08. Dezember 2021 / 07:29 Uhr

Norberts Einwurf: Ist das Kollektiv endlich zurück bei RB Leipzig?

Norberts Einwurf: Ist das Kollektiv endlich zurück bei RB Leipzig?

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Angelino, Dominik Szoboszlai und die gesamte Mannschaft von RB Leipzig traten gegen ManCity wie ein Team auf.
Angelino, Dominik Szoboszlai und die gesamte Mannschaft von RB Leipzig traten gegen ManCity wie ein Team auf. © Getty Images/SPORTBUZZER-Montage
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RB Leipzig schlägt Manchester City. RB Leipzig schlägt De Bruyne, Foden, Sterling und Pep. Das muss man erstmal schaffen, meint LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt. Das geht nur, wenn man als Mannschaft auftritt, was am Dienstagabend endlich wieder der Fall war.

Leipzig. Fünf! Fünf Punkte lagen auf dem Rasen. Mitgenommen wurden sie nicht. Brügge-Desaster und PSG-Elfer, dann waren alle fünf weg. Hätte sonst gereicht: raus aus der Todesgruppe, rein ins Achtelfinale. Weniger desolat als in der Liga ging es allemal bei den Champions zu. Leider oft aber auch ebenso leichtfertig und wechselhaft.

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International läuft es jetzt trotzdem weiter. Hoffentlich so wie am Dienstag: klare Ordnung, klares System, stabil hinten, flexibel in der Mitte, mobil nach vorn. Mehr Ballbesitz, auch mal im Ausruhmodus, die Attacken zum 16er von ManCity kamen aus den Pass-Phasen. Die Räume blieben eng, man stand kompakt, Löcher gab es selten – und wenn, dann war Klostermann prompt zur Stelle. Mit Fuß, Kopf und Tempo. Eine sichere Bank. Der Austausch zur Hälfte war so rätselhaft wie andere Wechsel in anderen Spielen. Die gingen ja auch meist schief. Am Dienstag nicht.

DURCHKLICKEN: Eindrücke aus der Partie gegen ManCity

Was für eine starke Leistung: RB Leipzig bezwingt im letzten Gruppenspiel der Champions League Manchester City mit 2:1 und qualifiziert sich für die Zwischenrunde der Europa League. Zur Galerie
Was für eine starke Leistung: RB Leipzig bezwingt im letzten Gruppenspiel der Champions League Manchester City mit 2:1 und qualifiziert sich für die Zwischenrunde der Europa League. ©

Laimer war der Motor - hatte Duracell im Tank. Schleppte Bälle, schnappte verlorene zurück, legte traumhaft ab, stieß selber nach und half auf der Mukiele-Seite aus. War auch nötig – gegen Foden, Grealish, Sterling. Dass Laimer irgendwann ausgetauscht wurde - noch so ein Mirakel. Trotzdem blieb RB eine Mannschaft. Endlich. Man half sich gegenseitig. Man spielte miteinander, nicht gegeneinander. Das fehlte zuletzt heftig. Ist das Kollektiv zurück? Oder machen die vielen Wechsel wieder alles kaputt?

Für die Aufholjagd in der Liga sind sie sicher Gift. Sieben Punkte bis zu den Champions. Ein dickes Brett.

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".