen Spielen (vier Siege, ein Remis) fort. GFC-Coach Roland Kroos sagte: "Es war das erwartete Spitzenspiel. In der Anfangsphase hätte der RFC mit seiner Großchance in Führung gehen können, wir hatten aber auch Gelegenheiten. Bis zur 60. Minute waren wir dann das bessere Team. Danach ließ die Kraft ein wenig nach, der Gegner versuchte noch einmal alles, aber wir hatten hier und da das nötige Quäntchen Glück."

Rostocker FC: Schobert – Tille (14. Gesien), Kulinits, Esdorf, Bitton (58. N'Diaye) – Birkholz (58. Diaby), Berger – Lagrib (58. Steen/80. Martin), Doagbodzi, Mbengani – Iloka.
Greifswalder FC: Schneider – Farr, Rüh, Sanin, Mietzelfeld – Sindik (71. Lazdins), Müller – Salihu (86. Hecker), Richardson (77. Selchow), Knechtel – Appiah.
Tore: 0:1, 0:2 Richardson (33., 61.), 0:3 Appiah (88.).
Schiedsrichter: Marcel Riemer.
Zuschauer: 195.

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